Urdorf
«Es geht gruselig-schaurig zu und her»: Der Zeremoniemeister sagt, was an der grössten Zürcher Fasnacht läuft

Zeremoniemeister Daniel Leutwiler und die ganze Clique Schäflibach haben sich so einige neue Attraktionen für die Urdorfer Fasnacht überlegt: berühmte DJs, Schlagerstars und das neue Trio Konfetti zum Beispiel. Doch die grosse Frage ist: Wer wird Schirmherr?

David Egger
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Zu Besuch in der Schäflibach-Cliquenstube
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Die Cliquenstube ist auch ein kleines Fasnachtsmuseum. Die vielen Plaketten zeigen, wie viel Geschichte in der Clique steckt.
Gegründet wurde die Schäflibach-Clique im Jahr 1964 im damaligen Urdorfer Restaurant Frohsinn. Im Restaurantgebäude ist Daniel Leutwiler aufgewachsen.
Gründungsmitglied war Karl Leutwiler, der Vater von Daniel Leutwiler.
In der Cliquenstube könnte man sich stundenlang umsehen.
Auch diese Grasshopper-Figur ist in der Cliquenstube zuhause: 1981 hat sie der damalige GCZ-Präsident und Schirmherr Karl Oberholzer der Clique Schäflibach geschenkt.
Ihre eigene Liegenschaft hat die Clique Schäflibach seit dem Jahr 2005.
Dazu gehört auch der Heuboden, der Versammlungssaal der Clique, standesgemäss mit einem prächtigen Urdorfer Ur an der Wand.

Zu Besuch in der Schäflibach-Cliquenstube

SEVERIN BIGLER

Tipp für Eilige: Zuunterst finden Sie die Details zum Urdorfer Fasnachtsprogramm.

In ihrer Cliquenstube haben die drei Präsidenten und neun Vorstandsmitglieder der Clique Schäflibach schon so manches ausgeheckt. Aber angefangen hat alles im ehemaligen Urdorfer Restaurant Frohsinn, wo Karl Leutwiler und Fritz Zubler 1964 den Grundstein für die Clique legten. Im Haus des Restaurants ist Karl Leutwilers Sohn Daniel aufgewachsen. Der gelernte Maschinenmechaniker ist heute 48 Jahre alt und als Zeremoniemeister auch einer der Präsidenten der Clique. Heute noch trägt er auf Wunsch seines Vaters dessen Cliquengründeruniform. Die Limmattaler Zeitung durfte kürzlich in die Stube reinschauen, die sich die Clique 2005 an der Bernstrasse eingerichtet hat. Wir waren umgeben von Fasnachtsplaketten aus nah und fern, deren Geschichten zusammen Bibliotheken füllen würden.

Zeremoniemeister Daniel Leutwiler, kommen wir gleich zur Frage, die nur vier Personen beantworten können: Wer wird dieses Jahr Schirmherr?

Daniel Leutwiler: Das bleibt auch dieses Jahr das bestgehütete Geheimnis. Aber die Gerüchteküche brodelt wieder wie wahnsinnig. Umso mehr freuen sich alle auf die Schirmherr-Inthronisation am Samstag.

Schirmherr zu sein, ist eine grosse Ehre. Darf man diese überhaupt ablehnen?

Das hat es auch schon gegeben. Denn das Schirmherrenamt ist eine grosse Verpflichtung, weil man als Fasnachtsoberhaupt die ganze Fasnacht dabei sein sollte, um die Clique Schäflibach und die Urdorfer Fasnachtskultur entsprechend repräsentieren zu können. Der Schirmherr ist mit mir zwei Monate lang in der Schweiz und in Deutschland unterwegs, manchmal auch unter der Woche, zum Beispiel bei den Aargauer Fasnachtskollegen im Reuss- und im Seetal, und dann kommt noch die Urdorfer Fasnacht. Das Programm lässt sich sehen.

Mehr zum aktuellen Schirmherr Stephan Bohnenblust finden Sie hier.

