Oetwil
Erwin Bühler macht das Limmattal erneut zum Krimi-Schauplatz

Ein grausiges Bild bietet sich Kommissar Huber, als er in die Industrie Silbern zu seinem nächsten Fall gerufen wird. Der Geschäftsführer des Mega-Elektronik-Shops ist in seinem Auto brutal ermordet worden. Wer wollte den unliebsamen Chef loswerden?

Aleksandra Hiltmann
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Hobbyautor Erwin Bühler

Hobbyautor Erwin Bühler

Aleksandra Hiltmann

Wie sich der Kommissar bei den Ermittlungen in diesem Mordfall schlägt, ist ab sofort in Erwin Bühlers neustem Werk nachzulesen. Der Hobbyautor hat soeben seinen zweiten Krimi «Tod auf dem Personalparkplatz» veröffentlicht - und bereits bahnt sich ein drittes Verbrechen an.
Intensiver an Aufbau gearbeitet
Einiges habe er seit der Herausgabe seines Erstlings «Die Tote im Wartsaal» gelernt, sagt Bühler. Damals habe er einfach drauflos geschrieben. Doch bereits beim zweiten Krimi hat er mehr Zeit in den Aufbau der Geschichte investiert. «Am Anfang steht immer die reale Tat», so Bühler. Nach und nach werde dann rund um dieses Ereignis die Handlung aufgebaut. Lege man sich das Gerüst der Geschichte und deren Charaktere vorgängig besser zurecht, falle einem das Schreiben einfacher und gestalte sich deutlich produktiver. Zudem verstricke man sich im Verlauf der Geschichte nicht in Widersprüche. Bewusst eingelegte Schreibpausen würden zudem helfen, entstandene «Baustellen» neu zu ordnen. «Das Schreiben habe ich beim zweiten und dritten Buch eher als Resultat und nicht als Startschuss gesehen», so Bühler.
Tipps und Tricks vom Profi
Diese Erkenntnis hat sich Bühler unter anderem in einem Kurs für das Verfassen von Kriminalromanen geholt. Bei Petra Ivanov hätte er sich Tipps und Tricks aus erster Hand holen können. Von den Schreibkünsten der bekannten Schweizer Krimiautorin ist der Oetwiler schwer beeindruckt. Unter anderem hat sie die Kursteilnehmer in einer Übung einen Kurzkrimi in drei Sätzen verfassen lassen. Dies sei eine spannende Erfahrung gewesen, so Bühler.
Eine Spezialität der Profi-Autorin sind die eigenwilligen Personen in ihren Geschichten. «Ich jedoch möchte meine Charaktere nicht zu stark überzeichnen. Lieber lasse ich dem Leser mehr Freiraum, sich diese nach seinen Vorstellungen auszumalen», sagt Bühler. Für ihn spiele es keine grosse Rolle, wie genau Kommissar Huber aussehe, sondern wie er ticke.
Die ausgedehnten Recherchen, welche Ivanov für ihre Geschichten betreibe, könne er leider nicht in gleichem Masse für seine Arbeitsweise übernehmen, so Bühler. Ihm fehle die Zeit, monatelang zu recherchieren. Doch den Geschichten schade dies nicht, da diese ohnehin nicht zu kompliziert daherkommen sollen, sagt er.
Unheimliche Nachbarschaft
Die Ideen für seine Krimis würden ihm «zack» einfach so einfallen. Doch das Umfeld, in dem sein zweiter Mordfall geschieht, ist nicht willkürlich gewählt. Bühler selbst ist in der Unterhaltungselektronik tätig und kennt sich in der Branche gut aus. Auch fliessen Erfahrungen aus seiner Tätigkeit in der Politik in die Geschichten mit ein. Über die Inspiration für die dunkeln Machenschaften seiner Charaktere meint er: «Menschliche Abgründe kennt jeder.»
Diese waren Bekannten und Verwandten aus Oetwil, dem Schauplatz seines dritten Krimis, zu Beginn nicht ganz geheuer. «Ein Krimi ist ja recht, aber nicht vor meiner Haustür», habe Bühler zu hören bekommen. Den Leuten sei es wohl «zu nah» gewesen, wenn am Kellerfest, das viele Oetwiler besuchen, ein Mord geschieht. Doch diese Bedenken werden sich wohl bald legen. Von den bisherigen Lesern des zweiten Werkes habe er auf jeden Fall ein sehr positives Feedback erhalten. «Sie meinten, dass das zweite Buch spannender geschrieben sei als der erste.»
Schreiben nach Lust und Laune
Wann sein dritter Krimi erscheint, weiss Bühler noch nicht. «Man muss den Kopf freihaben und in Stimmung sein, um zu schreiben.» Da er vertraglich an keinen Verlag gebunden ist, nehme er sich die Freiheit, zu schreiben, wann er Zeit und Lust dazu hat. Auch Schreibblockaden blickt er dementsprechend entspannt entgegen.
Bühler ist von Anfang bis Ende im Alleingang für die Herausgabe seiner Krimis zuständig. Mangelnde Professionalität nehme er als Hobbyautor in Kauf. Trotzdem ärgert er sich am meisten über Tippfehler, die er in den bereits gedruckten Exemplaren entdeckt. Mittlerweile hat er für die Redigierarbeit jedoch eine Lektorin gefunden.
Nach dem dritten Werk möchte Bühler erst mal eine Pause einlegen. Ob sich die Verbrechen im Limmattal fortsetzten, wisse er noch nicht. Unabhängig vom finanziellen Ertrag seines Hobbys findet er, dass sich die Erfahrung allemal gelohnt habe: «Ich hätte nie gedacht, dass ich mal drei Bücher schreiben und verlegen werde.»
Die Krimis von Erwin Bühler können über die Homepage www.limmattal-krimi.ch bestellt werden.