Lokales Tierreich
Entdecken Sie die tierischen Nachbarn des Limmattaler Bibers

Mit Geduld zum Erfolg: Die Dietiker Naturliebhaber Tobias Liechti und Nicolas Petit haben bei Besuchen in den Limmatauen im richtigen Moment auf den Auslöser ihrer Kamera gedrückt.

Anina Gepp
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Nagen und graben kann der Biber in den Limmatauen in Dietikon und Geroldswil so viel er will – ohne dabei jemandem im Weg zu sein. Nicolas Petit
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Immer schön zusammenbleiben Der Schwan hat seine Jungen gut im Griff
Der Biber und seine Nachbarn
Ringelnatter
Seefrosch
Entenfamilie auf Reisen
Doppelter Haubentaucher
Grüne Keiljungfer
Versteckte Zauneidechse

Nagen und graben kann der Biber in den Limmatauen in Dietikon und Geroldswil so viel er will – ohne dabei jemandem im Weg zu sein. Nicolas Petit

Ein Biber hat dieses Frühjahr die Limmatauen zu seinem neuen Zuhause erklärt. Der Nager ist aber nicht das einzige Tier, das sich in den Dietiker und Geroldswiler Gewässern und Ufern wohl fühlt. Auf den ersten Blick versteckt, lässt sich bei längerer Beobachtung des Naturschutzgebiets ein reges Treiben der verschiedensten Lebewesen entdecken.
Aktuell singen im Schilf der Geroldswiler Auen die Sumpf- und Teichrohrsänger. Eine ganze Kolonie von Graureihern hat es sich ebenfalls an den Uferbereichen gemütlich gemacht.

Sie sind aber nicht die Einzigen, die es auf die zahlreichen Fische in der Limmat abgesehen haben. Auch Zwerg- und Haubentaucher gehen gerne auf Fischfang. Auch der Gänsesäger kann seine Beute mit seinem Schnabel gut festhalten; der Entenvogel frisst täglich bis zu 300 Gramm Fisch. Breiter ernährt sich da schon der blau-orange Eisvogel. Er frisst neben kleinen Fischen auch gerne Larven, Kaulquappen und Insekten.

Gefährdete Arten

Seltene Tiere und Pflanzen bewohnen die Limmatauen:

Zierliche Moosjungfer: Die Libelle erreicht eine Körperlänge von 30 Millimetern. Männchen und Weibchen haben eine weisse Stirn und obere Hinterleibsanhänge. Die Art reagiert äusserst empfindlich auf Umwelteinflüsse und ist deshalb gefährdet.

Grüne Keiljungfer: Die Libelle ist durch den grünen Thorax und den schwarz-gelben Hinterleib gut zu erkennen. Ihr Bestand ist stark gefährdet. Zum Rückgang haben die Zerstörung der Fliessgewässerhabitate durch wasserbauliche Massnahmen und die Gewässerverschmutzung durch Schadstoffe beigetragen.

Kantenlauch: Der Kantenlauch wächst in nassen Wiesen und an Fluss- und Seeufern. In Mittel- und Südeuropa bis Westsibirien kommt er vor, auf den britischen Inseln sowie in Nordeuropa von Dänemark fehlt er hingegen. Im gesamten Verbreitungsgebiet gilt er insgesamt als gefährdet.

Mücken-Händelwurz: Die Pflanze blüht violett und erreicht eine Höhe von 30 bis 80 Zentimetern. Vor allem im nördlichen Europa ist sie verbreitet. In Teilen des Verbreitungsgebiets gilt die Pflanze als gefährdet und wurde auf die Rote Liste aufgenommen.

Ebenfalls auf Insekten aus sind die Reptilien in den Auen. Am Dietiker Ufer sind Mauereidechsen zu beobachten, am Geroldswiler Ufer Zauneidechsen. Nicht zu nah treten sollten achtlose Spaziergänger der Ringelnatter.

Die heimische Schlange ist allerdings nicht giftig verspeist neben ihrer Vorliebe für Eidechsen auch gerne Frösche. Der Seefrosch ist an der Limmat sehr verbreitet, weniger häufig bekommt die Natter einen Grasfrosch zur Mahlzeit. Ein weiteres Reptil, das es sich in den Limmatauen gemütlich gemacht hat, ist die amerikanische Rotwangenschmuckschildkröte. Sie ist jedoch ausgesetzt worden und gehört eigentlich nicht in Schweizer Gewässer.

Unter Wasser, und daher nur beim Luftschnappen zu sehen, sind die Fische, die sich in der Limmat tummeln. In der Reppischmündung ist der Alet sehr häufig vertreten. Aber auch Barbe, Äsche, Hecht und Nase haben ihren Platz im Wasser. In grossen Teichmuscheln in den Seitenarmen der Limmat fühlt sich zudem der Bitterling am wohlsten.

Nebst den tierischen Vertretern dürfen an dieser Stelle auch ein paar Besonderheiten der Pflanzenwelt nicht fehlen: Es wachsen unter anderem die Schwanenblume, Wasserkresse, Lavendelweide und die Sibirische Schwertlilie. Doch auch die Sumpf-Platterbse, Lachenals-Rebendolde, der Kantige Lauch und Schlangenlauch gedeihen im Naturschutzgebiet. Besonders schön blühen verschiedene Orchideen wie die Sumpfwurz, Hummelragewurz, das Helmknabenkraut und die Mücken-Händelwurz.