Begegnung
Er geniesst das Picknick im Wiesentäli

Philipp Frei hat zeit seines Lebens im Limmattal gewohnt und gearbeitet. Seine unregelmässigen Arbeitszeiten als Leiter eines Werkhofs empfindet er als Abwechslung und Herausforderung, nicht als Belastung.

Margret Stöcklin
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Philipp Frei aus Oetwil.

Philipp Frei aus Oetwil.

Limmattaler Zeitung

Philipp Frei bezeichnet sich selbst als ökologisch denkend und handelnd. «Nachhaltigkeit ist für mich ein wichtiges Thema», sagt der 1975 in Zürich Geborene. Die ersten sieben Lebensjahre verbrachte er in Oberengstringen. 1983 erwarben seine Eltern ein Eigenheim in Oetwil, wo er aufwuchs. Dort und in Geroldswil drückte Frei die Schulbank, die Oberstufe besuchte er in Weiningen. Im Anschluss an seine obligatorische Schulzeit absolvierte er eine Ausbildung als Landschaftsgärtner in Dietikon.

Nach gelungenem Lehrabschluss fand er eine Arbeitsstelle in Wettingen, wo er seine jetzige Frau kennen lernte. «Als ich sie zum ersten Mal sah, feierte sie ihren 20. Geburtstag. Sie gefiel mir sofort. Aber leider liess sie mich anfänglich ordentlich zappeln», erinnert sich Frei, der am Ball blieb und für seine Hartnäckigkeit mit einem Rendezvous belohnt wurde. Die beiden wurden bald ein Paar und wollten zusammenziehen. Dumm nur, dass Frei zu diesem Zeitpunkt mit seinem besten Freund einen dreimonatigen Australien-Trip geplant hatte. «Ich hielt natürlich Wort und wir beide machten diese unvergessliche Reise, was hohe Telefonkosten mit Salomé zur Folge hatte. Damals gab es eben noch kein Whatsapp oder Skype. Vor lauter Heimweh und Sehnsucht bin ich aber zwei Wochen früher zurückgekommen», sagt Frei.

Wunsch nach Veränderung

Wenig später fanden die beiden die passende Wohnung in Urdorf. 2001 trat er eine neue Stelle als stellvertretender Teamleiter beim Werkhof Schlieren an. Nach drei Jahren läuteten die Hochzeitsglocken. Die beiden Kinder des glücklichen Paares, Saskia und Marlon, erblickten 2005 beziehungsweise 2008 das Licht der Welt. Obwohl das Umfeld stimmte, überwog der Wunsch nach beruflicher und räumlicher Veränderung. Der strebsame Mann wurde Vorarbeiter beim Werkhof der Stadt Dietikon und erwarb ein Eigenheim in Oetwil, in welches er mit Frau und Kindern zog. «Unsere Tochter wurde im Schulhaus Letten eingeschult, und zwar im gleichen Zimmer wie ihr Urgrossvater und ich. Mittlerweile drückt auch unser Sohn in diesem Zimmer die Schulbank. Jedes Mal, wenn ich dort zum Elterngespräch eingeladen bin, kommen mir Episoden in den Sinn, die ich mir als Junge geleistet habe. Gott sei Dank sind meine Kinder pflegeleichter», sagt Frei.

Beruflich leitet er seit sechs Jahren den Werkhof einer Limmattaler Gemeinde, was ihm gut gefällt. Die Aufgabenstellung sei interessant, weil kein Tag sich gleiche. Auch die unregelmässigen Arbeitszeiten sowie Wochenend- und Piketteinsätze machen ihm keine Mühe. Jedes Jahr nimmt der Oetwiler als Prüfungsexperte Lehrlingsprüfungen ab. Danach hat er im Geschäft stets das eine oder andere Erlebnis zu erzählen. In der Freizeit bewegt sich die Familie Frei am liebsten in der Region. Es gibt für sie nichts Schöneres, als mit ein paar Würsten im Rucksack ins Wiesentäli zu wandern und dort zu picknicken.

Frei ist auch politisch aktiv. Der 42-Jährige sitzt für die SVP in der Rechnungsprüfungskommission der Gemeinde Oetwil. Derzeit engagiert er sich vor allem gegen die Einzonung des Gebiets Bohnächer im Westen des Dorfs. Er findet, Oetwil müsse unbedingt so bleiben, wie es ist. Man kenne sich, sei stolz auf das schöne Dorf und stehe finanziell gut da. «Im Limmattal wird schon genug Zersiedlung betrieben. Halten wir dagegen und tragen Sorge zu unseren Grünflächen und unserem Dorf. Denn Zurückbauen können wir nicht mehr», sagt Frei.