Rechnung

Erneuter Geldsegen für Dietikon: Rechnung 2018 schliesst mit 8,3 Millionen im Plus

Winkt bald die dritte Steuersenkung in Folge? Die Stadt Dietikon ist finanziell derzeit gut aufgestellt.

Winkt bald die dritte Steuersenkung in Folge? Die Stadt Dietikon ist finanziell derzeit gut aufgestellt.

Die Stadt Dietikon schliesst die Rechnung 2018 um 10 Millionen Franken besser ab als erwartet – möglich wurde das dank höheren Grundstückgewinnsteuern.

Die Freude war Finanzvorstand Rolf Schaeren (CVP) ins Gesicht geschrieben, als er den Medien die Rechnung 2018 der Stadt Dietikon präsentierte. Dazu hat er allen Grund: Die Stadt hatte ein Minus von 1,4 Millionen Franken budgetiert, verbesserte die Rechnung aber um knapp 10 Millionen. Sie schliesst nun mit einem Plus von 8,3 Millionen. Somit wurde die Rechnung des Vorjahres übertroffen, damals hatte das Plus 6,4 Millionen Franken betragen. Einem Gesamtertrag von 229 Millionen Franken stand ein Aufwand von 221 Millionen Franken gegenüber.

Die grösste Abweichung vom Budget ist bei den Grundstückgewinnsteuern zu finden. Hier nahm die Stadt satte 8,2 Millionen mehr ein als die 3,5 Millionen, die sie budgetiert hatte. «Das ist schön und wir nehmen dieses Geld gerne. Wir können aber von nun an nicht jedes Jahr mit einem solchen Betrag rechnen», sagte Schaeren nüchtern. Ein Kostenpunkt, der geringer ausfiel, sind die geplanten Abschreibungen. Sie waren um 1,7 Millionen Franken tiefer, da manche Investitionen nicht getätigt wurden.

Soziallasten steigen wieder

Doch gab es auch verschiedene Posten, bei denen die Stadt tiefer in die Tasche greifen musste. Beispielsweise war der eigentliche Personalaufwand um 1,2 Millionen höher als erwartet und die Beiträge an die wirtschaftliche Hilfe stiegen um 1,3 Millionen. Aus Dietiker Sicht gehen hier die Alarmglocken los. So pendelten sich in den vergangenen Jahren die Sozialkosten auf einem tieferen Niveau ein, begannen gar leicht zu sinken. «Wir betonten stets, dass es sich dabei nicht um einen Trend handelt. Die Stadt Dietikon setzt sich noch immer für einen kantonalen Soziallastenausgleich ein», so Schaeren. Dies, weil Zentrumsgemeinden in diesem Bereich chronisch höhere Kosten zu bewältigen haben als etwa Seegemeinden.

Einen Verlust wiesen die Abwasserbeseitigung, die Gasversorgung und die Abfallbeseitigung auf. Dieser wurde jedoch mit genügend Reserven gedeckt. Positiv hingegen schliessen die Wasserversorgung und die Altersresidenz ab.

Zu erwarten war, dass die Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen sinken würden, zumal die Stadt für das vergangene Jahr den Steuerfuss von 129 auf 126 Prozent gesenkt hatte. Es wurde eine halbe Million weniger eingenommen. Bei den Unternehmen hingegen erhöhten sich die Einnahmen um 3 Millionen Franken.

Interessant ist ein weiterer Kennwert: die Steuerkraft pro Person. Diese stieg im Vergleich zum Vorjahr um 140 Franken auf rund 2450, liegt aber noch immer unter dem kantonalen Mittel. Hat diese Erhöhung mit den Einwohnern des Limmatfeld-Quartiers zu tun, von denen sich die Stadt mehr Steuererträge erhoffte? «Der Unterschied liesse sich auch auf natürliche Schwankungen zurückführen. Wir wollen aber wissen, wie hoch die Steuerkraft im Limmatfeld ist und werden dies im Rahmen eines Projekts erheben», so Schaeren.

Kommt erneute Steuersenkung?

Bezüglich der beiden grössten Kostenpunkte sind der Stadt die Hände gebunden. Denn über die 53 Millionen und 40 Millionen, die für Bildung beziehungsweise im Sozialbereich ausgegeben werden, entscheiden andere. «Diesen beiden Bereichen ist gemeinsam, dass ihre gesetzlichen Grundlagen nicht in Dietikon, sondern auf kantonaler oder nationaler Ebene geschaffen werden», so Schaeren.

Besonders von Interesse ist der Steuerfuss, der 2017 noch bei 129 Prozent, 2018 bei 126 Prozent und für das laufende Jahr bei 123 Prozent liegt. Folgt nach einem Plus von 8,3 Millionen Franken zum dritten Mal in Folge eine Steuerfusssenkung? «Der Stadtrat wird bei der Budgetierung 2020 sicher über eine Steuerfusssenkung diskutieren», sagte Schaeren. Was gegen eine Senkung sprechen könnte, sind die anstehenden Investitionen. Namentlich im Bereich Schule muss die Stadt viel Geld in die Hand nehmen. Neben der Sanierung des Schulhauses Wolfsmatt, die mit rund 70 Millionen Franken veranschlagt wird, muss auch das Luberzen-Schwimmbad erneuert werden. Auch steht der Bau eines Schulhauses im Quartier Limmatfeld an, den die Stadt bis 2026 realisieren will.

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