Oberengstringen
Equinix will Mitte 2012 die Computer starten

Der Umbau der ehemaligen Blumenbörse in ein Rechenzentrum beginnt im kommenden Oktober. nsgesamt rechnet die Firma Equinix mit einem Investitionsvolumen von über 100 Millionen Franken.

Sandro Zimmerli
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Die ehemalige Blumenbörse wird ab Oktober umgebaut. zim

Die ehemalige Blumenbörse wird ab Oktober umgebaut. zim

Limmattaler Zeitung

Eine Baubewilligung erteilt, ein weiteres Baugesuch eingereicht – geht es planmässig voran, wird im Oktober die erste Phase des Umbaus der ehemaligen Blumenbörse in ein Rechenzentrum beginnen. «Die Firma Equinix hat die Baubewilligung erhalten. Bis im September sollte die Baufreigabe erteilt werden», sagt Oberengstringens Interimsgemeindepräsident René Beck. Insgesamt drei Anwohner hätten den Baurechtsentscheid verlangt, jedoch keine Einsprache eingelegt. «Wir haben uns mit den drei Anwohnern getroffen und ihnen das Projekt nochmals detailliert erklärt», so Beck.

In dieser ersten Phase wird lediglich der westliche, gegen das Tenniscenter ausgerichtete Gebäudeteil umgebaut. Während dieser Arbeiten, die laut Architekt Marcel Waltzer ungefähr ein halbes Jahr dauern, sollen die ersten Räumlichkeiten für die Unterbringung von Servern für die Kunden fertiggestellt werden. «An der Fassade des Gebäudes wird in dieser Phase kaum etwas verändert. Die Arbeiten finden hauptsächlich im Inneren statt», sagt Waltzer.

Abbruch und Neuaufbau

Baulich wesentlich umfangreicher wird dagegen Phase zwei sein. Dann werden sämtliche in der Phase eins nicht beanspruchten Gebäudeteile abgebrochen und nach den Bedürfnissen eines Rechenzentrums wieder aufgebaut. Dieser neue Teil wird gleich hoch wie das jetzige Gebäude. In der dritten und letzten Phase erfolgt schliesslich der Endausbau. Insgesamt rechnet Equinix mit einem Investitionsvolumen von über 100 Millionen Franken.

Während vor allem diese zweite Phase arbeitsintensiv und für alle sichtbar sein wird, soll dafür nach der Fertigstellung kaum mehr Lärm rund um das Areal zu hören sein. Wie die Verantwortlichen versichern, werde der Verkehr im Vergleich zu Zeiten der Blumenbörse an der Allmendstrasse stark reduziert werden. Zudem werden sämtliche Kompressoren und Generatoren zur Kühlung der Server hinter dem Gebäude entlang der Autobahn installiert.

Wann mit der zweiten Phase begonnen wird, ist noch unklar. Im März hat Equinix das zweite Baugesuch eingereicht. Laut René Beck wird die Baukommission das Gesuch noch diesen Monat behandeln. Anfang Juni ist es an einer Gemeinderatssitzung traktandiert. Danach geht das Gesuch an den Kanton.
Bei der Equinix rechnet man damit, dass die erste Phase Mitte des nächsten Jahres den Betrieb aufnehmen wird und das Rechenzentrum 2014 fertig ist. Gemäss Marco Dottarelli, General Manager von Equinix (Switzerland) AG, werde dann auch eine Verlegung des Schweizer Hauptsitzes nach Oberengstringen in Betracht gezogen. «Insgesamt werden rund
20 Personen im neuen Rechenzentrum arbeiten», sagt er.

Zu den Angestellten wird auch Sicherheitspersonal gehören. «Das Gelände wird eingezäunt», sagt Dottarelli. Zudem werde der gesamte Innenbereich des Areals mit Videokameras überwacht. Was dagegen fehlen wird, ist ein grosser Schriftzug mit dem Firmenlogo. «Das gehört zu unserer Strategie», so Dottarelli.

Abnehmer für Abwärme gesucht

Während die Planung gut vorankommen steigt beim Gemeinderat die Vorfreude auf den Neuzuzüger. «Für uns ist das eine Win-win-Situation», sagt René Beck. So werde die Verkehrssituation, die zu Zeiten der Blumenbörse immer wieder zu Diskussionen Anlass gab, entschärft. «Mein grösster Albtraum wäre es gewesen, wenn sich in der alten Blumenbörse ein Nachtclub oder ein Etablissement angesiedelt hätte», so der Interimsgemeindepräsident. Zudem sei der Gemeinderat daran Lösungen zu finden, wie man die Abwärme, die im Rechenzentrum entsteht, wiederverwerten könne. «Möglicherweise ist einer der benachbarten Hauseigentümer oder Betriebe daran interessiert, diese Energie zu nutzen», so Beck. Abklärungen mit einem allfälligen Contractor wurden in die Wege geleitet.