Zum 30. Mal

«Es geht nicht nur ums Geldsammeln»: Dietiker Sternsinger ziehen von Tür zu Tür

Die Sternsinger von Dietikon sind bald wieder unterwegs. Im Bild die Sternsinger im Jahr 2015.

Die Sternsinger von Dietikon sind bald wieder unterwegs. Im Bild die Sternsinger im Jahr 2015.

Die Dietiker Sternsinger sind dieses Jahr zum 30. Mal unterwegs. Am Ursprung der Geschichte stand ein Weihnachtsessen.

Bald ziehen sie wieder von Tür zu Tür – die Dietiker Sternsinger. Dieses Jahr wird es bereits das 30. Mal sein. Am Sonntag werden die rund zwei Dutzend Kinder am Familiengottesdienst in der katholischen Kirche St. Agatha für ihren Dienst gesegnet. In fünf Gruppen sind sie dann von Weihnachten bis zum 12. Januar unterwegs.

Ihren Anfang nahm die Geschichte der Dietiker Sternsinger an einem Weihnachtsessen 1987. «Bei einem ausgiebigen und feinen Nachtessen kam uns der Gedanke an die vielen armen Kinder, die es auf dieser Welt gibt. Und da beschlossen wir, dass wir diesen Leuten helfen wollten», sagt Mitgründerin Marie-Louise Fürst.

Zusammen mit Regula Fürst, sowie ihren engen Freunden Diego, Claudia und Pietro Alemanni, gründete sie die Dreikönigs-Gesellschaft. Mit tatkräftiger Unterstützung konnten die ersten Sternsinger bereits am 6. Januar 1988 von Haus zu Haus ziehen. Ihre Kostüme waren damals von Hand genäht und die Schildchen für die gesegneten Häuser aus Holz. Auch der Stern, der jedes Jahr mit von der Partie ist, wurde damals in Windeseile geschreinert. «Wir haben in den vergangenen 30 Jahren Tausende von Franken gesammelt. Vor allem für das Projekt Novo Movimento von Pater Reginald», sagt Fürst.

Weihnachtsbäume aus PET-Flaschen

Vom mittlerweile verstorbenen Pater Reginald, einem Zürcher Pfarrer, gegründet, versucht das Hilfswerk, Kindern und Jugendlichen in den Favelas von São Paulo eine Schulbildung und ein menschenwürdiges Heranwachsen zu ermöglichen. Nicht nur Pater Reginald, der den heutigen Dietiker Pfarrer Adrian Sutter getauft hatte, verbrachte viel Zeit in den Favelas. Auch die Mitgründerin der Dietiker Sternsinger, Claudia Perazza-Alemanni, war schon dort. «Es war wunderschön. Ich war vor einiger Zeit an Weihnachten dort und fand es unglaublich», sagt sie. «Die Kinder haben einen Weihnachtsbaum aus weggeworfenen PET-Flaschengebastelt und sich darüber gefreut.» Die Sternsinger von Dietikon teilen auch dieses Jahr die erhaltenen Spendengelder auf. Ein Teil geht an Novo Movimento und ein weiterer Teil geht an Missio, ein katholisches Hilfswerk, das Gelder für beeinträchtigte Kinder in Peru sammelt.

Auch die katholischen Kirchgemeinden Geroldswil, Urdorf und Birmensdorf-Aesch-Uitikon senden dieses Jahr Sternsinger aus. Dabei kommt es zu einer Premiere. Die Kirchgemeinde Birmensdorf-Aesch-Uitikon geht gemeinsam mit der reformierten Gemeinde auf Spendensuche. Am 6. Januar findet ein ökumenischer Gottesdienst statt, dann werden die Sternsinger ausgesandt.

«Es geht nicht nur ums Geldsammeln», sagt Kurt Steiner, Gemeindeleiter der katholischen Kirchgemeinde Birmensdorf. «Es kommt gut an, vor allem ältere Leute haben grosse Freude an den singenden Kindern. Es bewirkt auch etwas für unsere Gemeinschaft», sagt er.

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