Knall des Jahres

Erste Sprengung für dritte Tunnelröhre am Gubrist – logisch, wer auf den Auslöser drückte

Der Gubrist-Ausbau erreicht einen weiteren Meilenstein: Heute wurde unter Anwesenheit illustrer Gäste die erste Sprengung für die dritte Tunnelröhre gefeiert.

Zum Start der Sprengarbeiten besuchten unter anderem die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP), der Stadtzürcher Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) und Astra-Direktor Jürg Röthlisberger die Gubrist-Baustelle. Der Weininger Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) hat gemeinsam mit Max Walter (SVP), dem Gemeindepräsidenten auf der anderen Tunnelseite in Regensdorf, die erste Sprengung ausgelöst. Es wurde hör- und sichtbar: Das grösste Verkehrs-Nadelöhr der Schweiz soll ab 2022 keines mehr sein.

Die rund zehn Kilometer lange Zürcher Nordumfahrung gehört mit täglich bis zu 120'000 Fahrzeugen zu den am häufigsten befahrenen Autobahnabschnitten. Ein Viertel aller Staustunden auf Schweizer Autobahnen fallen beim Gubristtunnel zwischen dem Limmattalerkreuz und der Verzweigung Zürich Nord an.

Es chlöpft im Berg: Sprengung für Ausbau der Zürcher Nordumfahrung auf sechs Spuren

Es chlöpft im Berg: Sprengung für Ausbau der Zürcher Nordumfahrung

«Es wollte ja nicht mehr aufhören»: Der Weininger Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) im Videointerview

«Es wollte ja nicht mehr aufhören»: Durfte den Knopf drücken – der Weininger Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) im Videointerview

  

Eine dritte Röhre soll nun die Situation nachhaltig entspannen. Per Knopfdruck lösten die Gemeindepräsidenten von Regensdorf und Weiningen, Max Walter und Hanspeter Haug, am Dienstag die erste Sprengung für den drei Kilometer langen Tunnel aus. Der Durchbruch ist für 2019 geplant, die Inbetriebnahme im Sommer 2022.

"Nach dem Baustart des Gesamtprojekts im letzten Sommer können wir nun mit dem Bau des Herzstücks beginnen", sagte Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamtes für Strassen (Astra). Der 600 Meter hohe Hügel zwischen Regensdorf und Weiningen habe wegen des Staus in den letzten Jahren eine zweifelhafte Berühmtheit erlangt.

Erleichterung weit über Zürich hinaus

"Das Projekt bringt eine Erleichterung für die Verkehrsteilnehmenden im ganzen Kanton Zürich und weit darüber hinaus", sagte die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP). Der Ausbau sei auch wichtig für die Wirtschaftsförderung. "Die Unternehmen sind auf gute Verkehrswege angewiesen."

«Ich bringe dann mal Bier oder eine Suppe für die Arbeiter vorbei»: Tunnelpatin Maya Grossmann aus Weiningen im Video-Interview

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Die Nordumfahrung wurde 1985 eröffnet. Jetzt wird sie durchgehend auf drei Streifen pro Fahrtrichtung ausgebaut. Die dritte Tunnelröhre soll - wie am Baregg im Aargau - den Verkehr in Richtung Bern, Basel, Luzern und Chur aufnehmen. Die beiden bestehenden Röhren werden in Richtung St. Gallen und Flughafen befahren.

Für den sechsspurigen Ausbau der Nordumfahrung ist gemäss Astra von Gesamtkosten im Umfang von 1,55 Milliarden Franken auszugehen. Während der Bauzeit sollen jeweils in beide Richtungen zwei Spuren dem Verkehr zur Verfügung stehen.

Temporärer Bahnhof am Gubrist

In verschiedenen Gemeinden im Limmattal, im Furttal, im Glatttal sowie im Raum Zürich Nord sind rund 70 kleinere und grössere Einzelmassnahmen vorgesehen. Unter anderem mit Änderungen von Kreuzungen und Verengungen von Fahrbahnen soll der Verkehr von den Dörfern auf die Autobahn verlagert werden.

Das Grossprojekt erhält sogar einen eigenen Bahnanschluss. Auf der östlichen Seite des Gubrists bei Zürich-Affoltern wird für drei Jahre ein Verladebahnhof eingerichtet. Dieser wurde geschaffen, um die rund 600'000 Kubikmeter Ausbruchsmaterial umweltverträglich abzutransportieren.

Damit lassen sich gemäss Astra rund 130'000 Lastwagenfahrten vermeiden. Der Gubrist werde beim Tunnelbau schonend gesprengt. Sprengladungen und Schallimmissionen seien verhältnismässig gering. Insgesamt rechnen die Verantwortlichen mit rund 6000 Sprengungen. Dafür braucht es über ein Million Kilogramm Sprengstoff.

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