Still ist es im grossen Saal des Üdiker-Huus, als Cellistin Romana Kaiser und Pianist Guillaume Moix ihre Plätze einnehmen und nochmals die Notenblätter ordnen. So still, dass man Kaiser beim energischen Einatmen zuhören kann, als der erste Ton erklingt – denn sie spielt mit vollem Körpereinsatz und viel Leidenschaft. «Genau das liebe ich am Cello», verrät die Uitikerin. Die Nähe zum Instrument habe sie schon immer fasziniert: «Es ist, als ob ich das Cello umarmen würde. Der Klang ist am ganzen Körper spürbar», sagt die 24- Jährige, die am Tag des Konzerts auch noch ihren Geburtstag feierte. Und an diesem besonderen Tag gibt es für die junge Cellistin nichts Schöneres, als ein Konzert in ihrem Wohnort zu spielen. Sogar ihre kurzen Semesterferien hat die Studentin für Organisation und Vorbereitung geopfert, denn zurzeit studiert die mehrfache Preisträgerin – nach abgeschlossenem Masterstudium – in London weiter: «Mir ist es sehr wichtig, dass ich den Kontakt zu den Uitikern aufrechterhalte und mich hier engagiere», sagt sie.

Und das Publikum würdigt die junge Cellistin auf seine Art – nämlich mit grossem Applaus und zahlreichem Erscheinen – und das trotz Sonnenschein und Grillwetter. Nach Stücken von Schuhmann und Brahms applaudierten die Uitiker frenetisch. Auch Pianist Guillaume Moix wird nach seinem Solo-Rezital überschwänglich gefeiert und gelobt. Kaiser und Moix kennen sich von der Zürcher Hochschule der Künste, wo sie gemeinsam studierten. Beide haben ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und stehen schon seit fünf Jahren immer wieder gemeinsam auf der Bühne. Dass die Beiden vertraut miteinander sind, wird deutlich: Die Töne sitzen, das Timing der Einsätze funktioniert auch ohne Augenkontakt hervorragend. Wie viel Übung dahinter steckt, wird jedoch erst klar, als Kaiser von ihrem Alltag erzählt: «Zur Zeit spiele ich täglich sieben bis acht Stunden» – das viele Üben gehört jedoch schon seit 19 Jahren zu ihrem Alltag, denn die Uitikerin entdeckte ihre Begeisterung fürs Cello im zarten Alter von sieben Jahren. «Ich war mit meinen Eltern an einem Hauskonzert von einem Bekannten», erzählt sie. «Ich wollte unbedingt auch lernen, das Cello zu spielen. Also schenkte er mir ein kleines Kindercello, dass ich danach nicht mehr aus den Händen gan.»

Und so verschrieb die Uitikerin ihr Leben schon in jungen Jahren der Musik: «Es war die richtige Entscheidung, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen.» Deshalb wolle sie auch anderen Jugendlichen und Kindern den Zugang zur klassischen Musik eröffnen: «Letzthin habe ich ein kleines Konzert im Primarschulhaus in Uitikon gegeben. Deswegen sind auch ein paar Schüler hier.» Auch eine Konzertreihe hat sie mit der Kulturkommission auf die Beine gestellt, bei der auch andere Nachwuchsmusiker Bühnenluft schnuppern dürfen. Und vielleicht entdeckt dort der eine oder andere junge Zuschauer ebenfalls seine Leidenschaft für die klassische Musik.