Jahresrückblick 2020

Es brennt in der Silbern, eine 5G-Antenne darf gebaut werden und Gülle überläuft – das war das erste Quartal 2020

Jahresrückblick 2020: Das sorgte im Limmattal in den Monaten Januar, Februar und März nebst Corona für Schlagzeilen.

1./2. Januar: 2020 startet im Limmattal mit viel Neuem

Im Limmattal wird auf das neue Jahr angestossen, in Dietikon erstmals mit dem neuen Schaumwein. In Oberengstringen steht 2020 derweil im Zeichen des 1150-Jahre-Jubiläums der Gemeinde. Noch ahnt niemand, dass das angebrochene Jahr wegen Corona ein besonders herausforderndes wird. Derweil verzeichnet die Feuerwehr Schlieren bereits ihren ersten Ernstfall im Jahr 2020. Feuerwerkskörper setzen in einem Mehrfamilienhaus einen Balkon in Brand. Die Flammen greifen auf die Balkone in den beiden darüber befindlichen Etagen über. Personen werden keine verletzt, doch der Sachschaden fällt laut Polizeiangaben mit gegen 100'000 Franken gross aus.

18. Januar: Ein Dietiker wird Urdorfer Schirmherr

Othmar der Wurster Gut heisst der neue Schirmherr der Clique Schäflibach. Diese eröffnet auf dem Embri-Areal die Urdorfer Fasnacht. Während Gut früher vor allem als Mitglied der Knabengesellschaft Aesch für Furore sorgte – auch an der Urdorfer Fasnacht – ist er heute in Dietikon und Berikon vielen bekannt als Wurster der Metzgerei Hildebrand. Diese ist schon seit Jahren Hauslieferant der Schäflibach-Clique. Zudem ist Gut Mitglied der Lustigen Dietiker.

21. Januar: 5G-Antenne in Urdorf darf gebaut werden

Ein halbes Jahr nach der Sistierung aller Baugesuche für Mobilfunk-Anlagen gibt der Urdorfer Gemeinderat nun einem Baugesuch von Swisscom grünes Licht. Der Handyanbieter darf eine bestehende Antenne umbauen, da das Vorhaben alle rechtlichen Vorschriften erfüllt und der Bericht des Bundes betreffend 5G keine neuen Ergebnisse lieferte.

22. Januar: Knatsch bei der SP Schlieren

Bei der SP Schlieren hängt der Haus­segen schief. Nachdem es über Monate hinweg zu internen Querelen gekommen sein soll, geben Silvia Meier Jauch und Roger Seger ihren Austritt aus der Partei und aus der Fraktion bekannt. Beide sitzen zu diesem Zeitpunkt seit rund zwei Jahren im Gemeinderat. Seger gibt als Grund an, es habe unterschiedliche Auffassungen bezüglich Führungsstil, Kommunikation und respektvollem Umgang gegeben. Er habe auch ein Verhalten beobachtet, das er nicht akzeptieren könne und ihn an Mobbing erinnere. Sowohl er als auch Meier Jauch stünden aber weiterhin hinter der Politik der SP. Beide politisieren fortan als Parteilose im Gemeindeparlament.

28. Januar: Die City verliert ihren Wirtschaftsverband

In Dietikon verabschiedet sich eine wichtige Stimme für Detaillisten und Gewerbetreibende. An einer ausserordentlichen Generalversammlung ­beschliesst die Vereinigung Zentrum Dietikon ohne Gegenstimme ihre ­Auflösung. Gegründet wurde sie 2001. Sie hat seither unzählige Anlässe und andere Aktionen durchgeführt. Höhepunkte waren beispielsweise die vielen Märkte – wie der Frühlingsmarkt, der Herbstmarkt oder der Weihnachtsmarkt. Dafür verfügte die Vereinigung über eine Geschäftsstelle und wurde von der Stadt finanziell unterstützt. Diese Gelder fliessen nun nicht mehr, da die Standortförderung der Stadt neu die Märkte organisiert. Das ist mit ein Grund für den Auflösungsentscheid.

5. Februar: Grossbrand in der Silbern fordert zwei Verletzte

Im Dietiker Industriegebiet bricht am Morgen ein Feuer aus. Nach einer Explosion entwickeln sich die einzelnen Brandherde zu einem Inferno, das einen Grosseinsatz mehrerer Feuerwehren erfordert. Die Einsatzkräfte bringen den Brand zwar schnell unter Kontrolle, während der Löscharbeiten verletzten sich aber zwei Feuerwehrmänner. Beim betroffenen Gebäude in der Silbern handelt es sich um eine Lagerhalle der Pestalozzi-Gruppe. 

