Dietikon
Ernst Joss:«Die Zeit ist reif für eine links-grüne Mehrheit»

Für die AL Limmattal ist es auch nach der Wahl von Richard Wolff in den Zürcher Stadtrat schwierig in den Limmattaler Gemeinden geeignete Kandidaten für den Stadtrat zu finden. In Dietikon und Schlieren stehen die Chancen allerdings nicht schlecht.

Sophie Rüesch
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Ernst Joss: Dietiker AL-Gemeinderat und Pensionskassenexperte.

Ernst Joss: Dietiker AL-Gemeinderat und Pensionskassenexperte.

Florian Niedermann

Herr Joss, erhoffen Sie sich, dass die Wahl Ihres Parteikollegen Richard Wolff in den Zürcher Stadtrat der Limmattaler AL bei den Gesamterneuerungswahlen 2014 neuen Schub verleihen wird?

Ernst Joss: Ja. Wolffs Erfolg hat gezeigt, dass die Bevölkerung mit der links-grünen Regierung nicht nur zufrieden ist, sondern sich sogar eine noch prononciertere linke Politik wünscht. Und die Themen, die in Zürich beschäftigen, beschäftigen auch in Dietikon.

Haben sich die Anliegen der Dietiker Bevölkerung mit der laufenden Siedlungsentwicklung verändert?

Ja. Dietikon ist kein Bauerndorf mehr. Mit dem Entstehen neuer Quartiere und der Limmattalbahn wird die Bevölkerung urbaner werden. Die Zeit ist auch hier reif für eine links-grüne Mehrheit.

Die Stadtzürcher AL hat immerhin einen Wähleranteil von 4,18 Prozent. Für die Limmattaler AL stehen die Chancen schlechter.

Das glaube ich nicht. Bei den Gemeinderatswahlen 2010 betrug unser Wähleranteil knapp 1,5, bei den Kantonsratswahlen 2011 bereits 2,5 Prozent. Der Stadtrat hat mit dem Mietschulhaus wie auch in anderen Bereichen eine extrem schwache Figur abgegeben und entsprechend Niederlagen einstecken müssen. Dietikon ist bereit für eine linkere Politik, da bin ich mir sicher. Wir müssen nun auch eine mögliche Koalition mit SP und Grünen prüfen.

Sie sind das sichtbarste Mitglied der Dietiker AL. Treten Sie 2014 als Stadtratskandidat an?

Ich nicht. Die Bevölkerung hat mich 2010 nicht gewählt und das akzeptiere ich. Ausserdem bin ich auch nicht jünger geworden. Wir wollen aber auf jeden Fall antreten – unter der Voraussetzung, dass wir einen qualifizierten Kandidaten finden. Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen.

Auch in anderen Gemeinden?

Es wird schwierig werden, in allen Limmattaler Gemeinden geeignete Kandidaten zu finden – das geht allen Parteien so. Ich hoffe, dass wir sicher mindestens in Dietikon und Schlieren eine Liste aufstellen können.

Die AL ist bekannt als Partei der starken Köpfe. Hat die Partei eine genug klare Linie?

Wir sind eine sehr individualistische Partei, doch die Positionen gehen nicht so weit auseinander, als dass unklar wäre, wofür wir stehen.

Und was wäre das?

Zu unseren Kernthemen gehören die Stadtentwicklung, der Wohnungsbau und der Verkehr. Wir sind eine Partei, die sozial denkt. Und mit ausländerfeindlichen Parolen können wir nichts anfangen. Auch in der Region sind unsere Schwerpunkte transparent. Wir beteiligten uns an der Vernehmlassung zur Revision des kantonalen Richtplans, am Gemeindegesetz, und wir legten Einsprache gegen das Gateway ein.