Er singt zum Ausgleich

Amadeus Zimmermann ist unter anderem im Männerchor Schlieren – aber nicht nur.

Carmen Frei
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Amadeus Zimmermann ist auch im Fussball aktiv.

Amadeus Zimmermann ist auch im Fussball aktiv.

Bild: Carmen Frei

«Damals habe ich gedacht, das ist doch etwas für alte Männer», sagt Amadeus Zimmermann. In Weiningen ermutigte ihn ein Sänger, der im selben Haus wohnte, beim Männerchor vorbeizuschauen. «Heute würde ich es bereuen, wenn ich nicht gegangen wäre.» Seither ist er mit Begeisterung dabei. Es sei ein guter Ausgleich zum sonstigen Alltag.

Seit dem 1. Juli 1986 wohnt Zimmermann im Limmattal, seit 13 Jahren in Oetwil. Ursprünglich kommt er aus dem Kanton Wallis. Er arbeitete stets bei der Post, bis er vor acht Jahren frühpensioniert wurde. Neben Brig, wo er die Lehre gemacht hat, war er auch noch in Genf tätig. Nach Zürich kam er, als das Paketzentrum in Mülligen entstand. Bereits ab 1988 war er deshalb Mitglied des Männerchors Turicum Post Zürich, ab 1990 amtete er als Präsident. Ab 1992 war er ausserdem im Vorstand des Chor­verbands Limmattal, den er 27 Jahre präsidierte.

An jedem Abend war er an einer anderen Sitzung

Sowohl der Männerchor Turicum Zürich als auch der Chorverband wurden vor drei Jah- ren aufgelöst. Der Männerchor Schlieren, dem Zimmermann angehört, und zwei weitere Chöre des Chorverbands Limmattal schlossen sich dem Chorverband Zürich Unterland an. Dort ist Zimmermann nun ebenfalls im Vorstand, wie auch seit elf Jahren beim Zürcher Kantonal Gesangverein. Sein umfassendes Engagement braucht viel Zeit. «Es entsteht vor allem viel wiederkehrende Arbeit mit der gesamten EDV. Aber ich habe auch viel verteilt und reorganisiert», sagt Zimmermann. Als er noch 100 Prozent gearbeitet habe, hätte es Wochen gegeben, in denen er jeden Abend an einer anderen Sitzung gewesen sei. Nebst den Chören ist er nämlich bereits seit 20 Jahren in verschiedenen Funktionen beim FC Oetwil-Geroldswil tätig. Die Ortspartei CVP Oetwil-Geroldswil-Weiningen führt er zudem seit 27 Jahren als Präsident.

Und wie ging es dem Männerchor Schlieren in Zeiten von Corona? Nach dem Lockdown habe der Vorstand mit dem Dirigenten reagiert und die Probenarbeit zu jedem Sänger «nach Hause» verlegt. Eine Aufzeichnung mit Begrüssung, Informationen und einer sechzigminütigen Probe in allen vier Stimmlagen wurde auf eine Website hochgeladen und so konnten die Proben weitergeführt werden.

Nach den ersten Lockerungen fand der Männerchor bei der katholischen Kirchgemeinde einen grösseren Proberaum. Mit zwei Meter Abstand und gesperrten Bankreihen wurden die Schutzmassnahmen eingehalten. Die grosse Schwierigkeit sei dabei der Abstand zwischen den Sängern gewesen. Die Mitglieder hörten die verschiedenen Stimmregister nicht richtig und mussten sich am Klang orientieren. Inzwischen habe sich der Chor aber durch dieses Proben auch verbessert, erklärt Zimmermann. Leider dürften sie die hart erlernte Gounod Messe Nr. 6 im Oktober aus Sicherheitsgründen aber nicht aufführen.

Auch viele andere Anlässe wurden abgesagt. «Die Metzgete wurde gestrichen und der Jahresausflug des Chors ebenso.» Der Männerchor blieb aber aktiv. Für nächstes Jahr seien drei Konzerte geplant. «Es werden die letzten Konzerte unseres Dirigenten sein», so Zimmermann. Nach 16 Jahren wird Christian Meldau Mitte nächstes Jahr den Chor verlassen. «Für das Programm der Konzerte haben wir eine Auswahl aus den letzten Jahren getroffen und werden seine Lieblingslie- der noch einmal singen», sagt Zimmermann. Für die Zukunft wünscht er sich mehr begeisterte Sänger beim Männerchor Schlieren.

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