Geroldswil
Erweiterung für 60'000 Franken: Das «Moos» hat keine Sicherheitsmängel mehr

Die Freizeitanlage Moos ist fertig umgebaut. Reservationsanfragen kommen im Akkord. Mit der Erweiterung wurden diverse Sicherheitsrisiken aus der Welt geschafft.

David Egger
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Freizeitanlage Moos
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Das kleine Häuschen rechts ist der Lagerraum. Es wurde auch aus Sicherheitsgründen erneuert...
...denn früher war dieses Dach an seiner tiefsten Stelle kaum einen Meter hoch. Vereinzelt kletterten Personen hinauf und beschädigten so die Ziegel.
Auch ein Spielplatz gehört zur Freizeitanlage Moos.
Die Grillanlage: Nur Geroldswiler dürfen sie benutzen, müssen aber zuvor bei der Gemeinde reservieren. Die Benutzung ist gratis.
Im Normalzustand ist der Grillrost zu tief. Wer die Anlage reserviert, erhält einen Schlüssel, um sich den Weg frei für eine schöne Grillade freizumachen.
Auf dem Spielplatz hat es verschiedene Spielgeräte, diese stehen auch ohne Reservation zur Verfügung.
Aus dem Brunnen der Freizeitanlage Moos kommt frisches Geroldswiler Quellwasser.
Auch eine Rutschbahn gehört zur Anlage.
So präsentiert sich die Aussicht von der Freizeitanlage Moos.

Freizeitanlage Moos

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Himmel blau, Sonne brennt. Damit ist es Zeit, einen der begehrtesten Grillplätze rechts der Limmat vorzustellen: die Freizeitanlage Moos in Geroldswil. Erst kürzlich hat die Gemeinde den schönen Platz erneuert. Seit Anfang Mai wird nun das «Moos» wieder regelmässig von der Bevölkerung genutzt.

Die Freizeitanlage wurde 1974 erstellt, im Zusammenhang mit einem anderen Bauprojekt, welches die Wasserversorgung der Gemeinde langfristig sicherte: Die Rede ist vom Reservoir Moos, das sich direkt unter der Freizeitanlage befindet. Während oben die Kinder auf dem Spielplatz freudig kreischen und das Fleischfett vom Grillrost tropft, warten im sterilen Untergrund Abertausende Liter Wasser auf ihren Einsatz, eingeschlossen in absoluter Stille zwischen Betonwänden und Drucktüren. Der Zugang ist geschützt mit einer Alarmanlage.

Einer der Männer, die sich in diesen einsamen Räumen aufhalten dürfen, ist Pietro Paladino, der Leiter der Abteilung Bau und Werke der Gemeinde Geroldswil. Paladino und seine Mitarbeiter sind auch für die gut tausend Quadratmeter grosse Freizeitanlage Moos zuständig. Vor der nun abgeschlossenen Erweiterung hatte das kleine Lagerhäuschen, das zur Anlage gehört, noch ein viel tieferes Dach, an der tiefsten Stelle kaum einen Meter hoch. Vereinzelt sind Personen darauf herumgeklettert und haben Ziegel beschädigt. Ein Sicherheitsrisiko, das mit der Erweiterung des Lagerhäuschens aus der Welt geschafft wurde. Vor allem bot der Lagerraum aber wegen der geringen Raumhöhe zu wenig Platz. Nun wurde das Dach nach oben verschoben.

Das Holz stammt aus dem Wisentäli

Das Betonfundament hat der Geroldswiler Werkmeister Simon Stutz mit seinen Mitarbeitern selber erstellt, danach kam eine Holzbaufirma zum Zug. Das verwendete Holz stammt aus dem Wald, an den das «Moos» angrenzt: aus dem Wisentäli. Als während der Arbeiten die Dachbalken zum Vorschein kamen, eröffneten sich den Arbeitern weitere Gründe, warum das Bauprojekt eine gute Idee war: Die 42-jährigen Holzbalken waren durchlöchert; auch das ein Sicherheitsrisiko. Da dies bei der Planung nicht bekannt war, musste der Gemeinderat im Februar einen Zusatzkredit von 25 200 Franken sprechen, der zu den ursprünglichen Kosten von 35 000 Franken für die Erweiterung hinzukam. Es sind Kosten für einen Service public, der bei den Einwohnern Geroldswils gut ankommt. Nur ihnen steht die Benutzung der Anlage offen, dies dafür gratis. Um insbesondere die Grillanlage mit dem Lagerraum zu benutzen, ist aber eine Reservation nötig. Solche kommen zuhauf. Früher meldeten sich gewiefte Geroldswiler schon im Januar bei der Gemeinde, um gleich diverse Termine über das ganze Jahr verteilt zu reservieren. Dagegen hat die Gemeinde Massnahmen ergriffen: «Wir mussten Mehrfachreservierungen verbieten. So haben fairerweise alle Geroldswiler eine Chance, die Anlage zu nutzen», sagt Paladino. Und dies mit einigem Service: Im Gebäude des Wasserreservoirs stehen WCs zur Verfügung. Da es unter den Benutzern auch schwarze Schafe gibt, schauen Gemeindemitarbeiter regelmässig nach, ob alles sauber ist. Welche Daten noch frei sind, lässt sich auf der Website der Gemeinde nachsehen. Durchschnittlich wird die Anlage etwa 150-mal pro Jahr benutzt. Nachdem gestern der Sommer zurückgekehrt ist, wird die Anlage wohl wieder regelmässig ausgebucht sein.