Bereits seit 11 Jahren trägt Dietikon das Label «Energiestadt». Nächstes Jahr nun soll die nächste Stufe erklommen werden. Die Stadt will zur «Energiestadt Gold» werden. Auf dem Weg dorthin hat der Stadtrat Anfang August einen weiteren Schritt getätigt und Richtlinien mit erhöhten energetischen Anforderungen für Gestaltungsplanverfahren sowie Gebäudestandards für städtische Neu- und Umbauten beschlossen. Am Mittwoch wurden sie vorgestellt.

«Wir wollen eine Vorbildfunktion übernehmen», sagte Hochbauvorsteherin Esther Tonini. So werden bei städtischen Neubauten künftig die Minergie-Standards P-Eco oder A-Eco angestrebt. Dabei soll ein angemessener Teil der benötigten Elektrizität selber produziert werden. Bei Umbauten von städtischen Gebäuden sollen vorab Gesamtenergiekonzepte erstellt werden. «Die Gebäude sollen so saniert werden, dass sie mindestens die Energiegrenzwerte von Minergie-Modernisierung erfüllen», so Tonini. Zwei Jahre nach der Betriebsaufnahme erfolge dann eine Erfolgskontrolle. «Wir wollen schliesslich auch wissen, ob die Massnahmen fruchten», hielt die Hochbauvorsteherin fest.

Die Richtlinien enthalten aber auch Vorgaben für private Bauvorhaben, wo das möglich ist. Namentlich bei Gestaltungsplanverfahren gilt dies. «Neue Gebäude müssen mindestens die Energiewerte einer der beiden Minergie-Standards P-Eco oder A-Eco einhalten», erklärte Tonini. Die Idee hinter dieser Vorgabe erläuterte Infrastrukturvorstand Roger Brunner. «Es ist ein Geben und ein Nehmen. Mit einem Gestaltungsplan will ein Eigentümer durch verdichtetes Bauen einen planungsrechtlichen Mehrwert erzielen», so Brunner. Innere Verdichtung sei durchaus im Interesse der Stadt. Ein Teil dieses Mehrwerts soll der Eigentümer zugunsten der Energie umlagern. Deshalb habe man sich für diese Richtlinien entschieden.

«Wir haben aber bewusst darauf verzichtet, Minergie-Labels zu fordern. Das gibt dem Bauherrn eine gewisse Flexibilität», sagte Brunner. Er müsse lediglich die geforderten Energiewerte vorweisen können. Wie er diese erreiche, ob mit einer effizienten Gebäudehülle oder anderweitig, sei ihm überlassen. Weiter ist in den Richtlinien festgehalten, dass bei Gestaltungsplanverfahren in mit öffentlichem Verkehr gut erschlossenen Gebieten die Anzahl der Parkplätze reduziert werden kann.

Nebst dieser neusten Massnahme hat die Stadt Dietikon bereits einiges unternommen, um das Label «Energiestadt Gold» zu erlangen, wie die Energiebeauftragte Anita Benz-Deplazes erläuterte. Unter anderem nannte sie den kürzlich vorgestellten Mobilitätsplan, die Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum oder die Betriebsoptimierungen in den Schulhäusern Zentral und Steinmürli. «Derzeit wird zudem an einem Gesamtverkehrskonzept sowie an einem Energieplan und einer Energiebilanz gearbeitet», sagte sie. Beim Energieplan werde geprüft, welcher Energieträger sich für welches Gebiet am besten eigne. «Das zeigt, in wie vielen Bereichen Energie heutzutage ein Thema ist.»