Urdorfer Fasnacht

Erst der Laubbläser setzte dem närrischen Treiben in Urdorf ein Ende

Der Urdorfer Fasnachtsumzug begeisterte Gross und Klein. Die Sujets variierten von Littering, über 80 Jahre Lego hin zur Grip(p)en-Impfung. Nur das Motto «Hollywood» blieb etwas auf der Strecke.

Pünktlich um 14.31 Uhr startete er an der Urdorfer Weihermattstrasse beim aufgefrischten Alters- und Pflegeheim, der farbenfrohe Umzug: mit rund dreissig Wagen, prächtigen Masken und Gruppen, kunstvoll geschminkten Gesichtern – sowie mit achtzehn Guggen. Eine riesige Schar von Fasnachtsfans säumte den Umzug und liess sich von der lauten grell-pastellen Fasnachtsschlange verzaubern.

Das Thema «Hollywood» setzten allerdings nur wenige der Gruppen um. Einzig diejenige der Stiftung Solvita aus Urdorf sorgte in ihren eleganten schwarzen Anzügen für etwas hollywoodschen Glamour. Sujets wie Energie sparen, Grip(p)en-Impfung, Schwarzgeld-Kavallerie, Littering, Schlümpfe oder 80 Jahre Lego waren dieses Jahr hoch im Kurs. Und ins Sammeltuch des Gemeinnützigen Frauenvereins flatterten wie allemal «für unsere Betagten» die Nötlein.

Voll schränzende Guggen

Rund zwanzig Guggen aus nah und fern lockerten mit ihren voll schrägen Tönen den Umzug auf. Da gabs zum Beispiel die «Edlen Handelsläute» aus Dietikon, gefolgt von den mottolosen «Las Zoclas» aus dem bündnerischen Sumvitg, die Lumpenkapelle aus dem baden-württembergischen Hechingen oder die «Flüüge-Tätscher» aus Birmensdorf, die kürzlich ihr 20-Jahr-Jubiläum feierten. Die Urdorfer «Stiereschränzer» erinnerten an den nicht eingetretenen Weltuntergang mit dem Motto «2013 und wir leben noch». Und die Jugendgruppe «Notekleckler» zog mit dem Motto «Baden braucht neue Köche» durch Urdorfs Strassen.

Mundgerechte Wurfgeschosse

Während sich die Sonne im Laufe des Nachmittags langsam bemerkbar machte, regnete es an allen Orten und Enden Konfetti in rauen Mengen. Aber auch Schleckwaren, Früchte und Chips flogen von den Wagen und verschwanden in den Mäulern und Taschen der Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Knaben aus Urdorf sorgten mit ihrer Konfetti-Badewanne für «Äkschen», zahlreiche hübsche Damen landeten teilweise trotz Gegenwehr im weissen Zuber.

Reinigungsmaschinen aufgefahren

A propos Konfetti: Nach der bunten und ausgelassenen Stimmung herrschte Hochbetrieb bei der Reinigungsequipe: So zogen die Urdorfer Gemeindearbeiter mit Putzmaschinen und dröhnenden Bläsern auf, um nicht dem Laub, sondern dem Konfettisegen endgültig den Garaus zu machen – und damit die Spuren des Narrentreibens zu beseitigen.

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