Der Frühling kommt und die Menschen zieht es nach draussen. Viele geniessen einen Spaziergang entlang der Limmat, dem blauen Band, das dem Tal seinen Namen gibt. Der Fluss ist von zentraler Bedeutung für die Region als Natur- und Erholungsraum. Reizvoll sind aber auch die Seitengewässer der Limmat und deren Zuflüsse. Obschon viele durch die Siedlungsentwicklung stark beeinträchtigt und eingedolt wurden, gibt es immer noch einzelne Bäche oder Abschnitte davon, die einen Besuch lohnen. Da wäre in erster Linie die Reppisch, das grösste Seitengewässer der Limmat. Sie entspringt im Türlersee und mündet 25 Kilometer später in Dietikon in die Limmat. Die Reppisch selber verfügt über mehr als 50 Zuflüsse. Der grösste ist der acht Kilometer lange Wüeribach.

Die Reppisch ist eines der ökologisch wertvollsten Fliessgewässer im Kanton Zürich. Insbesondere in Stallikon, auf den sechs Kilometern vom Weiler Gamlikon bis zur Gemeindegrenze Birmensdorf, kann sie in ihrer ursprünglichen, mäandrierenden Form beobachtet werden. Entlang des Flusses befinden sich verschiedene Sehenswürdigkeiten, etwa das Museum des Bergwerks Riedhof bei Aeugst am Albis. Es war während des Zweiten Weltkrieges nach Käpfnach-Horgen das zweitgrösste Kohlenbergwerk im Kanton Zürich. Auch die Aumüli in Stallikon kann auf eine reiche Geschichte zurückblicken. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie 1328. Die Aumüli stellt ein repräsentatives Beispiel von Bauten des traditionellen Müllergewerbes samt Landwirtschaftsbetrieb dar. Sie ist die letzte erhalten gebliebene Mühle samt Wasserrecht, Wasserrad und Säge im Knonaueramt.

Im Wald oft naturnah

Neben der Reppisch entwässern ausserhalb der Stadt Zürich acht weitere Bachsysteme in die Limmat. Fünf von ihnen, der Dorf-/Weidtobelbach in Oberengstringen, die Müligiessen beim Kloster Fahr, der Länggenbach in Weiningen und Geroldswil, der Geroldswiler Dorfbach sowie der Chräbsenbach in Oetwil, befinden sich auf der rechten Flussseite. Die linksseitigen Zuflüsse sind der Mülibach in Schlieren sowie der Schäflibach und der Teischlibach in Dietikon. Ihr Zustand ist oft nur noch in den Quellgebieten, die meistens an den Waldhängen des Tals liegen, naturnah. Im Siedlungsgebiet sind viele von ihnen eingedolt. Trotzdem lassen sich heute noch reizvolle Stellen entlang dieser Gewässer finden. So hat es das Tobel oberhalb von Oberengstringen an der Stadtgrenze zu Zürich ins Buch «Wasserwunder. 22 verwunschene Tobelwanderungen im Kanton Zürich», von Michel und Ueli Brunner geschafft. Besonders abends und in der Nacht zeigt der kleine Wasserfall des Weidtobelbachs, der am Hönggerberg entspringt, seine Pracht.

Auch ein Spaziergang entlang des Mittellaufs des Chräbsenbachs, dessen Quelle am Altberg liegt, ist lohnenswert. Im Wiesentäli fliesst der Bach noch weitestgehend naturnah. Zudem stehen an diesem Bachabschnitt verschiedene Werke des Ende 2016 verstorbenen Oetwiler Künstlers Jakob Alt.

Der rund 3,3 Kilometer lange Mülibach entspringt im Waldgebiet südlich von Schlieren und verläuft über etwa ein Drittel als natürlicher Waldbach. Ansonsten ist er weitestgehend eingedolt. Der Schäflibach hingegen, der als Chräbsbach im östlichen Ende des Waldgebiets Rameren südlich von Uitikon entspringt, fliesst vielerorts oberirdisch und bietet selbst in Dietikon Gelegenheit zum Verweilen. Zudem wird in Urdorf, Abschnitt vom Parkplatz Zwischenbächen bis zur Autobahn, der Hochwasserschutz des Baches verbessert. Damit einher geht zudem eine Renaturierung. Auch am Teischlibach ist gemäss regionalem Richtplan eine Revitalisierung vorgesehen.