War das schon immer so?

Nein, früher wars anders. Da eröffnete der Schirmherr die Urdorfer Fasnacht und das wars. Auch Berühmtheiten waren dabei, so etwa Roger Schawinski. Und sehen Sie dort die kleine Grasshopper-Figur? Die ist von Karl Oberholzer, der 1981 nicht nur GCZ-Präsident, sondern auch Schirmherr war.

Und wer wird es 2018? Diese Frage dürfte viel Volk an die Inthronisation beim Embriareal locken. Haben Sie auch an den anderen Fasnachtstagen viel Neues zu bieten? Dem Fasnachtsfreitag lief es zuletzt nicht so.

Am Fasnachtsfreitag trat die letzten zwei Jahre die Band Chue-Lee auf. Im zweiten Jahr haben wir gemerkt, dass deren Hype vorbei ist. Jetzt haben wir mit Melissa Naschenweng und Almklausi zwei junge, in der Szene bekannte Schlagerstars. Almklausi ist ein Mallorca- und Ballermann-Star und Naschenweng ist ein Schlagersternchen – wie Beatrice Egli, einfach mit dem Österreicher Charme. Damit bieten wir den Gästen etwas Spezielles, ein Zückerchen für alle, die auf Schlager und Après-Ski stehen. Im Mittelpunkt stehen aber die Fasnacht, der Tanz und die Unterhaltung mit den Grafenbergern und vor allem die Guggenmusiken.

Wie sieht es beim Umzug aus?

Es haben sich 64 Gruppen angemeldet, was 1600 Teilnehmern entspricht. Der rund zweistündige Umzug ist und bleibt ein Highlight, an dem man sieht, dass wir die grösste Zürcher Fasnacht sind. Nur Bassersdorf kann mit uns mithalten. Mit dem diesjährigen Fasnachtsmotto «Uf de Geisterbahn» ist zudem klar: Es geht gruselig-schaurig zu und her.

Dieses Jahr wird die Uslumpete zudem zur Lollipop-Party. Wie das?

Die DJs Käpten Lollipop und Wollana spielen ja schon lange im Zürcher X-tra. Aber an einer Fasnacht haben sie noch nie aufgespielt. Wir haben sie einfach angefragt und sie fanden es cool. Das wird richtig Rambazamba. So jagen wir der Uslumpete eine Vitaminspritze rein und hoffen, sie wieder zu beleben, auch mit Publikum, das wir bisher nicht erreichten. Neu ist zudem, dass in der Woche zuvor drei junge Cliquenmitglieder den Heimkehrerball im Comedy-Stil moderieren. Die werden mit vielen Lachern Pep in den Abend bringen. Auch für die kommenden Jahre haben wir viele neue Ideen. Es ist ein Glück, das wir 2017 fünf neue Mitglieder im Alter zwischen 20 und 35 Jahren für den Vorstand gewinnen konnten. Denn nur so kann es stetig weitergehen mit einer tollen farbenfrohen Urdorfer Fasnacht.

Wer, was, wann, wo, wie viel: So feiern die Urdorfer Fasnächtler 2018

Samstag, 20. Januar 2018:

- Inthronisation des Schirmherrn

Um 14 Uhr startet auf dem Urdorfer Embriareal die Festwirtschaft. Um Punkt 15 Uhr geht es dann so richtig los mit den Böllerschüssen. Danach spielen vier Guggenmusiken zusammen den Fasnachtsmarsch, bevor Daniel Leutwiler, der Zeremoniemeister der Clique Schäflibach, und der amtierende Schirmherr, Stephan Bohnenblust, je eine Ansprache halten. So geht Bohnenblusts Amtszeit zu Ende und es kommt der ganz grosse Moment: Eine Ehrendame geht auf die Pirsch und sucht im Publikum die maskierte Person, die in geheimen Sitzungen zum neuen Schirmherrn auserkoren wurden und nun demaskiert wird. Dann fragt Zeremoniemeister Daniel Leutwiler den neuen Schirmherrn, ob dieser das Amt annehmen will und übergibt ihm den Zunftstab. Dann hält der neue Schirmherr eine Rede. Dazwischen wird jeweils Guggenmusik gespielt. Nach der Inthronisation startet die Party, die draussen und im Embrisaal stattfindet – mit Guggenpower, Schnäggebar und Kafi-Stübli sowie mit dem bekannten Urdorfer DJ Outside. Der Eintritt ist frei. Die Feier dauert bis 2 Uhr.

