Verkehr

«Es wurde eine Riesenchance verpasst»: Dietikon treibt Diskussion um Verkehrsberuhigung an

Tempo 30 auf der Steinmürlistrasse? Vor 15 Jahren lehnte das Volk dieses Vorhaben mit 67,5 Prozent Nein-Anteil ab.

Tempo 30 auf der Steinmürlistrasse? Vor 15 Jahren lehnte das Volk dieses Vorhaben mit 67,5 Prozent Nein-Anteil ab.

2005 sagte Dietikon in einer Abstimmung deutlich Nein zu einer Verkehrsberuhigung. Unter neuen Vorzeichen rollen 14 Parlamentarier die Diskussion jetzt neu auf.

Andreas Wolf (Grüne) fordert Tempo 30 auf der Steinmürlistrasse. Im Dietiker Parlament zählt er auf die Unterstützung von mindestens 13 weiteren Politikern: So viele haben sein Postulat mitunterzeichnet – zur Hauptsache die SP/AL-Fraktion und die Grünen-Fraktion, dazu kommen Sven Johannsen (GLP) und Olivier Barthe (FDP). Mit seinem Vorstoss bringt Wolf neues Leben in eine alte Dietiker Verkehrsdiskussion.

2005 hatte sich das Volk an der Urne mit dem Thema befasst: Mit 67,5 Prozent Nein-Anteil lehnte es einen 694000- Franken-Kredit für bauliche Massnahmen zur Verkehrsberuhigung der Steinmürlistrasse inklusive Tempo 30 ab. «Es wurde eine Riesenchance verpasst», sagte der damalige Stadtpräsident Hans Bohnenblust (SVP) am Tag der Abstimmung.

Zu dieser kam es, weil sich das Dietiker Parlament 2004 zwar mit 16 zu 15 Stimmen für die Vorlage ausgesprochen hatte – dagegen waren SVP, FDP und Teile der CVP –, die SVP und die FDP aber das Behördenreferendum ergriffen. Auch das Gewerbe sprach sich vor der Abstimmung gegen Tempo 30 aus.

«Weniger Lärm, Abgase und trennende Wirkung»

Heute weist Andreas Wolf in seinem Postulat darauf hin, dass der Durchgangsverkehr mit dem Bau der Limmattalbahn auf das übergeordnete Strassennetz – also Bern- und Überlandstrasse – geleitet werden soll. Die Stadt müsse die notwendigen flankierenden Massnahmen treffen. Und: «Tempo 30 auf der Steinmürlistrasse ist eine günstige und wirksame Massnahme mit vielen weiteren positiven Auswirkungen: Die Schulwege werden sicherer, das Quartier leidet weniger unter Lärm, Abgasen und der trennenden Wirkung des motorisierten Verkehrs.»

Die einen sehen die Strasse als Quartierstrasse, die anderen nicht. Für viele ist sie auch ein wichtiger Bypass zur Entlastung des Dietiker Zentrums. 

Meistgesehen

Artboard 1