Das Spital Limmattal wolle «dem Vernehmen nach» die Physiotherapieabteilung an eine private Unternehmung ausgliedern, schrieb Andreas Kriesi im Februar in einer Anfrage an den Schlieremer Stadtrat. Der GLP-Gemeinderat gab zu bedenken, dass sich die Arbeitsbedingungen und die Qualität verschlechtern könnten, dass Patienten aufgrund der neuen Struktur im Zweifelsfall von einer Physiotherapie absehen oder das Spital Limmattal und die externe Firma weniger eng zusammenarbeiten würden, als dies die internen Physiotherapeuten bisher taten.

Angebote zusammenführen

Der Stadtrat teilt die Bedenken Kriesis nicht, wie er nun in seiner Antwort darlegt. Denn: Das Spital Limmattal werde die Physiotherapie nicht im klassischen Sinne auslagern. Viel mehr solle innerhalb des Spitals die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen gefördert und optimiert werden.

Geplant sei der Aufbau einer «vertikalen, integrierten Versorgung» innerhalb des Spitals Limmattal. «Es soll die Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen wie etwa Medizin, Pflege, Rehabilitation und Therapien gefördert und optimiert werden», schreibt der Stadtrat in seiner Antwort. Um dies zu erreichen, sei es unabdingbar, dass die verschiedenen Angebote des Therapiebereichs in einer organisatorischen Einheit zusammengefasst würden und so eine Drehscheibe in der Nachbehandlung entstehe: «Nur so lässt sich das Synergiepotenzial optimal realisieren.» Diese Angebote des Therapiebereichs umfassen etwa stationäre Therapien für die Bereiche Spital und Rehabilitation sowie ambulante für das Pflegezentrum und die Rehabilitation.

Stellen werden attraktiver

Der Stadtrat kann sich zudem nicht vorstellen, dass sich Patienten nach der strukturellen Veränderung der Physiotherapie im Zweifelsfall eher gegen statt für eine Behandlung entscheiden. So werde von der Trägerschaft des Spitals – dies sind alle Gemeinden des Bezirks Dietikon, ausser Uitikon, sowie Dänikon – und durch übergeordnetes Recht Wirkung, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit verlangt. Die Therapien am Spital Limmattal erfüllten diese Zielvorgaben heute, schreibt der Stadtrat.

Der Stadtrat sieht zudem keine Gefahr, dass sich die Arbeitsbedingungen am «Limmi» verschlechtern könnten. Eher sei das Gegenteil der Fall: «Es entstehen vielseitige und attraktive Arbeitsplätze», heisst es in der Antwort. Durch die grössere Einheit der Organisation entstünden neue Entwicklungsmöglichkeiten, wie etwa das verbesserte Angebot an Teilzeitpensen.

Kriesi hatte zudem argumentiert, dass die Qualität des Physiotherapie-Angebots leiden könnte, weil eine Auslagerung den Einkauf von billigeren Arbeitskräften aus dem Ausland nach sich ziehen würde. Auch hier hält der Stadtrat dagegen: Der anhaltende Fachkräftemangel in dieser Branche führe bereits heute dazu, dass viele Arbeitnehmer aus dem Ausland beschäftigt würden, schreibt er. Diese müssten jedoch für eine Anstellung den schweizerischen Anforderungen genügen – bereits heute wie auch in der künftigen Organisationseinheit.