Dietikon

«Es muss nach den Reppischfägern tönen» — sie haben drei neue Musikstücke

Die Reppischfäger starten vom Guggenlokal in Dietikon aus unter der musikalischen Federführung von Roman Lutz.

Die Reppischfäger starten vom Guggenlokal in Dietikon aus unter der musikalischen Federführung von Roman Lutz.

Dank dem Dietiker Roman Lutz haben die Reppischfäger drei neue Musikstücke im Repertoire, die zum Motto «Dschinn Salabim» passen.

Es warten lange arabische Nächte auf den zweifachen Familienvater Roman Lutz aus Dietikon. Seit drei Jahren hat er die musikalische Leitung bei der Guggenmusik Reppischfäger inne. Heute bricht bei ihnen im Zentralschulhaus mit der A-Trinkete das Fasnachtsfieber aus. Magisch dürften die Nebenwirkungen sein, denn das Motto der Reppischfäger lautet: «Dschinn Salabim.» Die närrischen Gestalten werden damit in orientalische Welten entführt.

In seiner Funktion verantwortet Lutz die neuen Lieder, die ins Repertoire der Gruppe aufgenommen werden. Jedes Jahr kommen drei bis vier Stücke zum bereits bestehenden Bestand der neunzehn Lieder hinzu. Zudem ist er für den Probenplan und die Auftritte der Guggenmusik, die während dem Jahr stattfinden, verantwortlich. «Wir spielen hin und wieder auf Festen, Hochzeiten und sonstigen Anlässen», erzählt Lutz bei einem Treffen im Guggenlokal an der Kanalstrasse in Dietikon. Die Ideen für passende Stücke werden von den Mitgliedern gesammelt. Es folgt ein Auswahlverfahren, bevor sich Lutz auf die Notensuche begibt, oder die Hits arrangieren lässt.

Die Herausforderung ist das gewisse Etwas beizusteuern

Einen besonderen Bezug zu den Stücken habe er immer, sagt er. Für ihn sei aber wichtig, dass sie als Gruppe einem Stück immer noch das gewisse Etwas verpassen. «Es muss nach den Reppischfägern tönen», meint er. Denn es sei so, dass es viele Guggenmusiken gäbe, die oftmals an denselben Orten die Noten erwerben. In der Folge klinge dann auch alles gleich, das möchte er vermeiden. Eine kreative Herausforderung sei es in seinem Amt deshalb, zusätzliche Reppischfäger-Töne reinzubringen. «Diese sind dann eher laut, leise zwar manchmal auch, aber das sei schwieriger», meint er lachend.

Bevor Lutz dieses Amt übernahm, spielte er am Schlagzeug und hatte die rhythmische Leitung inne. Beim Erzählen erstaunt es ihn gleich selber, dass er seit 2005 Teil der Guggenformation ist, die ihr 40-Jahr-Jubiläum im ehemaligen Kino Capitol 2016 feierte. Aufgewachsen ist Lutz in Spreitenbach, bevor es ihn vor neun Jahren und über Umwegen zurück in die Region und nach Dietikon zog. Tätig ist er in einer Grosshandelagentur im Bereich Inneneinrichtung in Zürich. Auch seine Kinder sind bereits Teil der Guggenmusik und erhielten in diesem Jahr ebenfalls ein neues Gewand.

Bunte Gesichter, ein Umzug und natürlich ganz viele Konfetti 2018.

Bunte Gesichter, ein Umzug und natürlich ganz viele Konfetti 2018.

Die Reppischfäger decken sich alle zwei Jahre mit neuen Kostümen ein. «Ich muss meinem noch den letzten Schliff verpassen», sagt Lutz. Bis zu 10000 Franken kostet das Material für die Neuanschaffungen. Die Näharbeiten selbst werden intern verteilt. «Die Arbeiten und Kosten, die bei einer Gugge anstehen, werden gerne unterschätzt», sagt er. Es brauche deshalb ein gutes Zusammenspiel mit allen Beteiligten und es müsse eine Freizeitbeschäftigung sein, die vor allem Spass mache.

Die Reppischfäger spielen erstmals am eigenen Anlass

Insgesamt vierzig aktive Mitglieder hat die hiesige Guggenmusik. «Wir haben eine super Struktur und Traditionen, die wir pflegen», führt Lutz weiter aus. Der soziale Zusammenhalt sei stark, aber wer wissen wolle, was die Gruppe ausmache, der müsse sie auch einmal gehört haben, meint er. Eine Gelegenheit bietet sich am Abend, denn zum ersten Mal werden sie auch an ihrem eigenen Anlass, der A-Trinkete, auftreten: «Es wurde schon oft gewünscht, aber es war organisatorisch nicht ganz einfach. In dieser Zeit muss ja trotzdem weiterhin serviert und die verschiedenen Posten besetzt werden.»

Am Samstagabend folgt mit dem Reppischfägerball bereits der nächste Fasnachtsabend, inklusive einer Maskenprämierung. Gemeinsam werden sie vom Guggenlokal starten. Dieser Raum sei als Basis immens wichtig geworden und ihr kleines Bijou. Der «Dschinn» dürfte sich im Verlauf des Abends irgendwann zum richtigen Gin verwandeln, meint er.

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Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

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