Oetwil

Es gibt Dinge, die ändern sich nicht: Das Kellerfest feierte 45. Jubiläum

Das traditionsreiche Kellerfest ging sage und schreibe in die 45. Runde und lud wieder Gross und Klein zum gemeinsamen Feiern, Staunen und Essen ein

Bereits vor der Eröffnung lässt sich erahnen, was der OK-Präsident Michal Felt kurze Zeit später bestätigen wird: «Ich müsste ein riesiges Buch schreiben», erzählt er bezugnehmend auf all die Ereignisse, die seit je an diesem Ort stattgefunden hatten. An der Wand neben dem Eingang der Dorfschüre hängen Kinderporträts aus jener Zeit. Neugier liegt in der Luft, ist deutlich spürbar aus dem kleinen Kreis, der sich davor gebildet hat.

«Du könntest Thomas sein», lässt sich jemand vernehmen. «Dich hätte ich nicht mehr erkannt.» Da stehen die Menschen nun, die vor vierzig Jahren gemeinsam in der Klassenbank sassen, und tauschen sich über die verschiedenen Lebenswege aus, die aus diesem Dorf hervorgingen. Alle eingeladen, um danach gemeinsam den Apéro und die Stimmung des Festes zu geniessen. Ein Fest, das auch sie damals erkundet hatten. Ebenso um den Dorfkern und den Lindenbaum flanierend und wahrscheinlich mit einer ebenso grossen Anziehungskraft zu dem Stand mit den Süssigkeiten eilend, genauso wie die Kinder heute.

Kulinarisch lässt das Oetwiler Dorffest keine Wünsche offen. Beim Rundgang lassen einem die verschiedensten Düfte nur so das Wasser im Mund zusammenlaufen. Raclette, Fleischspiesse oder ein Teller Risotto sind zu haben. Die Qual der Wahl, wobei das Fest zwei Tage dauert und sich somit genug Zeit bietet, alles, was da meist von freiwilligen Helfern angeboten wird, zu geniessen.

Weiter unten ertönt ein lautes «zicke zacke hoi hoi hoi». Im überdachten Festzelt sitzen die Leute dicht gedrängt auf den Festbänken und lassen sich von musikalischen Party-Klassikern wie «Marina, Marina» oder «Kiosk» mitreissen. Für modernere Drinks und weiteres Verweilen lädt die aufwendig geschmückte Caipirinha-Bar ein.

Feuer und Flamme sind an diesen zwei Tagen nicht nur die Besucher. Zum Höhepunkt finden sich an beiden Tagen um 21 Uhr die Leute in der schmalen Schmittengasse zusammen. «Nicht zu Hause nachmachen», sagt der eingeladene Künstler, und als er mit Seilspringen beginnt, einem Seil aus Feuer natürlich, gibt es entsprechend warmen und tosenden Applaus. So manch faszinierte Augen leuchten auf, wenn die riesigen Flammen die angebrochene Nacht beleuchten und wenn bereits am nächsten Tag wieder die Schaukelschiffe bereit stehen, aus fröhlichen und geschminkten Kindergesichtern ein Lachen oder aus dem Festzelt eine heitere Stimmung hervorgeht, dann spricht dieses Fest wieder einmal für sich.

Auch in diesem Jahr erwies sich das Kellerfest als gelungen. Es gibt eben Dinge, die ändern sich nicht.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1