Schlieren
Etwas mehr «Bio» in den Kochtöpfen

Wer im neuen «Goût Mieux»-Gastroführer 2011 blättert, entdeckt einen Neuzugang aus dem Limmattal: das Schlieremer Restaurant «lily», das von Gastgeberin Annarita Müller seit 2008 im Lilienzentrum geführt wird.

Nicole Emmenegger
Merken
Drucken
Teilen
Wirtin Annarita Müller und Koch Gian Paolo Zacheo. nem

Wirtin Annarita Müller und Koch Gian Paolo Zacheo. nem

Limmattaler Zeitung

Als einziger Limmattaler Träger des Bio-Gastrolabels verpflichtet sich das «lily», seinen Gästen eine Mindestanzahl Speisen und Getränke in «Goût Mieux»-Qualität anzubieten. Sprich: Die Zutaten sind frisch, saisongerecht und stammen aus umwelt- und tiergerechter Produktion. In der Regel tragen sie ein kontrolliertes Bio-Label. Das Gütesiegel «Goût Mieux» wurde 2002 von der Umweltstiftung WWF lanciert.

Frau Müller, warum hat sich das «lily» für das «Goût Mieux»-Label beworben?

Annarita Müller: Ich will ein Zeichen setzten, dass man ein kleines Restaurant umweltfreundlich führen kann. Als Italienerin habe ich bereits im Alter von drei Jahren geholfen, Tortellini herzustellen – mit naturbelassenen Nahrungsmitteln aus der Region. Das prägt für das ganze Leben. Noch heute ist es mir die Herkunft und die Qualität jedes einzelnen Produktes sehr wichtig. Das «Goût Mieux»-Label ist Ausdruck dieser Philosophie, und darum habe ich mich dafür entschieden.

Ihr Restaurant befindet sich in einer Einkaufspassage, hat abends nur bis 19Uhr geöffnet. Keine Angst, dass dies das «Goût Mieux»-Publikum abschreckt?

Nein. Ich bin überzeugt: Unter den vielen Leuten, die in Schlieren arbeiten und wohnen, gibt es genügend, die sich über Mittag umweltbewusst ernähren wollen. Zudem gibt es auch viele ältere Menschen, die regelmässig bei uns essen und unser reichhaltiges Salatbüffet oder die selbst gemachten Suppen schätzen.

Aber teurer wird es wohl, wenn Sie konsequenter auf «Bio» setzen?

Nur vereinzelt. Weil das «lily» bereits vor der «Goût Mieux»-Zertifizierung auf Nachhaltigkeit gesetzt hat, müssen wir das Angebot und somit die Preise kaum anpassen. Was sich verändert hat: Das Mehl für unsere selbst gemachten Teigwaren beziehen wir neu vom Bioladen im Lilienzentrum. Und die Schlieremer Kaffeerösterei Caffetino liefert uns eine spezielle «lily»-Sélection mit Max-Havelaar-Kaffee. Ich kann mir die teureren Qualitätsprodukte nur deshalb leisten, weil die Besitzer des Lilienzentrums ausgesprochen umweltbewusst sind und uns in mancherlei Hinsicht unterstützen.

Sie sagen, dass sich die Umstellungen durch «Goût Mieux» in Grenzen halten. Merkt der Gast trotzdem etwas?

Wir werden die «Goût Mieux»-Angebote speziell kennzeichnen. Der Gast kann dann selber entscheiden, was gut für ihn ist.