Energiekrise
Schlieren verzichtet heuer auf Weihnachtsbeleuchtung – und den Stadtangestellten wurde das Warmwasser abgestellt

Die Stadt hat wegen der drohenden Energiemangellage mehrere Massnahmen in die Wege geleitet. Auch eine Taskforce wurde gebildet.

LiZ
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Nur eine Erinnerung: Die Stadt Schlieren verzichtet auf dekorative Beleuchtungen.

Nur eine Erinnerung: Die Stadt Schlieren verzichtet auf dekorative Beleuchtungen.

Alex Spichale

Nun hat auch die Stadt Schlieren mitgeteilt, wie sie Energie sparen will, um einer allfälligen Energiemangellage diesen Winter entgegenzuwirken. Vorneweg: Die Alters- und Pflegeeinrichtungen sind von den Sparmassnahmen nicht betroffen.

In den Büros der Stadt wird nun auf maximal 19 Grad geheizt; an Wochenenden und Feiertagen werden nur noch 15 Grad angestrebt. Zudem wurde das Warmwasser in allen Gebäuden der Stadtverwaltung abgestellt, die Lüftungen in den Sitzungszimmern sind ausser Betrieb und die Beleuchtung der Korridore wurde reduziert. Und schliesslich hat die Stadt auch «alle Mitarbeitenden sensibilisiert, Energie zu sparen und beispielsweise auf die Benützung der Liftanlagen zu verzichten».

Auch Schule und öffentlicher Raum sollen sparsamer werden

Für die Schule gelten leicht andere Regeln. Die Schul- und Hortküchen sowie die Dusch­anlagen der Turn- und Sporthallen haben weiterhin Warmwasser. Schulzimmer werden auf maximal 20 Grad geheizt, also ein Grad mehr als die Büros der Stadtverwaltung. Am Wochenende reduziert auch die Schule auf 15 Grad. Und:

«In Räumen, die selten genutzt werden, bleibt die Temperatur konstant bei 13 Grad. Zudem wird geprüft, wo und wann die Beleuchtung in Korridoren und Treppenhäusern reduziert werden kann.»

Die Stadt will zudem auch im öffentlichen Raum Zeichen setzen. Angefangen bei der Beleuchtung von Gemeindestrassen. Diese wird nun auch am Wochenende konsequent von 1 bis 5 Uhr in der Nacht ausgeschaltet. «Damit ist der Beleuchtungsrhythmus an allen Wochentagen gleich», teilt die Stadt hierzu mit. Bei Kantonsstrassen und grösseren Strassenkreuzungen ändert sich hingegen nichts.

Neu verzichtet die Stadt auch auf dekorative Beleuchtungen wie etwa die Beleuchtung des Flügeldachs auf dem Stadtplatz. Auch in der Adventszeit wird es hier keine Ausnahme geben. Denn: «Der Stadtrat hat beschlossen, auf Weihnachtsbeleuchtungen sowohl in Gebäuden als auch im öffentlichen Raum zu verzichten.»

Schaufenster sollen bis maximal 21 Uhr leuchten

Bereits im September hatte die Detaillistenvereinigung Pro Schlieren mitgeteilt, dass sie all ihren Mitgliedern empfiehlt, auf Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten oder diese stark zu reduzieren und die Dauer der Schaufensterbeleuchtung zu verkürzen; zudem legten die Detaillisten auch der Stadt nahe, auf ihre Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten. Der Stadtrat setzt dies nun um und verweist auch darauf, dass der Detailhandel einen einheitlichen Umgang mit Schaufensterbeleuchtungen anstrebe. «Diese sollen in Schlieren täglich von 21 bis 5 Uhr abgestellt werden», schreibt hierzu der Stadtrat.

Mit ihren Massnahmen will die Stadt zur sicheren Energieversorgung beitragen und Mitarbeitende und die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren, heisst es in ihrer Mitteilung weiter. Die Stadt hält zudem auf www.schlieren.ch unter «Energiemangellage» weiterführende Links zum Thema Energie und Energiesparen bereit.

Infoanlässe sollen durchgeführt und die Energieplanung überarbeitet werden

Auch verweist die Stadt darauf, dass sie zusammen mit der Wirtschaftskammer, dem KMU- und Gewerbeverein, dem Hauseigentümerverband und der IG Rietbach zu Infoanlässen zum Thema Energie einlädt: am 7. November um 18.15 Uhr sowie am 15. November um 7.45 und um 10 Uhr. Diese Anlässe finden jeweils im Start-up-Space an der Wiesenstrasse 10a statt.

«Falls es tatsächlich zu einer Mangellage kommt, wird der Bund Verbrauchseinschränkungen und eine Kontingentierung beschliessen müssen. Die Stadt Schlieren hat eine Taskforce gebildet, welche die Entwicklung laufend verfolgt und die verschiedenen Bereiche auf den schlimmsten Fall vorbereitet», schreibt die Stadt weiter.

Und schliesslich verweist der Stadtrat darauf, dass er unter anderem die Energieplanung überarbeiten lässt. Die Stadt will den ­Umstieg von fossilen auf er­neuerbare Energien vorantreiben. Sie tat das schon bisher, doch nun müsse der Umstieg ­beschleunigt werden.