Parlament
Esther Sonderegger ist die höchste Dietikerin

Die SP-Politikerin ist an der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats zur neuen Präsidentin gewählt worden. Sie folgt auf den parteilosen Martin Romer.

Sandro Zimmerli
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Markus Erni (SVP, 1. Vizepräsident), Esther Sonderegger (SP, Präsidentin) und Gabriele Olivieri (CVP, 2. Vizepräsident) bilden neu das Gemeinderatspräsidium.

Markus Erni (SVP, 1. Vizepräsident), Esther Sonderegger (SP, Präsidentin) und Gabriele Olivieri (CVP, 2. Vizepräsident) bilden neu das Gemeinderatspräsidium.

Alex Spichale

«Dene wos guet geit giengs besser, giengs dene besser, wos weniger guet geit. Was aber nid geit, ohni dass’s dene weniger guet geit, wos guet geit», schrieb einst der Berner Liedermacher Mani Matter. Die Zeilen waren gestern Abend auch im Dietiker Gemeinderatssaal zu hören. Vorgelesen wurden sie von Gemeinderätin Esther Sonderegger (SP). Sie setzte damit den Schlusspunkt unter die erste Parlamentssitzung nach den Gesamterneuerungswahlen.

Im Zentrum standen dabei nicht Postulate oder Interpellationen, sondern Wahlen. Die Konstituierung des Gemeinderates stand auf dem Programm und Sonderegger nahm eine Hauptrolle ein. Denn sie wurde von ihren Kolleginnen und Kollegen zur neuen Gemeinderatspräsidentin und damit zur höchsten Dietikerin gewählt. Sonderegger folgt damit auf den parteilosen Martin Romer, der bereits in der letzten Sitzung der abgelaufenen Legislatur verabschiedet wurde.

Dem Vertrauen gerecht werden

Die SP-Politikerin, die zuvor als 1. Vizepräsidentin wirkte, erhielt von den 33 anwesenden Gemeinderäten 30 Stimmen. Auf den Posten des 1. Vizepräsidenten rückte der bisherige 2. Vizepräsident Markus Erni (SVP) nach. Er erhielt 29 von 32 abgegebenen Stimmen. Neu im Präsidium des Gemeinderates ist Gabriele Olivieri (CVP). Ihm gaben 28 Kollegen ihre Stimme.

Sonderegger bedankte sich für das Vertrauen und versprach, dass sie sich bemühen werde, diesem auch gerecht zu werden. Sie wühle derzeit in der Geschichte des Gemeinderates, da sie an einer Jubiläumsschrift zu dessen 60-jährigen Bestehen arbeite. «Dabei zeigt sich, dass es im Parlament schon immer verbale Auseinandersetzungen gab», sagte Sonderegger. Wichtig sei aber, dass man sich bei der Suche nach einer Lösung nicht immer für die kostengünstigste, sondern für die nachhaltigste entscheide.

Zum feierlichen Abend, der nach dem offiziellen Teil mit einem Apéro im Foyer des Stadthauses und einem Auftritt der Stadtmusik Dietikon seine Fortsetzung fand, gehörte auch die Würdigung der scheidenden Gemeinderatsmitglieder. Deren sieben waren es dieses mal. Darunter die vier neuen Stadträte, die künftig in anderer Funktion an den Parlamentssitzungen teilnehmen werden. Auch sie traten ans Mikrofon. Wobei Reto Siegrist (CVP) den kürzesten Auftritt hatte. Er bedankte sich für das Vertrauen und begab sich dann wieder auf seinen Platz.

Ausführlicher verabschiedeten sich dagegen Anton Kiwic (SP), Lucas Neff (Grüne) und Philipp Müller (FDP). Letzterer fand, dass an den Sitzungen meistens sachlich diskutiert wurde. Er könne jedenfalls heute noch allen in die Augen schauen. Auch Neff hielt sich kurz. «Für mich bedeutet dieser Abend nur ein Zwischenhalt. Es ist deshalb zu früh, um zu loben oder abzurechnen», sagte er. Anders klang es da schon bei Kiwic. Er habe die Arbeit im Gemeinderat als zielführend erlebt, obschon er wohl 90 Prozent der Abstimmungen verloren habe. Nicht zufrieden zeigte er sich hingegen mit dem Stadtrat. Kiwic bemängelte, dass dieser dem Gemeinderat wenig Wertschätzung entgegengebracht habe. Und so forderte er die Parlamentarier auf: «Hört nicht auf, die Entscheide des Stadtrats zu hinterfragen.»