Mein Ding: Flag Football
«Es ist wie Football ohne Körperkontakt»: Sie brennt für Flag Football

Die Dietikerin Xenia Burkard spielt schon seit zwei Jahren erfolgreich im Frauenteam ASVZ Firebirds. Nächstes Jahr wird sie ausserdem mit der Schweizer Nationalmannschaft bei der WM in Spanien antreten.

Carmen Frei
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Xenia Burkard hofft, dass die Flag-Football-Liga in der Schweiz weiterwächst..

Xenia Burkard hofft, dass die Flag-Football-Liga in der Schweiz weiterwächst..

Britta Gut

Zum Flag Football kam Xenia Burkard über Kollegen aus dem Studium. «Ich habe wie viele andere die Spiele der National Football League angeschaut», sagt die Dietikerin. «Ich wollte das dann auch ausprobieren.» Über die ETH und den Akademischen Sportverband Zürich (ASVZ) kam sie auf den Flag Football. Burkard beschreibt die Sportart als Kombination aus American Football und Affenfangis. «Es ist wie Football ohne Körperkontakt», erklärt sie. Die Spielerinnen und Spieler tragen einen Gürtel, an dem sich Bändel befinden. Statt mit einem Tackle wie im American Football ­werden die Spielenden mit dem Entreissen des Bändels ­gestoppt.

Von Anfang an in der Frauenliga mit dabei

Burkard hat durch Zufall den ­Beginn der Frauenmannschaft beim ASVZ miterlebt. «Ich war bei meinem ersten Training und der Leiter kam auf mich zu», sagt sie. Er nahm an, sie sei wegen des geplanten Frauenteams dort und so führte eines zum andern. Das sei damals auch der Beginn der Frauenliga in der Schweiz gewesen.

Seit November 2018 spielt Burkard im Frauenteam ASVZ Firebirds. Mit dem Team bestritt sie bereits zwei Spielsaisons, beide Male mit Erfolg: «Wir sind zweimal Schweizer Meister geworden.» Die Liga sei aber noch klein. In der Nationalliga der Frauen spielen im Moment fünf Teams. Die Überschaubarkeit der Liga sieht Burkard auch positiv. «Das bedeutet, dass alle aus der Schweiz an einem Spieltag zusammenkommen», sagt sie. «Dadurch entsteht ein super Zusammenhalt.»

«Ich kann mir das noch gar nicht vorstellen. Bei den Try-outs konnten wir keinen einzigen Spielzug spielen und in einem Jahr werden wir gegen das Amerikanische Frauenteam antreten.»

(Quelle: Xenia Burkard)

Vor etwa drei Wochen fanden zudem die Try-outs für die neue Schweizer Frauennationalmannschaft statt. Burkard wird mit der Mannschaft nächsten Oktober an der WM in Spanien teilnehmen. «Ich kann mir das noch gar nicht vorstellen. Bei den Try-outs konnten wir keinen einzigen Spielzug spielen und in einem Jahr werden wir gegen das Amerikanische Frauenteam antreten.» Denn das Training in Zeiten von Corona gestaltet sich anders als sonst. «Wir trainieren noch mit dem Ball, aber ohne Spiel», erklärt Burkard. Beim Flag Football sei wichtig, dass man korrekt renne. Das könnten sie nun gezielter trainieren.

Burkard beobachtet eine steigende Popularität von ­American Football und somit auch von Flag Football in den letzten Jahren. Zuvor sei der Sport vor allem in den USA bekannt gewesen. Dies ändere sich langsam. «Im Rahmen der MS Sportcamps konnten wir dieses Jahr auch Flag Football als Sport vorstellen», sagt sie.

Gespannt auf den internationalen Vergleich

Burkard hofft, dass die Liga weiterwächst. «Es wird interessanter, wenn mehr Gegner dazukommen», sagt sie. Auch auf den internationalen Vergleich im nächsten Jahr freut sie sich. «Gegen die Männerteams sind wir jeweils noch klar unterlegen. Mit der Frauennationalmannschaft gegen andere nationale Frauenteams zu spielen hilft für die Einordnung.» Im neu geformten Nationalteam findet sie die Durchmischung spannend. «Im Moment spielen wir immer im gleichen Team. Ich bin gespannt, wie es im Nationalteam wird», sagt sie. Dort müssten sich die Spielerinnen zuerst zusammenfügen.

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