Uitikon
«Es ist ein Privileg, in einem so sicheren Land zu leben»

André Blattmann, der höchste Hüter der Schweiz, richtet lobende, aber auch fordernde Worte zum 1. August an die Besucher auf dem Bosshard-Hof.

Lina Giusto
Merken
Drucken
Teilen
Die Trachtengruppe schwingt Tanzbein
12 Bilder
Es darf getanzt werden in Uitikon.
Der Text der Nationalhymne auf dem Rücken kann auch entzücken.
Die Harmonie Birmensdorf spielt einen musikalischen Gruss.
Die Feier zum 1. August wird eröffnet.
Ehrengast André Blattmann mischt sich unter die Gäste.
Hoher Besuch in Uitikon
Fredy Lienhard bedankt sich bei André Blattmann.
Die Feier in Uitikon ist gut besucht.
André Blattmann mischt sich unter die Gäste.
André Blattmann mischt sich unter die Gäste.
André Blattmann bei seiner Ansprache.

Die Trachtengruppe schwingt Tanzbein

Limmattaler Zeitung

«In der Schweiz gab es seit 170 Jahren keinen Krieg, das ist nicht Gott gegeben», eröffnet Chef der Armee André Blattmann seine 1. August Rede in Uitikon. Sichtlich beeindruckt von seiner soeben zurückgekehrten Reise nach Belgrad spricht Blattmann zu den Gästen auf dem Hof der Familie Bosshard in Ringlikon: Es sei ein Privileg, in einem so schönen und sicheren Land leben zu können. Damit bedankt sich André Blattmann bei den Milizsoldaten der Schweizer Armee. Spezieller Dank gebühre den 58 aktuell in der Armee eingeteilten Bürger von Uitikon, wie auch den sechs Uitiker, die gerade die Rekrutenschule besuchen.

Ehrende Worte richtete Blattmann auch an den anwesenden ehemaligen Alt Korpskommandant Rolf Binder. «Er ist einer meiner grossen Vorbilder. Ich war Zugführer als ich ihn kennenlernte. Bei Rolf Binder habe ich gelernt, was menschenorientierte Führung heisst und dafür bin ich dankbar», lobt André Blattmann den ehemaligen Ausbildungschef der Schweizer Armee.

«Sound of Freedom»

Moderne Sicherheit ist dem Armeechef ein grosses Anliegen. «Jede Generation hat dazu beigetragen, dass wir in der Schweiz sicher sind», sagt Blattmann. Heute müsse Verteidigung aber breiter verstanden werden als früher. Die Gefahr komme nicht mehr mit dem Panzer über die Grenze. «Die Kampf um die Halbinsel Krim hat mit einer Cyberattacke begonnen», führt der Chef der Armee weiter aus. Dabei verweist er die wichtigsten Versorgungspunkte der Schweiz wie dem Flughafen Zürich, dem Stellwerk in Olten, Swissgrid und sonstigen Verteilzentren, die Angriffspunkte für solche Attacken sein könnten. Damit betont Blattmann die Bedeutung der Schweizer Armee in Notfällen.

André Blattmann, Chef der Armee

«Bei Rolf Binder habe ich gelernt, was menschenorientierte Führung heisst.»

Damit der Schutz gewährleistet werden könne, müsse geübt werden, damit die Armee für solche Situationen vorbereitet sei. «Wenn sie Schüsse aus Richtung Birmensdorf hören, danke ich ihnen dafür, dass sie dies hier in Uitikon als ‹Sound of Freedom› hinnehmen», sagt Blattmann und sorgt damit für ein Schmunzeln bei den Gästen.

Blattmann plädierte für die Mobilmachung der Schweizer Armee, die Dezentralisierung und Regionalisierung, eine verbesserte Kaderausbildung und gute Ausrüstung. Dennoch gebe es Sicherheit und Freiheit in der Schweiz nicht nur wegen der Armee, sondern auch dank der Selbstverantwortung der Bürger. Auf diese und die Schweiz erhebt Blattmann abschliessend das Glas - zum Wohl.