Bezirksgericht Dietikon
Er glänzte mit unentschuldigter Abwesenheit: Limmattaler Kaufmann als Betrüger verurteilt

Ein Limmattaler Kaufmann hat bei seiner Arbeitgeberin nicht nur über 66 000 Franken veruntreut, sondern auch die Gemeinde Urdorf mit gefälschten Einkommensangaben um Lohnpfändungen betrogen.

Attila Szenogrady
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Obwohl er schriftlich Reue zeigte, traute sich der 46-Jährige nicht vor die Schranken des Gerichts. (Symbolbild)

Obwohl er schriftlich Reue zeigte, traute sich der 46-Jährige nicht vor die Schranken des Gerichts. (Symbolbild)

Limmattaler Zeitung

„Es tut mir alles leid“, liess der umfassend geständige Beschuldigte dem Bezirksgericht Dietikon bereits vor mehreren Wochen schriftlich ausrichten. Vor die Schranken hatte sich der Kaufmann allerdings nicht getraut. So wurde der heute 46-jährige Schweizer jetzt in unentschuldigter Abwesenheit wegen mehrfacher Veruntreuung, Urkundenfälschungen sowie mehrfachen Pfändungsbetrugs zu einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu 90 Franken sowie zu einer zu bezahlenden Busse von 5 400 Franken verurteilt. Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis hatte mit einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu 130 Franken verbunden mit einer Busse von 7 800 Franken gar eine härtere Strafe gefordert.

Ueber mehrere Jahre hinweg delinquiert

Aus der vom Täter anerkannten Anklageschrift geht hervor, dass er zwischen Herbst 2008 und Ende 2014 gleich über mehrere Jahre hinweg delinquiert hatte. Einerseits als Angestellter eines in Zürich ansässigen Erdölkonzerns, wo er immer wieder Kundengelder heimlich für sich abzweigte. Wobei er dabei auch mit gefälschten Rechnungen und Quittungen operierte. Dabei liess er insgesamt 34 500 Franken in die eigenen Taschen fliessen. Weitere 31 600 Franken veruntreute er als Kassier des zum Konzern gehörenden Sportclubs. Der Beschuldigte ging jeweils raffiniert vor, da er jeweils Geldbeträge von höchstens 5000 Franken auf sein Konto verschob. Als er aufflog, bezifferte sich der gesamte Deliktsbetrag auf 66 100 Franken.

Auch Gemeinde Urdorf geprellt

Aus der Anklage geht zudem hervor, dass der Limmattaler Beschuldigte bereits seit Oktober 2005 in finanziellen Engpässen steckte. So ordnete das Betreibungsamt Schlieren/Urdorf schon damals eine stille Lohnpfändung ein. Allerdings trickste der Täter auch in diesem Bereich und stellte der Gemeinde regelmässig nach unten gefälschte Lohnabrechnungen zu. Mit der Folge, dass das Betreibungsamt die gesamte Lohnsumme für mehrere Jahre auf rund 402 000 Franken berechnete. Obwohl sich die wahren Einnahmen auf 516 000 Franken beliefen. Laut Anklage entstand der Gemeinde als Gläubigerin ein Schaden von rund 13 000 Franken. Ein Geldbetrag, den die Urdorfer wohl abschreiben müssen. So ist der verurteilte Betrüger inzwischen ohnehin in eine Gemeinde an der Goldküste umgezogen.

Die Anklageschrift zählte übrigens noch weitere Gläubiger auf.