Bäche werden revitalisiert

Solche Aufwertungen sind Teil eines Generationenprojekts im Kanton Zürich. Er will in den nächsten 80 Jahren Bäche und Flüsse auf einer Länge von 400 Kilometern revitalisieren. Denn von den insgesamt 3600 Kilometern Flüssen und Bächen, die durch den Kanton fliessen, sind 1700 Kilometer in schlechtem Zustand. Dies, weil sie im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert begradigt und kanalisiert wurden. Im 20. Jahrhundert führten Autobahnbau und Siedlungsverdichtung schliesslich dazu, dass Bäche und Flüsse abgesenkt oder ganz unter den Boden verlegt wurden. Seit 2011 verpflichtet der Bund die Kantone, innert 80 Jahren von schweizweit 15 000 Gewässer-Kilometern rund 4000 zu revitalisieren. Mit baulichen Massnahmen sollen sie in ihren Naturzustand zurückversetzt werden. Grundlage ist das revidierte Gewässerschutzgesetz, das 2011 in Kraft trat.

Eine Vorreiterrolle nimmt diesbezüglich die Stadt Zürich ein. Dort wurde bereits in den 1980er-Jahren ein Bachkonzept entwickelt, das seither konsequent umgesetzt wurde. So zeigen Karten aus dem 19.Jahrhundert, dass auf dem Gebiet der Stadt Zürich um 1850 rund 160 Kilometer offene Bäche flossen. Viele dieser Bäche behinderten aus damaliger Sicht die Entwicklung der Stadt und wurden eingedeckt. 1980 gab es dann nur noch etwa 80 Kilometer offene Fliessgewässer, wobei sich die meisten davon in Waldgebieten befanden. Lediglich die vielen Strassennamen, die auf offene Bäche von früher hinweisen – wie Bachtobelstrasse oder Hegibachstrasse – blieben übrig.

Dann setzte jedoch ein Umdenken ein. Die Einwohnerinnen und Einwohner empfanden die fehlenden Bäche immer stärker als Verlust von Lebensqualität. Deshalb wurde das Bachkonzept erarbeitet und 1988 festgesetzt. Bis 2013 hat die Stadt Zürich rund 50 Projekte zur Offenlegung oder Renaturierung realisiert. Auf dem Stadtgebiet gibt es seither wieder Bäche von insgesamt 108 Kilometer Länge, davon 64 Kilometer in Wäldern. Von den 44 Kilometern in Siedlungsgebieten und in Freihaltezonen flossen vor 25 Jahren nur 16 Kilometer oberirdisch. Heute sind es mehr als doppelt so viele, nämlich 34 Kilometer. Zum 25-Jahr-Jubiläum des Bachkonzepts lancierte Entsorgung + Recycling Zürich eine spezielle Publikation (siehe Zweittext). Es ist ein Führer mit Spaziergängen zu den Zürcher Bächen.

Auch auf Zürcher Stadtgebiet gibt es verschiedene Zuflüsse zur Limmat. Der grösste von ihnen ist der Döltschibach. Er entspringt an den Hängen des Üetlibergs und mündet beim Hönggerwehr in die Limmat. Der Albisrieder Dorfbach, der sich in der Nähe der Hermetschloobrücke unterirdisch mit dem Unteren Dorfbach Altstetten vereint und ab da Bahngraben heisst, fliesst auf Höhe der Autobahnbrücke Oberengstringen in den Fluss. Auf der rechten Seite münden der Waidbach beim Wipkingerplatz, der Oerisbach kurz nach dem Ampéresteg, der Mühelhaldenbach kurz vor dem Hönggerwehr und der Bombach nach der Werdinsel in die Limmat. Letzterer entspringt im Waldgebiet des Hönggerbergs und ist als einziger Limmatzufluss auf Stadtgebiet praktisch durchgängig offen. Der Bombach wurde deshalb in die Broschüre «Stadtbäche – entdecken Sie Zürichs grüne Oasen» aufgenommen und lässt sich bei einem rund 25 minütigen Spaziergang erkunden. Eine eigentliche Quelle hat der Bach nicht. Vielmehr wird er von einer Vielzahl von Entwässerungsgräben auf dem bewaldeten Hönggerwaldplateau gespiesen. Er weist eine Gesamtlänge von 1350 Meter auf. Wegen seines überwiegend steilen Gefälles von bis zu 20 Prozent ist kein Fischaufkommen bekannt. Der Bach überwindet auf seinem Weg in die Limmat eine Höhendifferenz von ungefähr 150 Metern. Wasserfledermäuse beobachten Einen Spaziergang entlang des Bombachs startet man am besten beim Friedhof Hönggerberg. Nur wenige Meter entfernt befindet sich ein Geschiebefang. Der Platz mit seinen Korbweiden und Sitzbänken lädt zum Verweilen ein. Als nächstes folgt die Unterquerung Regensdorferstrasse, ehe man an die Limmattalstrasse gelangt. Von dort bis zur Limmat hat Entsorgung + Recycling Zürich in den Jahren 1991 und 92 im Zug eines Renaturierungsprojekts die Schwellen entfernt und das Gerinne mit einer Lehmschicht sowie Steinblöcken und Kies ausgebildet. An der Limmat angelangt, erreicht man über einen Zugangssteg die Werdinsel. In der Abenddämmerung lassen sich entlang des Bombachs Wasserfledermäuse beobachten.

