Hündin Xina (4) will Fliegen fangen, aber jetzt gerade liegt sie auf dem Untersuchungstisch und wird abgetastet. Zum Glück hat sie ein liebes und geduldiges Wesen. So kann Miriam Spring von der Freizeitanlage Chrüzacher in Dietikon zusammen mit Tierärztin Igna Wojtyna Politano zeigen, wie man einen Hund richtig untersucht.

Es wird beim Kopf angefangen. Dort schaut man sich Augen, Ohren, Zähne und Schleimhäute an. Die Kinder dürfen sogar alle einmal der Hündin ins Ohr schauen. Mit dem Stethoskop wird dann das Herz abgehorcht.

Von den 14 Kindern beim «Erste- Hilfe-Kurs für Tiere» in der Freizeitanlage Chrüzacher hat fast jedes ein Haustier, manche sogar gleich mehrere. Und fast alle haben auch schon mal ein Erlebnis mit einem verletzten oder kranken Tier gehabt, von dem sie erzählen können. Aber wie verarztet man eine verletzte Pfote oder woran erkennt man, dass ein Tier krank ist?

Als ob nichts wäre

Das alles verrät die Tierärztin und lässt die Kinder auch gleich einen Verband machen. Xina ist das gewohnt und liegt geduldig auf dem Tisch. Wenn da bloss nicht die frechen Fliegen wären! Die Kinder finden das urkomisch, aber schaffen es trotzdem, der neugierigen Xina, unter Anweisung der Tierärztin, zwei Pfoten professionell zu verbinden. Dann kommt der Lauftest. Und siehe da: Xina läuft umher, als ob nichts wäre. Die kleinen Helfer haben ganze Arbeit geleistet.

Als Nächstes kommt ein Welpe namens Balou in die Runde getapst. Balou ist 14 Wochen alt und an ihm wird erklärt, welche Untersuchungen man bei jungen Hunden unbedingt durchführen muss und was es alles zu beachten gibt.

Ein Tuch über den Kopf

Aber es gibt ja nicht nur Vierbeiner, die verwundet sind oder krank werden. Was macht man zum Beispiel, wenn man einen verletzten Vogel findet? Zur Vorführung muss Huhn Trudi Model stehen. Wichtig beim Transport von verletzten Vögeln ist, dass sie in einen dunklen Karton gelegt werden oder man ihnen zuerst einmal ein Tuch beziehungsweise Kleidungsstück über den Kopf legt, so Miriam Spring. «Das beruhigt sie, während sie in einem Käfig wild herumflattern würden und sich womöglich noch mehr verletzen.»

Als Nächstes sind Kaninchen an der Reihe. Da zeigt Tierärztin Wojtyna Politano, wie man zum Beispiel richtig die Krallen schneidet. Wichtig ist auch, dass man beim Transport von Kleintieren, entgegen allen Behauptungen, kein Heu oder Stroh hineintut, da sich die Tiere meistens an den Augen verletzen. Ein weiches Handtuch reicht völlig.

Mirkos Huf gut gepolstert

Nach all den kleinen Tieren dürfen sich die Kinder an das grösste Tier vom Hof wagen. Wallach Mirko ist schon 20 und im Umgang mit den Kindern total entspannt. Wäre er jetzt mit seinem Huf in einen Nagel getreten und es würde anschliessend furchtbar bluten, dann brauchte er einen Verband. Für die Kinder vom «Erste-Hilfe-Kurs» ist das kein Problem. Zusammen mit der Tierärztin und mit Mirjam Spring wird der Huf gepolstert und verbunden. Auch Mirkos Verband besteht den Lauftest.

Dies war die letzte Herausforderung im Programm. Haben alle was gelernt? «Ja!» Was hat am meisten Spass gemacht? «Dem Pferd den Verband zu machen, fand ich toll», sagt Ramona (12). Caroline (11) will Tierärztin werden und hatte ganz viel Spass dabei, als sie Xina die Pfote wickeln durfte. Und welchen Kurs würdet ihr gerne als Nächstes machen? «Eine Fortsetzung vom Erste-Hilfe- Kurs für Tiere.»