Limmattal
Es entsteht zu wenig Wohnraum - 150 Wohnungen fehlen

Wohnmarktbericht 2014: Das Bevölkerungswachstum überfordert die Produktion. Im Limmattal fehlt es 2013 an 150 Wohnungen, die zu wenig gebaut wurden.

Lukas Brügger
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Im Limmattal eine Wohnung zu beziehen wird auch in Zukunft wegen der grossen Nachfrage nicht leichter.sbr

Im Limmattal eine Wohnung zu beziehen wird auch in Zukunft wegen der grossen Nachfrage nicht leichter.sbr

In den letzten Jahren wurde im Zürcher Limmattal nicht genügend Wohnraum erstellt. Die Produktion konnte nicht mit dem Bevölkerungswachstum mithalten. Im Wirtschaftsraum Zürich ist das Limmattal neben der Stadt Zürich die einzige Region mit einer zu tiefen Wohnungsproduktion. Dies geht aus dem Wohnmarktbericht 2014 für den Wirtschaftsraum Zürich der CSL Immobilien AG hervor, der gestern veröffentlicht wurde.

Bei der regen Bautätigkeit im Limmattal erstaunt, dass gemäss Bericht 2013 rund 150 Wohnungen zu wenig gebaut wurden. Die Wohnungsproduktion genügte also nicht, um das Bevölkerungswachstum aufzufangen. Tief ist auch die Leerstandsquote. Sie zeigt das Verhältnis der unvermieteten zur vermieteten Fläche. Im Gegensatz zum Vorjahr ist die Leerstandsquote zwar leicht gestiegen, aber mit 0,8 Prozent immer noch unterdurchschnittlich im Vergleich zum übrigen Wirtschaftsraum.

Urdorf hat kaum noch Baureserven

Das Limmattal bleibt weiterhin ein Mietermarkt. Die Eigentumsquote liegt gerade mal bei 27 Prozent. Nur die Stadt Zürich hat prozentual noch weniger Eigentumswohnungen. Zudem werden auch zunehmend die Baulandreserven knapper. Jede Minute wurden 2012 5,4 Quadratmeter Land im Wirtschaftsraum Zürich überbaut. Bleibt dieses Tempo bestehen, wird der Vorrat an unüberbautem Land im Limmattal in zwölf Jahren aufgebraucht sein.

Die Gemeinde mit den kleinsten Bauzonenreserven im gesamten Kanton Zürich ist Urdorf. Die Reserve beträgt dort gerade noch 2,7 Prozent. Im Bericht ist denn auch von einer schwierigen Ausgangslage für die Gemeinde die Rede, die trotz einer hohen Standortgunst kaum noch über Bauland verfüge. Laut dem Wohnmarkbericht werde die Entwicklung im Zürcher Limmattal im Allgemeinen interessant zu beobachten sein. Das «Projekt Limmattalbahn» komme rasch voran und werde die Standortattraktivität stark positiv beeinflussen.

Auch Robert Weinert, Manager bei der Immobilienberatungsfirma Wüest & Partner, rechnet in der «Boom-Region» Limmattal weiterhin mit einem Engpass beim Angebot. «Grundsätzlich ist es aber auch mit Risiken verbunden, wenn die Wohnbautätigkeit laufend erhöht wird», sagt Weinert. «Politische Entscheide und wirtschaftliche Schocks könnten schlagartig zu einer kleineren Wohnungsnachfrage führen.»

Weinert verweist dabei auch auf kommende Abstimmungen über die Zuwanderung und die Personenfreizügigkeit, deren Ausgang einen Einfluss auf die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt haben kann.

Die Gefahr einer Immobilienblase im Wirtschaftsraum Zürich scheint nach den Autoren des Wohnmarktberichts abgewendet.Die weitere Entwicklung hänge aber auch vom Vorgehen der Regulationsbehörden ab. Diese müssten in Zukunft mit Fingerspitzengefühl agieren.