Schlieren

Er prägte das neue Gesicht der Stadt Schlieren

Manuel Peer, Stadtingenieur von 2005 - 2013

Manuel Peer, Stadtingenieur von 2005 - 2013

Stadtingenieur Manuel Peer tritt nach 8 Jahren von seinem Amt zurück. Er kam, um Schlieren ein neues Gesicht zu verleihen. Doch ist das Stadtingenieur Manuel Peer auch gelungen?

«Wir sind damit einen guten Schritt weiter gekommen», sagt er.

Der Stolz ist in seinen Augen nicht zu übersehen, während er über seine Arbeit spricht. Die Entwicklungsquartiere am Rietpark und die Giardino-Siedlung nördlich der Bernstrasse - man könne sie auch als die Ohren der Stadt bezeichnen - seien zu Juwelen der Stadtentwicklung herangewachsen, sagt Peer. Was noch fehle, sei das Wichtigste: die Augen, die Nase und der Mund - das Stadtzentrum. «Auch dabei ist die Stadt auf einem guten Weg», erklärt er.

Die Vollendung des neuen Gesichts Schlierens wird der 54-Jährige nicht mehr aktiv mitgestalten können. Er tritt nach knapp neun Jahren als Stadtingenieur in Schlieren Ende August zurück, um im Kanton Aargau die Leitung der Sektion Siedlungs- und Freiraumentwicklung im Amt für Raumplanung zu übernehmen.

Dass er die Umgestaltung des Schlieremer Zentrums nicht zu Ende bringen kann, reue ihn, sagt Peer. Er half dem Projekt aus seinen Kinderschuhen. Doch es sei gut, dass sich nun jemand mit neuem Elan diesem Vorhaben annehme. «Ich kann mit Recht behaupten, dass ich in den letzten Jahren viel gearbeitet habe. Da kommt es zwangsläufig auch zu gewissen Ermüdungserscheinungen», erklärt Peer.

Die Stadt als Organismus

Die Bilder, die er bei seinen Erklärungen verwendet, sprechen eine klare Sprache: Er sieht die Stadt als etwas Lebendiges, Organisches, fast Menschliches. Diese Herangehensweise verbindet der Stadtingenieur mit der Auffassung, dass die öffentlichen Räume in Schlieren der Bevölkerung dienen sollen.

Besonders stolz ist er darauf, dass Schlieren während seiner Amtszeit grüner geworden ist. «Wir haben im öffentlichen Raum rund 150 Bäume gepflanzt. Dazu kamen mehrere Parks in den neuen Siedlungen und mit der Sägestrasse auch eine preisgekrönte Begegnungszone», sagt Peer. Gleichzeitig sei die Stadt sehr darauf bedacht gewesen, die Naherholungsgebiete rund um den Siedlungsraum zu erhalten.

Schlieren gilt unter Stadtplanern als Vorzeigeagglomerationsgemeinde. Dass es so weit kam, ist laut Peer der Beharrlichkeit zu verdanken, die Behörden und Verwaltung gegenüber anderen Interessensvertretern wie Investoren, Bauherren und dem Kanton an den Tag legen.

«Im Stadtentwicklungskonzept von 2005 wurde bereits viel aufgegleist. Wir mussten unseren Verhandlungspartnern aber erklären, warum wir die Interessen der Bevölkerung mit Vehemenz vertreten.» Die Verwaltung habe diesen planerischen Grundsätzen nur deshalb so treu sein können, weil die Behörden ihr den Rücken gestärkt hätten, so Peer.

In einer Abschlussarbeit des Masterstudiengangs Advanced Studies in Public Management verglich Peer Schlieren 2012 mit vier anderen Gemeinden - darunter auch Dietikon - hinsichtlich ihrer Entwicklung und Kommunikation. Dabei kommt seine Wirkstätte gut weg. Der Stadt sei zum Vorteil erwachsen, dass die Behörden stark in das Label «Schlieren» und damit in die Aufwertung des öffentlichen Raumes investiert haben, sagt Peer.

Städtebau beeinflusst Wirtschaft

Im Bezirkshauptort sei die Meinung vorherrschend, dass es der Stadt gut gehe, wenn die Wirtschaft floriere. «Meiner Meinung nach verhält sich der Wirkungszusammenhang genau umgekehrt», sagt der ehemalige SP-Stadtparlamentarier. Er sieht sich dadurch bestätigt, dass die durchschnittliche Steuerkraft der Schlieremer Bevölkerung in den vergangenen Jahren anstieg und die Sozialkosten abnahmen. Mit der Aufwertung des Siedlungsraums veränderte sich demnach die Bevölkerungsstruktur.

Einige Baustellen wird Peer vor seinem Abgang nicht beseitigen können. Neben der Umgestaltung des Zentrums gehört dazu auch die Aufwertung der Verbindung vom Zelgliquartier bis zur Salmenkreuzung. «Dieser Bereich wird die Stadt in den nächsten Jahren stark beschäftigen», sagt Peer.

Kritik wegen Limmattalbahn

Auch den Bau der geplanten Limmattalbahn wird Peer nicht mehr begleiten. In diesem Zusammenhang sah er sich in den vergangenen zwei Jahren mit der Kritik einer Gruppe von Bewohnern des Spitalquartiers konfrontiert. Sie sind mit der vorgesehenen Linienführung nicht zufrieden und werfen der Stadt vor, dass sie sich diesbezüglich gegenüber dem Kanton zu passiv verhält.

Peer glaubt nicht, dass es dabei zu einer Einigung kommen wird, mit der mehr als eine Minderheit der Gegner zufrieden ist. «In meinem Job muss man akzeptieren, dass man es nicht allen recht machen kann.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1