Die Interessen von Naturschützern und dem Uto-Kulm-Gastronomen Giusep Fry stehen sich diametral gegenüber – zumindest, wenn es um die Benutzung des Zürcher Hausbergs geht. Nun steht jedoch fest, was auf der Bergspitze erlaubt ist und was nicht. Denn gestern veröffentlichte die Baudirektion die festgesetzte und überarbeitete Version des Gestaltungsplans «Uto Kulm».

Insgesamt 27 Einwendungen waren bei der öffentlichen Auflage Ende 2015 gegen den Plan eingegangen. Doch nun soll eine für alle Beteiligte zufriedenstellende Lösung gefunden worden sein. Laut Wilhelm Natrup, Kantonsplaner beim Amt für Raumentwicklung, seien sicherlich nicht alle Parteien zu 100 Prozent zufrieden. «Doch ist dies der grösste gemeinsame Nenner.» Dies sind die wichtigsten Neuerungen.

  • Beleuchtung: Es wird dunkler auf dem Üetliberg. Dies, weil der Natur- und Heimatschutz im vergangenen Frühjahr ein Gutachten veröffentlicht hatte, in welchem sich zeigte, dass die Beleuchtung eine Gefahr für Vögel und Insekten darstellt. So darf künftig am Aussichtsturm nur noch eine Sicherheitsbeleuchtung angebracht werden. Die Weihnachtsbeleuchtung zwischen November und Januar bildet dabei eine Ausnahme. Diese muss jedoch ausserhalb der Fahrzeiten der SZU-Bahn ausgeschaltet werden.
  • Erlaubte Bauten: Die Glaskonstruktion der Terrasse, die Giusep Fry illegal erstellte und 2014 abreissen musste, darf nicht wieder erstellt werden. Zwar dürfen temporäre Bauten und Anlagen aufgestellt werden, ergänzt wurde, dass es sich dabei um Zelte und Holzhütten handeln darf. Beim Aussichtsturm oder näher am Hotel ist der Bau eines Kiosks erlaubt.
  • Lautstärke: Neu sind ebenfalls maximale Schallwerte festgelegt, die bei Veranstaltungen eingehalten werden müssen. Darüber hinaus wurde ein Antrag der Gemeinde Stallikon in den Gestaltungsplan aufgenommen, wonach diese über temporäre Anlässe im Aussenrestaurant sieben Tage im Voraus informiert werden muss. Anzahl und Art der Anlässe im Aussenbereich sind jedoch gleich geblieben wie im Entwurf. Jährlich sind dies vier grössere, wie etwa das Oktoberfest.
  • Helikopter und WCs: Private Helikopterflüge, die früher erlaubt waren, sind neu verboten. Für die Benutzung des Aussichtsturms und der WCs darf Giusep Fry weiterhin Gebühren erheben.

Rekurs ist wahrscheinlich

Nichts geändert hat sich an einem der zentralen Begehren des Vereins Pro Üetliberg, der auf eine drastische Senkung der jährlich 4000 erlaubten Fahrten pochte. Doch dies ist nicht der einzige Aspekt, den Präsidentin Margrith Gysel kritisiert: «Auch die Vielzahl an Veranstaltungen und die damit einhergehende Lärmemission sind uns ein Dorn im Auge», sagt sie auf Anfrage. Auch dass die Aussichtsplattform für Veranstaltungen teils abgesperrt werden darf, missfällt ihr. «Ich sehe jedoch auch ein, wie schwierig es für das Hochbaudepartement sein muss, solch unterschiedliche Vorstellungen zu verheiraten.» Sie lobt die neuen Beleuchtungsvorschriften als eine grosse, positive Überraschung. Wie der Verein nun weiter vorgehen wird, zeigt sich kommende Woche. Dann findet eine Vorstandssitzung statt.

Zurzeit wird am Üetliberg fleissig geschlittelt. Hier noch ein paar Impressionen:

Über seinen Sprecher, Benjamin Styger, liess der Uto-Kulm-Gastronom Fry gestern ausrichten, dass man mit dem neuen Gestaltungsplan nicht glücklich sei. «Von einem Rekurs sehen wir jedoch ab, da Herr Fry will, dass auf dem Berg Ruhe einkehrt», so Styger.
Die Veröffentlichung des Gestaltungsplans gibt auch Klärung bezüglich des Üetliberg-Fahrregimes samt Kontrollsystem beim ehemaligen Schülerheim, das die Gemeinde Uitikon im vergangenen April startete. Gegen die Verkehrsanordnung reichten Anwohner wie auch Pro Üetliberg Rekurs ein, da diese unter anderem die im Gestaltungsplan vermerkten Höchstfahrtenzahlen vorwegnehme, hiess es Ende November. Der Uitiker Sicherheitsvorstand Patrik Wolf (FDP) zeigte sich gestern zufrieden, dass der Gestaltungsplan nichts an der Gesamtsituation geändert hat und es bei den 4000 Fahrten bleibt. «Wir sind auf dem richtigen Weg mit unserem System», so Wolf.

Die Querelen um die Nutzung der Üetliberg-Spitze dauern schon lange an. Teile des Bergs sind im nationalen Inventar für schützenswerte Landschaften vermerkt und seit 1911 besteht ein Fahrverbot. Mit Open-Air-Kino-Veranstaltungen, zu vielen Autofahrten direkt vor das Hotel und illegal erstellten Bauten rief Fry Naturschützer auf den Plan. Allen voran den Verein Pro Üetliberg. Der im 2012 erlassene Gestaltungsplan hätte die ausserhalb der Bauzone erstellten Gebäude im Nachhinein legalisiert. Zahlreiche Rekurse von Umweltverbänden gingen dagegen ein, da im Gestaltungsplan zu wenig Rücksicht auf die Natur genommen werde. So sah es auch der Gesamtregierungsrat, der das Papier zurück an die Baudirektion sandte. Die überarbeitete Version lag Ende 2015 öffentlich auf. Die nun veröffentlichte, bereinigte Version liegt während 30 Tagen auf. Bleiben Rekurse aus, tritt sie ab Februar in