Oberengstringen
Etablierte Parteien bleiben nicht mehr unter sich

Elsbeth von Atzigen (parteilos) und Stefan Bolz (Alternative Liste) stellen sich für den freiwerdenden Gemeinderatssitz zur Wahl. Somit werden in Oberengstringen bald nicht mehr nur die etablierten Parteien im Gemeinderat tagen.

Sandro Zimmerli
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Elsbeth von Atzigen oder Stefan Bolz – in Oberengstringen wird bald ein neues Gemeinderatsmitglied über die Zukunft des Dorfes mitentscheiden . zim

Elsbeth von Atzigen oder Stefan Bolz – in Oberengstringen wird bald ein neues Gemeinderatsmitglied über die Zukunft des Dorfes mitentscheiden . zim

Limmattaler Zeitung

Ein Rücktritt, zwei Wahlen – in Oberengstringen wird am 4. September nicht nur ein neuer Gemeindepräsident gewählt, sondern auch ein neues Gemeinderatsmitglied. Weil sich für die Nachfolge des Mitte März zurückgetretenen Gemeindepräsidenten Reto Cavegn (FDP) mit Käthi Mühlemann (SP) und André Bender (SVP) zwei amtierende Gemeinderäte zur Wahl stellen, muss der vakante Sitz in der Exekutive neu besetzt werden. Um diesen kämpfen die parteilose Elsbeth von Atzigen (51) und Stefan Bolz (52) von der Alternativen Liste (AL).

Lange gab es nur eine Kandidatur

Von Atzigen, seit 2004 Mitglied und seit 2005 Vizepräsidentin der Schulpflege, hat ihre Kandidatur bereits Anfang Juni bekannt gegeben. Lange sah es danach aus, als würde sie die einzige Kandidatin bleiben. Sowohl SP, SVP als auch das Politische Forum Engstringen (PFE) verzichten auf eine Kandidatur. Auch die CVP hat niemanden nominiert, schielt aber bereits über den 4. September hinaus. Ihr Ziel ist es einen Kandidaten für eine mögliche Schulpflegeersatzwahl im Herbst zu finden.

Sollte von Atzigen, die als Sprachlehrerin für Erwachsene tätig ist, in den Gemeinderat gewählt werden, würde in der Schulpflege wieder ein Sitz frei. Der FDP wiederum ist es trotz intensiver Suche nicht gelungen, einen Kandidaten zu finden, um ihren zweiten Gemeinderatssitz zu verteidigen. Derzeit sitzen mit René Beck und Jürg Bruppacher zwei Vertreter der CVP, mit André Bender und Jean-Fritz Weber zwei Mitglieder der SVP sowie mit Käthi Mühlemann und Claudia Trüb je eine Vertreterin der SP beziehungsweise der FDP im Gemeinderat.

AL löst Versprechen ein

Da keine der etablierten Parteien einen Kandidaten portierte, sprang die AL in die Bresche. Ende Juli gab der IT-Spezialist Bolz seine Kandidatur bekannt und löste damit ein Versprechen ein, das die AL in der Juli-Ausgabe des Engstringer Kuriers abgegeben hatte. In einem Inserat hatte die Partei angekündigt, dass sie dem Bürger in dieser wichtigen Angelegenheit eine Auswahl bieten wolle. Sollten keine weiteren Kandidaten gefunden werde, würde sie eine eigene Kandidatur mit Bolz in Betracht ziehen, hiess es weiter.

Bolz, ältester Sohn des Lehrerehepaares Otto und Rosmarie Bolz und 2007 Mitbegründer der AL-Ortssektion, wäre der erste Vertreter seiner Partei, der im Oberengstringer Gemeinderat Einsitz nehmen würde. Im Gegensatz zu von Atzigen darf er allerdings nicht auf grosse Unterstützung der anderen Parteien hoffen. Sie wird von der SVP und dem PFE unterstützt.