Den 25. Juni dieses Jahres dürften die Bewohner des Mehrfamilienhauses an der Bahnhofstrasse 89 in Urdorf noch lange nicht vergessen. Damals stürzte ein rund 50 Tonnen schwerer Kran auf die Liegenschaft und beschädigte sie schwer. Heute sind die Schäden am Dach und den Balkonen noch immer zu sehen, die Bauarbeiten auf der Baustelle der Allgemeinen Baugenossenschaft Urdorf (ABU) sind bereits seit zwei Wochen wieder in vollem Gang . Die Baustelle wurde durch die Staatsanwaltschaft und durch die Suva freigegeben, wie der ABU-Präsident Michael Suter auf Anfrage sagt. Weiter sei man bemüht, die dadurch entstandenen Verzögerungen beim Bau der Liegenschaft wieder aufzuholen. Was zu dem Unfall führte, ist noch immer nicht klar. Der Bericht der Staatsanwaltschaft steht noch aus.

Totalschaden am Dach

Für die Mehrheit der Bewohner des Hauses ist wieder Normalität eingekehrt. Sieben der acht Parteien konnten innerhalb von wenigen Tagen nach dem Sturz zurückkehren. Die Achte, sie bewohnt eine der Dachwohnungen, muss warten. Wie der Urdorfer Bauunternehmer Stefan Schmid auf Anfrage sagt, habe das Dach einen Totalschaden aber auch die Küche sei komplett zerstört worden. Sein Unternehmen wurde mit der Erarbeitung einer Offerte betraut, in rund zwei Wochen soll Baustart für die Sanierung sein. «Wir rechnen damit, dass im Dezember die Arbeiten abgeschlossen sein werden und die Bewohner der Dachwohnung in ihre alte, neuwertige Wohnung zurückkehren können», so Schmid.

Die Gemeinde brachte die Bewohner des Unglückshauses am Abend des Unfalls erst in einer Zivilschutzanlage, in den Tagen danach in einem Hotel unter. Der Familie, die erst im Dezember zurück kann, bot sie eine Notwohnung an. Doch habe die Familie ein anderes Angebot von privater Seite – ebenfalls innerhalb der Gemeinde – in Anspruch genommen, wie Leiter Stab Patrick Müller auf Anfrage sagt.

Baustelle freigegeben

Spezielle Massnahmen zur Sicherung des neu installierten Krans wurden nicht ergriffen. Der Besitzer des Unglückskrans. Heiri Dillier sieht keinen Anlass für solche Massnahmen beim neuen Kran. «Wir haben die Suva-Vorschriften befolgt, wie wir es bei der Installation von jedem Kran tun», sagt er. Die Untersuchungsergebnisse müssten abgewartet werden, um weitere Schlüsse zu ziehen.

Ein wenig Klarheit besteht zumindest in der Bezifferung der Schadensumme. Amos Winteler, Sprecher der Basler Versicherung sagt auf Anfrage: «Wir rechnen aktuell mit einem tiefen einstelligen Millionenbetrag. Eine abschliessende Schadensumme können wir noch nicht bekannt geben.»