Für einen, der schon an zwei Spitälern mitgebaut hat, ist die Grundsteinlegung eines dritten reine Routine – würde man meinen. Irrtum. Stéphane Bezille arbeitet als Projektleiter für den Totalunternehmer Losinger Marazzi beim Neubau des Spitals Limmattal – und das LimmiViva ist bereits sein drittes solches Projekt.

Doch obwohl sich alle Grundsteinlegungs-Zeremonien gleichen, freut er sich jedes Mal darauf, wie er sagt: «Das ist ein wichtiger Moment. Alle wissen: Nun geht es los, der Bau wächst in die Höhe. Für die Zusammenarbeit aller Beteiligten sind solche Rituale Gold wert.»

Als Projektleiter muss Bezille jederzeit den Überblick über seine später bis zu 300 Angestellten und die neun Bauleiter behalten. Auf der Baustelle bürgt er dafür, dass die Arbeiten sauber und termingerecht ausgeführt werden und dass der Spitalbetrieb direkt neben der Baustelle nicht gestört wird. Ein verantwortungsvoller Job.

«Endlich wird Vorhaben sichtbar»

An der Grundsteinlegung an diesem Mittwochmorgen stehen allerdings andere im Rampenlicht: Vor einer eigens errichteten Bühne am Rande der Baugrube sprechen die «Väter» des LimmiViva zu Angestellten und Medien. Spitalpräsident Markus Bärtschiger sagt dabei etwa, dass mit der Grundsteinlegung des Neubaus «ein lange geplantes Vorhaben nun endlich sichtbar werde».

Spitalpräsident Markus Bärtschiger vergleicht die Grundsteinlegung mit einem Hochzeitstag.

Spitalpräsident Markus Bärtschiger vergleicht die Grundsteinlegung mit einem Hochzeitstag.

Spitaldirektor Thomas Brack lobt das Projekt als Pionierleistung hinsichtlich der Zusammenarbeit mit einem Totalunternehmer. Und Philippe Bernard, Leiter der Region Nordostschweiz bei Losinger Marazzi, betont, dass das LimmiViva bereits während der Planung als «modernstes Spital der Schweiz» galt. Es werde nun als erstes solches Gebäude errichtet, das vollständig virtuell konzipiert wurde.

Anschliessend präsentieren Lernende des Spitals Gegenstände, die in eine Metallkartusche geschlossen und in den Grundstein einbetoniert würden. Neben einer Ausgabe der Limmattaler Zeitung handelte es sich bei diesen Zeitzeugnissen vor allem um Gegenstände des Spitalalltags. Eine behelmte und mit Leuchtwesten ausgestattete Delegation von Mitarbeitern bringt die Kartusche anschliessend in die Baugrube, wo sie von den beiden Spitalseelsorgern Matthias Lüdi und Joseph Bonnemain gesegnet wird. Dann wird der metallene Zeitzeuge in eine präparierte Bodenplatte einbetoniert. Das wars.

Ein Grill ist gut für die Stimmung

Für einen Aussenstehenden ist kaum verständlich, weshalb diese Zeremonie so wichtig sein soll. Doch im Gespräch mit Projektleiter Bezille wird klar, dass es kleine Gesten sind, die die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten extrem erleichtern. Das gilt auch für die Baustelle selbst: Auf die Frage, wie er seine Mitarbeiter jeden Tag motiviere, ihr Bestes zu geben, sagt Bezille: «Man muss dafür sorgen, dass sie alles haben, was sie brauchen.»

Das bedeute etwa, dass beim Baucamp, einem Pavillonbau am Rande der Färberhüsliwiese, nicht nur angenehme Essensräume und Garderoben installiert wurden, sondern darüber hinaus auch ein Grill. «Auch solche kleinen Details gehören dazu», sagt Bezille. Das sei wichtig für die gute Stimmung im Team.

Und die ist nicht selbstverständlich, angesichts der erschwerten Bedingungen, unter denen der Neubau entsteht. Weil das neue Gebäude unmittelbar neben dem bestehenden Spital Limmattal zu stehen kommt, muss der Totalunternehmer Losinger Marazzi penibel genau darauf achten, dass der Spitalbetrieb von den Bauarbeiten nicht gestört wird: Sensoren messen konstant Lärm, Staub und Vibrationen, welche die Baustelle produziert. «Wenn gewisse Grenzwerte überschritten werden, müssen wir die Arbeiten stoppen und Massnahmen ergreifen, um die Grenzwerte wieder einhalten zu können», sagt Bezille.

Auf der Baustelle für den Neubau des Spitals Limmattal geht etwas

Auf der Baustelle für den Neubau des Spitals Limmattal geht etwas (23. April 2015)

Seit Beginn der Abbrucharbeiten beim Theodosianum seien die Grenzwerte jedoch noch nie überschritten worden. Dies vor allem dank einer rigorosen Vorbereitung, wie er sagt. So habe Losinger Marazzi etwa Baumaschinen ausgewählt, deren Motoren schallgedämpft sind und gegen den Staub sei bei den Abbrucharbeiten eine Schneekanone als Wasserspritze eingesetzt worden. «Diese Vorkehrungen haben bisher ausgereicht», sagt Bezille.

Zum Glück: Denn der Bau des neuen Spitals untersteht einem sehr straffen Zeitplan. Verzögerungen gilt es für den Projektleiter also unbedingt zu verhindern. «Das ist für mich die grösste Herausforderung an diesem Projekt», sagt er. Der Beginn des Innenausbaus ist ab Mitte 2016 geplant. Ende 2018 soll das neue Spital Limmattal bezugsfertig sein. Und ist das machbar? Bisher sei man gut unterwegs, sagt Bezille: «Und ich bin zuversichtlich, dass es so bleibt.»