Sie sei der Einladung der Initianten ins Gemeindezentrum Brüelmatt gefolgt, weil sie Visionen suchte. Sie habe erwartet, dass die Anwesenden gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, um Leute in die Dorfgemeinschaft integrieren zu können, die über kein Netzwerk verfügen, sagte sie: «Doch hier spüre ich kaum etwas von visionären Ideen.»

Die Jugend war kaum vertreten

In der Einladung, die in den Gemeindemitteilungen der Behörden nur wenige Tage vor dem Anlass veröffentlicht worden war, schrieben die Initianten Jadwiga Cervoni, Magda Keresztes, Felix Zimmermann und Kurt Haering, dass alle Einwohner von Birmensdorf willkommen seien, die die Gemeinde «mit Anregungen mitgestalten wollen». Im Publikum sassen am Mittwochabend überwiegend Männer gesetzteren Alters, die Frauen waren in der Unterzahl und die Jugend war lediglich in Person eines einzelnen Pfadfinders vertreten.

In seiner Eröffnungsrede betonte Kurt Haering, das Ziel sei, eine Austauschplattform zur Vernetzung der verschiedenen Interessegruppen und zur Integration der schlechter vernetzten Einwohner zu schaffen. Den Anstoss zur Lancierung der «Vision» hätten die Behörden gegeben, als sie das Gästebuch auf der Gemeindewebsite vor rund einem Jahr abschalteten.

Von Beginn weg drehte sich die teilweise emotional geführte Diskussion aber mehr um Sinn oder Unsinn einer Austauschplattform. Die Gegner führten mehrfach das Argument ins Feld, dass ein Ersatz für das Gästebuch nicht nötig sei, weil der Gemeinderat offen für Anregungen sei. Mit persönlichem Engagement lasse sich in Birmensdorf viel erreichen.

Die Befürworter stellten sich auf den Standpunkt, dass sie sich mit ihren Problemen von den Behörden nicht erst genommen fühlten, und dass es ein Forum brauche, um die Stimmung im Dorf zu erfassen und Mitstreiter für Projekte finden zu können.

Visionen blieben auf der Strecke

Visionäre Ideen blieben bei der Debatte weitgehend auf der Strecke. Nur wenige konkrete Anregungen kamen zur Sprache: Ein Teilnehmer regte an, ein Forum zu schaffen, das sich mit dem Dorfbild beschäftige. Initiantin Magda Keresztes machte sich für einen Kinderspielplatz im Quartier Haslen stark und fand im Vorstandsmitglied des Elternforums, Dominik Mahrer, prompt eine Ansprechperson im Publikum. Und schliesslich meldete sich Heinz Lips zu Wort und erklärte, dass ein Ersatz für das Gästebuch der Gemeinde bereits jetzt auf seiner Website www.8903.ch verfügbar sei und die «Vision» kein eigenes Online-Forum mehr schaffen müsse.

Am Ende der Veranstaltung äusserte Kurt Haering seine Enttäuschung über die kleine Teilnehmerzahl. Die Vertreter der bestehenden Netzwerke hätten wenig Interesse gezeigt, sich Aussenstehenden zu öffnen und sich untereinander zu vernetzen. Resignieren wollen die Initianten deshalb aber nicht: «Einen nächsten Anlass werden wir von langer Hand vorbereiten», so Haering. Man hoffe, dass dann ein breiteres Publikum für die Idee begeistert werden könne. Welches Fazit ziehen die Initianten nach dieser ersten Veranstaltung? «Abwarten und Tee trinken», antwortete Haering.