Dietikon
«Es ist Zeit, dass endlich etwas geschieht»: Grüne lancieren Velo-Initiative

Zusammen mit zwei Verbänden wollen die Grünen Dietikon den städtischen Langsamverkehr.

Gabriele Heigl
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Sowohl Velofahrer als auch Fussgänger haben es nicht immer leicht in Dietikon. Nach dem Willen der Grünen soll sich das jetzt ändern.

Sowohl Velofahrer als auch Fussgänger haben es nicht immer leicht in Dietikon. Nach dem Willen der Grünen soll sich das jetzt ändern.

Sarah Serafini

Es wird bei der Stadt schon lange darüber gesprochen, dass man beim Langsamverkehr etwas machen muss. Nur passiert ist leider sehr wenig bis gar nichts. Es ist Zeit, dass endlich etwas geschieht.» Andreas Wolf, Präsident der Grünen Dietikon und Vorstandsmitglied des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) Sektion Zürich, ist Mitglied des Initiativkomitees der kommunalen Volksinitiative «Sicher und entspannt zu Fuss und per Velo durch Dietikon».

Die Grünen Dietikon starteten die Initiative zusammen mit den Verbänden VCS und Pro Velo. Das Ziel: den Langsamverkehr durch die Bereitstellung eines Rahmenkredits von zwei Millionen Franken bis 2030 zu fördern, zu verbessern und sicherer zu machen. Weitere Urheber sind die Dietiker Gemeinderäte der Grünen Beat Hess, Catalina Wolf-Miranda und Lucas Neff, sowie Daniela Felber Sanchez und Verena Wyler. Bis zum 8. März gilt es, mindestens 500 Unterschriften zu sammeln.

«Alle profitieren»

Vor etwa einem Jahr hatten die Grünen die Dietikerinnen und Dietiker gefragt, in welchen Bereichen sie Handlungsbedarf in ihrer Stadt sehen. «Dabei wurde das Thema Verkehr und hier speziell der Fuss- und Veloverkehr immer wieder genannt», so Wolf. «Also haben wir beschlossen, uns dem anzunehmen.» Die Chancen für die Initiative sieht er als gut an, vor allem auch deswegen, weil sie für keine Bevölkerungsgruppe Nachteile mit sich bringe. In der Initiativ-Begründung heisst es: «Nicht nur Fussgänger und Velofahrer profitieren von verbesserten Bedingungen. Auch alle anderen Einwohnerinnen und Einwohner profitieren von sauberer Luft und weniger Lärm, sowie das Gewerbe von mehr Laufkundschaft.» Der Grüne ist überzeugt: «Ich denke nicht, dass wir auf grossen Widerstand stossen.» Dennoch werde es für seine kleine Partei einen Effort brauchen, die Unterschriften zusammen zu bekommen.

Mit der Förderung des Langsamverkehrs wollen die Grünen den kommenden Verkehrsherausforderungen im Raum Limmattal begegnen. Gemäss Prognosen des Agglomerationsprogramms werden Bevölkerung und Verkehr in den nächsten Jahren weiterhin wachsen. Zur Bewältigung des Wachstums will man auf einen höheren Anteil öV, Fuss- und Veloverkehr setzen. In der Begründung zur Initiative heisst es: «Es ist erwiesen, dass ein sicheres und einladend gestaltetes Routennetz am meisten dazu beiträgt, dass das Velo oder die eigenen Füsse als Verkehrsmittel gewählt werden. Dabei ist vor allem für Kinder und Jugendliche beziehungsweise deren Eltern, sowie für ältere Personen die Sicherheit das wichtigste Kriterium.» Besonders das Thema Sicherheit ist den Initianten ein Anliegen genau wie die Verkehrsverbindungen im Zentrum. Wolf: «Dort funktionieren die Verbindungen nicht oder nicht durchgehend.» Auch ausreichend Velo-Abstellmöglichkeiten seien wichtig.

Betrag mit Verwaltung abgestimmt

Bei der Umsetzung könne sich die Stadt an das bereits bestehende, von ihr erarbeitete Gesamtverkehrskonzept stützen, in dem viele wichtige Projekte für den Fuss- und Veloverkehr festgehalten seien. Der Rahmenkredit soll die Umsetzung der dort aufgelisteten Massnahmen bis 2030 gewährleisten. Im Begehren wird dem Stadtrat ausdrücklich die Entscheidungsbefugnis über die Verwendung der Gelder überlassen. Wolf: «Es kommt nicht so darauf an, wo man loslegt. Wir wollen der Stadt genügend Handlungsspielraum geben, damit sie die Projekte pragmatisch angehen kann und beispielsweise dort etwas umsetzt, wo sowieso gerade Strassen- oder Belagsarbeiten stattfinden.»

Nun sind im Strassenbau zwei Millionen Franken verteilt über zwölf Jahre nicht viel Geld. Den Betrag haben die Initianten allerdings nicht willkürlich gewählt, sondern sich mit der Stadtverwaltung abgestimmt. Um die Massnahmen des Konzepts umzusetzen, seien zwei Millionen ausreichend, hiess es von städtischer Seite. «Wir wollten einen möglichst realistischen Betrag», so Wolf, schliesslich sei die Stadt finanziell nicht auf Rosen gebettet.