Freitag, 16. Februar:

- Fasnachtsfreitag / offizieller Urdorfer Fasnachtsbeginn

Um 19.30 Uhr werden die Türen zur Zentrumshalle geöffnet. Danach startet um 20 Uhr die Guggenpower und um 20.30 Uhr marschiert die Clique Schäflibach in die Halle, wo dann der Schirmherr die Fasnacht offiziell eröffnet. Von 21 bis 2 Uhr ist dann Party mit der Partyband Die Grafenberger und den Schlager- und Après-Ski-Stars Melissa Naschenweng und Almklausi. Der Eintritt kostet für alle Gäste 20 Franken. Im Vorverkauf bei der Firma Promo-Stich lassen sich für die Urdorfer Fasnacht aber auch Drei-Tages-Pässe für 45 statt 60 Franken kaufen.

Samstag, 17. Februar 2018:

- Fasnachtsumzug

Um 14.31 Uhr startet der Umzug in der Weihermattstrasse. Er endet bei der Kreuzung von Feldstrasse und Bodenfeldstrasse. In 64 Gruppen machen am Umzug 1600 Teilnehmer mit. Die Teilnehmer kommen aus nah und fern: Neben Limmattaler Gruppen aus Urdorf, Dietikon, Aesch und der Stadt Zürich sowie zahlreichen Gruppen aus dem Ostaargau hat es Teilnehmer aus weiteren Orten im Kanton Zürich (zum Beispiel Hedingen, Wallisellen und Rifferswil) und der ganzen Schweiz (zum Beispiel auch aus dem Bündnerland und dem Wallis). Ebenso nehmen mehrere deutsche Gruppen teil. Es werden Umzugsplaketten für sechs Franken verkauft, um den Umzug durchführen zu können.

- Guggenkonzert

Nach dem grossen Urdorfer Fasnachtsumzug steigt das Guggenkonzert in der Zentrumshalle. So kann man ohne Unterbruch weiterfeiern. Natürlich trägt man dazu die Umzugsplakette.

- Maskenball

Umzug und Guggenkonzert sind an diesem Tag noch nicht alles: Von 20 bis 4 Uhr steigt die grosse Fasnachts-Party respektive der Maskenball in der Zentrumshalle. Es gibt Guggenmusik und die Partyband Die Grafenberger spielt auf. Die besten Masken werden prämiert. Der Eintritt kostet maskiert 10 Franken und ohne Maskierung 20 Franken.

Sonntag, 18. Februar 2018:

- Kindermaskenball

Früh übt sich, wer ein guter Fasnächtler werden will: Ab 14 Uhr findet in der Zentrumshalle der Kindermaskenball mit der Partyband Die Grafenberger und mit Guggenmusik statt. Auch ein Kinderschminken wird angeboten. Auch hier werden die besten Masken prämiert. Der Eintritt ist frei.

Sonntag, 18. Februar 2018:

- Heimkehrerball

Auch am Heimkehrerball von 19.30 bis 23.30 Uhr in der Zentrumshalle spielt die Partyband Die Grafenberger und es gibt Guggenmusik. Als besonderes Highlight moderiert dieses Jahr das Trio Konfetti durch den Anlass. Der Eintritt ist frei.

Freitag, 23. Februar 2018:

- Uslumpete/Lollipop-Party

Samstag, 24. Februar 2018:

- Konfetti-Begräbnis

Alle genannten Anlässe sind öffentlich.

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