Im Herzen von Dietikon sichtet man nicht nur Menschen, Katzen und Hunden. Wer nach anderen Wesen sucht, wird in der Freizeitanlage Chrüzacher fündig: Dort leben Geissen, Pferde, Esel und Kaninchen. Rundherum spielen Kinder; sechs davon sind Teil der tierischen Spielgruppe der Stadt Dietikon, die gestern zum ersten Mal stattfand. Die kleinen Teilnehmer sind zwischen drei und vier Jahre alt. Begleitet von der Spielgruppeleiterin Maja Morgenthaler und ausnahmsweise auch von Müttern und Grossmüttern bastelten und spielten die Kinder gestern einen Nachmittag lang.

Morgenthaler kreierte das neue Angebot. Sie sammelte Erfahrungen mit einem «Stallzwergen»-Kurs und bekam positive Rückmeldungen von den Eltern. Dann hatte sie die Idee, etwas Neues im Chrüzacher zu probieren: «Unser Ziel ist es, dass die Kinder die Tiere kennenlernen. Nach und nach werden sie miteinander interagieren können.» Das Angebot trifft den Nerv der Zeit: Die Leitung der Freizeitanlage hat bereits für das nächste Jahr Anmeldungen erhalten.

Vorbereitung für den Chindsgi

Als Erstes haben die Kinder die Sonne mit einem Lied begrüsst. Obwohl der Nachmittag eine Premiere für alle Beteiligten war, kannte Morgenthaler nach gefühlten zehn Sekunden alle Namen. Als nächste Aktivität war das Basteln eines Schlüsselanhängers in Form einer Schildkröte geplant. «Schade, dass wir hier keine echte haben», sagt Morgenthaler. Die Kinder hatten am Zeichnen und Malen des Holzschildkrötchens trotzdem Freude. Bald war es Zeit für das Zvieri. Die vierjährige Nejra weinte, als Grossmami Eveline Wittwer kurz abwesend war. Möglicherweise geschieht das schon bald nicht mehr. «Hier lernen die Kinder auch, ein bisschen unabhängiger zu werden», sagt Morgenthaler. Die Kinder seien einen Nachmittag lang ohne die Begleitung der Eltern. Dafür könnten sie aber Freundschaften knüpfen und einfach die Zeit mit anderen Kindern geniessen. «Es ist eine Art Vorbereitung für den Kindergarten», sagt die Spielgruppeleiterin. Eveline Wittwer, Grossmutter der kleinen Nejra, findet die tierische Spielgruppe eine gute Idee: «Nejra hat Tiere sehr gern, und es ist toll für sie, wenn sie hier auf dem Chrüzacher spielen kann.» Nach der Pause war es so weit: Die Dietiker Kinder durften mithilfe der Eltern Äste mit Apfel- und Karottenstücken zieren. Nach einem gescheiterten Versuch, die aufgeregten Geissen in den Stall zu führen, konnte Morgenthaler die Bäume auf dem Auslauf platzieren. Die hungrigen Tiere haben ein Fest aus den Bäumen gemacht, und die ganze Anlage schaute plötzlich zu. «Jetzt essen die Geissen Zvieri», sagte ein Mädchen, das selbst ein Stück Apfel ass. Nächsten Montag geht es weiter: Geplant ist der erste direkte Kontakt mit den Tieren – und das Ausmisten und Wischen des Geissenstalls.