Der Bombach: Ein Bach für den Wanderführer

Auch auf Zürcher Stadtgebiet gibt es verschiedene Zuflüsse zur Limmat. Der grösste von ihnen ist der Döltschibach. Er entspringt an den Hängen des Üetlibergs und mündet beim Hönggerwehr in die Limmat. Der Albisrieder Dorfbach, der sich in der Nähe der Hermetschloobrücke unterirdisch mit dem Unteren Dorfbach Altstetten vereint und ab da Bahngraben heisst, fliesst auf Höhe der Autobahnbrücke Oberengstringen in den Fluss. Auf der rechten Seite münden der Waidbach beim Wipkingerplatz, der Oerisbach kurz nach dem Ampéresteg, der Mühelhaldenbach kurz vor dem Hönggerwehr und der Bombach nach der Werdinsel in die Limmat. Letzterer entspringt im Waldgebiet des Hönggerbergs und ist als einziger Limmatzufluss auf Stadtgebiet praktisch durchgängig offen. Der Bombach wurde deshalb in die Broschüre «Stadtbäche – entdecken Sie Zürichs grüne Oasen» aufgenommen und lässt sich bei einem rund 25 minütigen Spaziergang erkunden. Eine eigentliche Quelle hat der Bach nicht. Vielmehr wird er von einer Vielzahl von Entwässerungsgräben auf dem bewaldeten Hönggerwaldplateau gespiesen. Er weist eine Gesamtlänge von 1350 Meter auf. Wegen seines überwiegend steilen Gefälles von bis zu 20 Prozent ist kein Fischaufkommen bekannt. Der Bach überwindet auf seinem Weg in die Limmat eine Höhendifferenz von ungefähr 150 Metern. Wasserfledermäuse beobachten Einen Spaziergang entlang des Bombachs startet man am besten beim Friedhof Hönggerberg. Nur wenige Meter entfernt befindet sich ein Geschiebefang. Der Platz mit seinen Korbweiden und Sitzbänken lädt zum Verweilen ein. Als nächstes folgt die Unterquerung Regensdorferstrasse, ehe man an die Limmattalstrasse gelangt. Von dort bis zur Limmat hat Entsorgung + Recycling Zürich in den Jahren 1991 und 92 im Zug eines Renaturierungsprojekts die Schwellen entfernt und das Gerinne mit einer Lehmschicht sowie Steinblöcken und Kies ausgebildet. An der Limmat angelangt, erreicht man über einen Zugangssteg die Werdinsel. In der Abenddämmerung lassen sich entlang des Bombachs Wasserfledermäuse beobachten.

