Detailhandel
Engpass beim Importgemüse führt zu markantem Preisanstieg - was tun?

Der Wintereinbruch in Südeuropa lässt die Gemüsepreise in die Höhe schnellen – aber es gibt Alternativen.

Lina Giusto
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Der Blick in die Gemüseregale diese Woche verrät, dass gewisse Gemüsesorten noch mit Knappheit zu kämpfen haben. (Symbolbild)

Der Blick in die Gemüseregale diese Woche verrät, dass gewisse Gemüsesorten noch mit Knappheit zu kämpfen haben. (Symbolbild)

Martin Ruetschi

Regen und Schnee in Spanien und Italien führten in den letzten Wochen zu Engpässen beim Frischgemüse in der Schweiz. So kann es sein, dass der Lattich oder Eisbergsalat in den Regalen der Läden derzeit gar aus Übersee kommt. Wie diverse Medien berichteten, führte der Engpass beim Importgemüse zu einem markanten Preisanstieg. Der Blick in die Gemüseregale diese Woche verrät, dass gewisse Gemüsesorten noch mit Knappheit zu kämpfen haben. Der Kilopreis für Auberginen zum Beispiel liegt bei über acht, jener für Zucchetti bei mehr als sieben Franken. Der Früchtehandel dagegen war vom Wintereinbruch in Spanien und Italien nicht betroffen. Entsprechend liegen die Preise im üblichen Rahmen, wie diverse Grosshändler auf Anfrage mitteilen.

«Wir hatten die absurde Situation, dass die Preise bei den Erdbeeren aus Spanien fielen, die Salatpreise jedoch in die Höhe schnellten», sagt Bernhard Hug, Geschäftsführer der Ernst Welti AG, ein Händler für Gemüse und Früchte in der Stadt Zürich. Die Knappheit beim Gemüse sei eine Kettenreaktion gewesen.

Eisbergsalat aus den Staaten

Aufgrund der starken Regenfälle in Spanien zu Beginn des Jahres seien zuerst Eichblatt-, Jung- und Kopfsalate, aber auch Blumenkohl und Broccoli knapp geworden. Als dann im Süden das Sonnenlicht fehlte, die Temperaturen sanken und auch noch teilweise starke Schneefälle einsetzten, sei auch beim Treibhausgemüse – Auberginen, Zucchetti, Tomaten und Gurken – ein Engpass entstanden. Als die Kälte dann Italien erreichte, fehlten gewisse Gemüsesorten teils ganz. «Wir machen im Frühling zwar eine Anbauplanung mit den Produzenten aus Italien oder Spanien. Doch bringt dies alles nichts, wenn Europa im Januar von Unwetter heimgesucht wird», so Hug weiter.

In einer Situation, wie sie sich im Januar präsentierte, hätten die Produzenten versucht, den knappen Ernteertrag mit einem Verteilschlüssel, der auf vorangegangener Planung basiert, all ihre Kunden zu beliefern. Wenn die knappe Ernte jedoch aufgebraucht ist, müssen die Händler beim Import teilweise auf die USA ausweichen. Doch: Aufgrund der Haltbarkeit könne nicht jedes Produkt eingeflogen werden. Oftmals funktioniert das laut Hug nur bei Eisbergsalat oder Lattich. Wenn die Ware dann auch in den Staaten knapp werde und die Preise steigen, lohne sich auch der Flugimport bald nicht mehr. Als Konsequenz verschwindet das Gemüse irgendwann ganz aus dem Regal. «Dann machen wir unsere Kunden auf das tiefgefrorene Sortiment oder aber das gute alte Lagergemüse aufmerksam», sagt Hug. «Im Preis sind diese Gemüse ebenfalls sehr interessant. Das vergessen die Leute manchmal», so Hug.

Diese Empfehlungen aber beziehen sich mehrheitlich auf Abnehmer in der Gastronomie, denn eine gute Pastinaken- oder Petersilienwurzel-Suppe oder ein würziger Weisskabis-Salat sei auch sehr lecker und passe in diese Jahreszeit.

Bei der Genossenschaft Migros Zürich hat sich die Importsituation bereits wieder entspannt, wie Sprecher Francesco Laratta auf Anfrage sagt. «Wegen Lieferunterbrüchen kam es zu Engpässen bei Broccoli, Eisbergsalat, Zucchetti, Fenchel und Auberginen», so Laratta. Die Preise seien bei den betroffenen Produkten teilweise leicht angestiegen, hätten sich aber mittlerweile bis auf jene von Zucchetti und Auberginen wieder stabilisiert, so Laratta weiter. Als Alternative helfe in knappen Zeiten dann Schweizer Gemüse wie Kartoffeln, Kohlsorten, Karotten und Lauch aus.

Bei Coop dagegen wurden der Cima di Rapa, der grüne Blumenkohl und teilweise der Spinat knapp. Dennoch gibt es beim Grossisten keine Lieferengpässe, wie ein Sprecher auf Anfrage sagt.