Regionalfussball
Er soll den Klassenerhalt sichern: Die Frauen des FC Schlieren haben mit Costa Vettas einen neuen Trainer

Die Schlieremerinnen freuen sich auf den neuen Trainer Costa Vettas und sind motiviert für die kommende Saison.

Michel Sutter
Merken
Drucken
Teilen
Die Schlieremerinnen trainieren derzeit mit Co-Trainer Zoran Perak. Cheftrainer Costa Vettas weilt noch in den Ferien.

Die Schlieremerinnen trainieren derzeit mit Co-Trainer Zoran Perak. Cheftrainer Costa Vettas weilt noch in den Ferien.

Limmattaler Zeitung

Sie spielen einander den Ball zu, laufen dabei ein paar Schritte, bleiben in Bewegung, ohne sich zu verausgaben. Verständlich. Denn die Sonne brennt immer noch gnadenlos auf den Hauptplatz im Zelgli hinunter während der ersten Minuten des Abendtrainings, das die Spielerinnen vom Schlieremer Nationalliga-B-Team absolvieren. Da muss man sich die Kräfte einteilen.

Derzeit trainieren die Schlieremerinnen nur mit Assistenztrainer Zoran Perak, Cheftrainer Costa Vettas weilt noch in den Ferien. Vettas ist auf diese Saison hin neu zu den Schlieremerinnen gestossen, nachdem der vorherige Trainer Getoar Sallauka nicht mehr trainieren durfte, weil ihm das Trainerdiplom für die Nationalliga B fehlte.

Neu ist auch Antonio Bonito. Der ehemalige Präsident des FC Bremgarten und ehemalige Sportchef des FC Villmergen tritt die Nachfolge von Sportchefin Sandra Kälin an, die ihr Amt nach nur einem halben Jahr wieder aufgegeben hat. Seine erste Amtshandlung war, den neuen Trainer zu verpflichten. «Klar, wir hätten uns gewünscht, dass Sallauka bleiben kann», sagt er. «Aber das geht ohne entsprechendes Diplom eben nicht.»

Mit Vettas haben die Schlieremer bereits den dritten Trainer innerhalb eines Jahres verpflichtet. Auch für die Spielerinnen keine einfache Situation. «Man muss sich jeweils an den neuen Trainer gewöhnen», sagt etwa Céline Bürgisser, der in der neuen Saison eine Art Leaderrolle zugedacht ist. Doch sie hat in der einzigen Trainingseinheit, in der Vettas die Mannschaft bisher betreut hat, einen positiven Eindruck vom neuen Chef bekommen. «Wir sind alle motiviert und freuen uns auf die kommende Saison», sagt sie.

Vier Zuzüge, drei Abgänge

Und in dieser wollen die Schlieremerinnen gar nicht erst auf die Abstiegszone schielen müssen, wie sie das in der vergangenen Saison tun mussten. «Wir wollen so früh wie möglich hinten wegkommen», sagt Perak, schränkt aber ein, dass es dafür keine Garantie gibt: «Die Puzzleteile müssen stimmen.» Dazu gehören auch die neuen Spielerinnen. Mit Luana Bonfardin und Valentina Stojikovic (beide von den Blue Stars Zürich gekommen), Mara Berli (Villmergen) und Torhüterin Madeleine Hau (Witikon) sind bisher vier Fussballerinnen auf die neue Saison hin zu den Limmattalerinnen gestossen. Gleichzeitig sind mit Patrizia Dreyer, Sibylle Schmitter und Joëlle Aschwanden drei Spielerinnen nicht mehr dabei. Damit bleibt die personelle Situation bei den Schlieremerinnen mit derzeit 15 Spielerinnen im Kader angespannt – so wie schon in den Jahren zuvor.

Deshalb suchen die Verantwortlichen weiterhin Spielerinnen für die erste, aber auch die zweite Mannschaft, die in der 2. Liga spielt. Dafür haben sie eigens einen Flyer verteilt. Momentan testet man einige Spielerinnen, zudem sollen junge Spielerinnen nachgezogen werden. Mit dieser Mischung aus Führungsspielerinnen und jungen Talenten hofft erhofft sich der Verein, künftig eine schlagkräftige Truppe zu haben und das Verletzungspech hinter sich zu lassen. «Wir müssen die Frauenabteilung wieder stabilisieren», sagt Bonito.

Defensive am wichtigsten

Bonito will aber nicht nur mehr Spielerinnen, sondern auch mehr Zuschauer aufs Zelgli locken. Denn die Gunst des Publikums ist nicht nur in Schlieren bei den kickenden Herren nach wie vor höher als bei den Frauen. «Dabei wäre das Potenzial da, rund ums Zelgli wohnen so viele Leute», sagt Bonito. Die Verantwortlichen sind aber zuversichtlich, dass den Frauen wieder mehr Fans zusehen werden. Künftig wird es bei den Partien der Frauen auch wieder ein Matchprogramm geben, ebenso wird der Matchball gesponsert werden. «Wir wollen uns in den Fokus des Limmattals setzen», sagt Bonito. «Das ist unser Ziel.»

Und das erreiche man in erster Linie mit sportlichem Erfolg. Doch wie soll dieser auf dem Platz erreicht werden? «Das Wichtigste ist die Defensive», sagt Perak. «Aus einer kompakten Defensive wollen wir schnell in die Offensive umschalten. Wir haben letzte Saison bewiesen, dass wir viele Tore schiessen können.» Einen Tabellenplatz haben die Schlieremerinnen allerdings nicht im Visier. «Wir möchten einfach den Ligaerhalt schaffen», so Bonito.