ei Spaziergängen entlang der Seitengewässer der Limmat trifft man auf eine Vielzahl grösserer und kleinerer Weiher. Manche sind natürlich entstanden, andere von Menschenhand angelegt worden. Ein solcher ist der Marmoriweiher in Dietikon. Er ist Naherholungsgebiet und Industriezeuge in einem. Während Jahrhunderten nutzten zwei Mühlen die Wasserkraft der Reppisch. Mit der Industrialisierung siedelten sich auch Fabriken am Ufer des Flüsschens an. Eine davon war Schmidt & Schmidweber, die 1895 von Zürich nach Dietikon zog. Sie kaufte das Areal der stillgelegten Oberen Mühle. Um die Leistung der Turbine für ihre Marmorsäge zu erhöhen, musste die Firma das Reppischwasser weiter oben fassen, als dies für die einstige Mühle nötig war. Um den unregelmässigen Wasserfluss regulieren zu können, wurde ein Weiher als Ausgleichsbecken angelegt, der Marmoriweiher.Das Gewässer erfreute sich in der Bevölkerung schnell grosser Beliebtheit. Im Winter wurde es als Eisfläche genutzt und im Sommer fuhren Kinder mit ihren selbst gebauten Flössern über das Wasser. In den 1930er-Jahren diente der Weiher auch dazu, arbeitslose Dietiker zu beschäftigen. Sie reinigten das immer stärker verschlammende Gewässer. Schon bald darauf ging es mit der Marmori bergab. 1962 wurden schliesslich alle Gebäude ausser der Fabrikantenvilla abgebrochen. Dieser ging es 1990 an den Kragen. Der Weiher hat die Zeit bis heute überdauert und ist aus Dietikon nicht mehr wegzudenken. Ähnlich verhält es sich mit dem Weininger Weiher eingangs Wiesentäli. Auch er wurde künstlich angelegt, und zwar 1844. Die Mühle, die sich damals an der Friedhofstrasse befand, brauchte mehr Wasser, um angetrieben werden zu können. Die Wassermenge aus dem Weiher oberhalb des Gebäudes an der heutigen Regensdorferstrasse war zu gering. Dem Antrag des Müllers gab der Regierungsrat statt und so wurde ein zweiter Weiher im Langenmoos angelegt. 1965 kaufte ihn die Gemeinde. Für seine Pflege zeichnet das Feuerwehrkader verantwortlich. Heute ist das Gewässer ein idyllischer Ort für eine Rast.

Weiher: Von Menschenhand geschaffen und trotzdem ein Naturidyll

ei Spaziergängen entlang der Seitengewässer der Limmat trifft man auf eine Vielzahl grösserer und kleinerer Weiher. Manche sind natürlich entstanden, andere von Menschenhand angelegt worden. Ein solcher ist der Marmoriweiher in Dietikon. Er ist Naherholungsgebiet und Industriezeuge in einem. Während Jahrhunderten nutzten zwei Mühlen die Wasserkraft der Reppisch. Mit der Industrialisierung siedelten sich auch Fabriken am Ufer des Flüsschens an. Eine davon war Schmidt & Schmidweber, die 1895 von Zürich nach Dietikon zog. Sie kaufte das Areal der stillgelegten Oberen Mühle. Um die Leistung der Turbine für ihre Marmorsäge zu erhöhen, musste die Firma das Reppischwasser weiter oben fassen, als dies für die einstige Mühle nötig war. Um den unregelmässigen Wasserfluss regulieren zu können, wurde ein Weiher als Ausgleichsbecken angelegt, der Marmoriweiher.Das Gewässer erfreute sich in der Bevölkerung schnell grosser Beliebtheit. Im Winter wurde es als Eisfläche genutzt und im Sommer fuhren Kinder mit ihren selbst gebauten Flössern über das Wasser. In den 1930er-Jahren diente der Weiher auch dazu, arbeitslose Dietiker zu beschäftigen. Sie reinigten das immer stärker verschlammende Gewässer. Schon bald darauf ging es mit der Marmori bergab. 1962 wurden schliesslich alle Gebäude ausser der Fabrikantenvilla abgebrochen. Dieser ging es 1990 an den Kragen. Der Weiher hat die Zeit bis heute überdauert und ist aus Dietikon nicht mehr wegzudenken. Ähnlich verhält es sich mit dem Weininger Weiher eingangs Wiesentäli. Auch er wurde künstlich angelegt, und zwar 1844. Die Mühle, die sich damals an der Friedhofstrasse befand, brauchte mehr Wasser, um angetrieben werden zu können. Die Wassermenge aus dem Weiher oberhalb des Gebäudes an der heutigen Regensdorferstrasse war zu gering. Dem Antrag des Müllers gab der Regierungsrat statt und so wurde ein zweiter Weiher im Langenmoos angelegt. 1965 kaufte ihn die Gemeinde. Für seine Pflege zeichnet das Feuerwehrkader verantwortlich. Heute ist das Gewässer ein idyllischer Ort für eine Rast.