Birmensdorf

ETH fördert den Nachwuchs spielerisch mit Unterwasser-Robotern

Unterwasser-Roboter in Birmensdorf

Unterwasser-Roboter in Birmensdorf

Anhand eines Unterwasser-Roboters lernen Schüler mehr über Naturwissenschaften. Forscher der ETH haben vier Roboter entwickelt, um Kinder im Primarschulalter auf naturwissenschaftliche Themen zu sensibilisieren.

Behutsam legt Stephan Schmotzer den Roboter ins Schwimmbecken. Schwimmt er? An den Seiten des Roboters sind blaue Flossen befestigt, oben und hinten sitzen Rücken- und Schwanzflossen. Sie wurden von dem 12-Jährigen und drei Kollegen selbst angefertigt. Stephan steht nun gespannt neben dem Beckenrand. In der Hand hält er eine Fernbedienung, ähnlich derjenigen einer Playstation. Er versucht, den Roboter unter die Wasseroberfläche zu steuern.

Flossen bauen und programmieren

Die Birmensdorfer Primarschüler sind die Ersten, die sich an den Unterwasser-Roboter versuchen. Diese gibt es noch nicht lange. Forscher der ETH haben vier Roboter entwickelt, um Kinder im Primarschulalter auf naturwissenschaftliche Themen zu sensibilisieren. Das Projekt steht noch am Anfang. Trotzdem haben die Forscher bereits einige Anfragen von Schulen bekommen, um dort ihre Erfindung vorzuführen.

Projektleiter der Roboter, der sogenannten «Nanins», ist Stefan Bärtschi. «Ich wollte etwas für Kinder entwickeln», sagt er. Etwas, das sie motivieren würde, zu lernen. Bei seinen vier Unterwasser-Roboter können Kinder die Flossen selbst entwickeln. In einem nächsten Schritt können sie dann programmieren, wie sich die Flossen unter Wasser bewegen sollen. Dabei müssen sich die Schüler mit biologischen, physischen und technischen Themen auseinandersetzen. «Ziel des Roboter-Projekts ist, dass wir in Zukunft genug Nachwuchsforscher haben», sagt Bärtschi.

Bewegungen von Fisch beobachtet

In einer Projektarbeit haben sich zwölf 4. bis 6. Klässler in den vergangenen sieben Wochen jeweils am Donnerstag mit dem Thema Unterwasserroboter befasst. Die Lehrerin Heidi Seitz sagt, dass sie sich zuerst den Fischen und deren Bewegungsabläufen gewidmet haben. «Ich erklärte den Schülern das Konzept der Schwimmblase.» Dann begann sie, mit den Kindern eigene kleine U-Boote zu entwickeln. Zuletzt hat sie mit den Schülern Flossen entwickelt und gebaut, die sich an die vier Unterwasserroboter der ETH anschliessen lassen. Zusammen mit den ETH-Forschern testeten die Schüler am Donnerstagnachmittag im Schwimmbad Geren ihre Arbeiten.

Der 12-Jährige Silvan Bühler und sein Schulkollege Arnor Zilbeari schauen ihrem Unterwasser-Roboter zu. Sie sagen, dass sie die Bewegungen von Fischen genau beobachtet haben. Dabei sei ihnen aufgefallen, dass die meisten eine ähnliche Bewegung machen. Diese haben sie dann zusammen mit den ETH-Forschern auf den Unterwasser-Roboter übertragen. Anders als Silvan hat Stephan Schmotzer für seinen Roboter grössere Flossen angefertigt.

Dabei hat er sich den Schwertfisch als Vorbild genommen. «Im Internet habe ich gesehen, wie der Schwertfisch schwimmt. Wir haben versucht, die Flossen dementsprechend nachzubauen», sagt er und drückt auf den Knopf seines Joysticks. Es blubbert und der Schwertfisch taucht ab.

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