Birmensdorf
Ermittlungen zum Krippen-Unfall sind noch nicht abgeschlossen

Der Hergang des Unfalls in der Kinderkrippe Sennhof im Sommer 2010 ist noch immer nicht geklärt. Dem Mädchen, das sich damals bei einem Sturz aus dem Fenster verletzte, geht es aber den Umständen entsprechend gut.

Katja Landolt
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Beim Sturz aus einem Fenster hatte sich in der Kita Sennhof ein Mädchen verletzt (Symbolbild)

Beim Sturz aus einem Fenster hatte sich in der Kita Sennhof ein Mädchen verletzt (Symbolbild)

Keystone

Die Ermittlungen der Untersuchungsbehörden im Falle des Babys, das im Juli 2010 aus dem Fenster der Kindertagesstätte Sennhof gestürzt war, sind eineinhalb Jahre nach dem Unfall noch nicht abgeschlossen. Das bestätigt Samuel Eglin, Präsident des Trägervereins der Kindertagesstätte, auf Anfrage.

Rückblick: Am frühen Nachmittag des 30. Juni 2010 stürzt ein einjähriges Mädchen aus dem Fenster im zweiten Stock der Kindertagesstätte Sennhof. Dabei erleidet das Kleinkind schwere Hirnverletzungen. Erste Ermittlungen haben ergeben, dass das Mädchen in einem unbeaufsichtigten Moment auf das Fenstersims geklettert und sechs Meter in die Tiefe auf den Vorplatz gefallen war.

Die Situation der «Untersuchungen in der Schwebe» sei für das Personal wie auch für die betroffene Familie belastend, sagt Eglin. «Es ist bemühend, dass die strafrechtliche Beurteilung des Unfallhergangs auch eineinhalb Jahre später noch immer nicht abgeschlossen ist.» Nach seinem Wissensstand sehe es aber nicht danach aus, dass eine einzelne Person mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müsse.

Mädchen entwickelt sich gut

Dem Mädchen geht es laut Eglin den Umständen entsprechend gut. «Ihr Gehirn ist noch im Wachstum und wird verloren gegangene Funktionen teilweise kompensieren können. Momentan macht sie glücklicherweise gute Fortschritte.» Die langfristigen Folgen der Hirnverletzung werden sich aber erst in zehn bis fünfzehn Jahren definitiv zeigen. In der Kinderkrippe wurden derweil diverse Massnahmen ergriffen und das Sicherheitskonzept nochmals überarbeitet. «Wir haben die Fenster, die zum Lüften gebraucht werden, vergittert», sagt Eglin. Ausserdem mache das Personal halbjährlich einen Sicherheitsrundgang durch den Sennhof, um allfällige Risiken auszumachen und zu beheben.

Angaben über den Stand der Untersuchungen waren gestern bei der Staatsanwaltschaft nicht zu erfahren.