9. Februar: Ja zu Chindsgi, Nein zu Parkplatzinitiative

Die Dietiker Stimmberechtigten geben an der Urne dem Bau des Doppelkindergartens Gjuch und der Aufwertung des Quartierparks auf der Lozziwiese grünes Licht. 73,3 Prozent sprechen sich für das Projekt aus. In Oberengstringen stimmen 1132 Stimmberechtigte gegen die Initiative «Für ein kosteneffizientes und bürgernahes Oberengstringer Parkplatzregime», nur deren 329 sagen Ja. Initiant Artur Terekhov forderte unter anderem tiefere Gebühren für Anwohnerparkkarten. 

13. Februar: Hüppen verlassen das Limmattal

Seit 70 Jahren stellt die Hardegger Hüppen AG in der Fahrweid Zürcher Hüppen her. Ende Februar stellt das Limmattaler Traditionsunternehmen die Produktion jedoch ein, wie es bekannt gibt. «Die Zürcher Hüppen passen nicht in das Sortiment von Hug, deshalb geben wir deren Herstellung auf», sagt der Betriebsleiter und frühere Mitinhaber Peter Käser. Weil er keinen Nachfolger fand, hat er die Hardegger Hüppen AG an den Backwarenhersteller Hug verkauft. 2019 hat dieser die Firma übernommen.

17. Februar: Polizeichef gibt seine Funktion ab

Der bisherige Polizeichef der Stadtpolizei Schlieren/Urdorf, Marco Weissenbrunner, gibt per sofort die Führung des Polizeikorps aus persönlichen Gründen ab. Seine Erfahrung bleibt der Stadtpolizei aber erhalten: Er ist weiterhin als Polizist für sie tätig, teilt die Stadt mit. Weissenbrunner hatte den Posten als Polizeichef interimistisch per 1. Januar 2002 und offiziell per 1. April 2002 übernommen. Kurz nach der Mitteilung der Stadt kursiert ein anonymes Schreiben, das sich mit der Personalie befasst. So heisst es dort, dass sowohl Weissenbrunner als auch drei weitere Polizisten zuletzt freigestellt worden seien. Es könnte um Mobbingvorwürfe gehen. «Es handelt sich um ein laufendes Verfahren. Die Stadt Schlieren kann deshalb dazu keine Stellung nehmen», heisst es seitens der Stadt zu den Vorwürfen. Anfang Juni teilt die Stadt mit, dass Ulrich Pfister neuer Chef der Stadtpolizei Schlieren/Urdorf wird und seine Stelle am 1. Oktober antritt.

26. Februar: Urteil im Fall Céline stösst auf Kritik

Das Jugendgericht Dietikon hat im Fall Céline ein Urteil gefällt. Die Geschehnisse hatten im Jahr 2017 die Schweiz bewegt. Eine 13-Jährige aus Spreitenbach nahm sich das Leben, nachdem sie auf Social Media blossgestellt worden war. Das Jugendgericht hat nun einen der Täter zu einem gemeinnützigen Arbeitseinsatz von vier Tagen verurteilt. Dies löst vor allem bei den Kolleginnen der Verstorbenen Enttäuschung aus. Der Spielraum des Gerichts ist allerdings gering.

2. März: Regionale 2025 hat Rückhalt im Kantonsrat

Mit 167 zu 0 Stimmen bewilligt der Kantonsrat einen Beitrag von 2,3 Millionen Franken an die Regionale Projektschau Limmattal, kurz Regionale 2025. Dadurch erhöht sich der Zürcher Kantonsbeitrag auf 2,7 Millionen Franken; ebenso viel trägt der Aargau bei.

12. März: Das Shoppi feiert seinen 50. Geburtstag

Es war ein geschichtsträchtiger Moment: Am 12.März 1970 um 10 Uhr öffnete das erste Einkaufscenter der Schweiz in Spreitenbach mit rund 50 Geschäften seine Tore. Doch das Shoppi bietet den Hausfrauen damals nicht nur umfassende Einkaufsmöglichkeiten, es ist auch ein beliebter Treffpunkt mit Restaurants, einem Hallenbad, Kegelbahnen und einem Kinderparadies. 

13./14. März: Gülle läuft aus und verschmutzt Bäche

Rund 80'000 Liter auslaufende Jauche verschmutzen in Birmensdorf das hintere Steigbächli und die Reppisch. Mehr als 120 Fische sterben. Die Feuerwehr Birmensdorf-Aesch steht rund 13 Stunden lang im Einsatz. Gemäss Kommandant Michael Heynen ist es «einer der längsten Einsätze der letzten Jahre». Zur Wasserverschmutzung kam es, weil beim Umpumpen von Jauche eine Grube überlief. Im Oktober wird der verantwortliche Landwirt von der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis per Strafbefehl verurteilt. Sie brummt ihm eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 110 Franken auf, wobei der Vollzug der Strafe zu Gunsten einer Probezeit von vier Jahren aufgeschoben ist.

Hier geht es zum zweiten, dritten und vierten Teil des Jahresrückblicks.

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