Dreckige Gewässer und von Kohlendioxid verpestete Luft: Die Umweltverschmutzung ist eine der grossen existenziellen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Was man selbst unternehmen könnte, um der Umwelt nicht noch mehr zu schaden, muss man sich fragen. «Man soll damit anfangen, die Technik zu benutzen, die man schon hat», sagt Silas Lerchner. Er und seine zwei Teamkollegen haben am Mittwoch im Bildungszentrum Limmattal ihr Klimaschutzprojekt vor etwa 60 Leuten präsentiert und den ersten Preis gewonnen.

Von den 15 eingereichten Projekten des schulinternen Wettbewerbs wurden acht nominiert. Der Wettbewerb ist Teil der Energie- und Klimawerkstatt und wurde von der gemeinnützigen Stiftung My Climate gestartet, die sich für den Klimaschutz einsetzt. Die Sieger sind Lernende des Bildungszentrums Limmattal. Sie stellten am Eröffnungsanlass der Wanderausstellung ihr eigenes Planungsprojekt vor. Ihr Konzept war die Ersetzung der jetzigen Beleuchtung des Berufszentrums Limmattal durch LED-Lampen, um Energie einzusparen. Das Team musste dabei eine realistische Umsetzung erarbeiten und berechnen, wie viel potenzielle Energie eingespart werden könnte und die Effizienz des Konzepts überprüfen.

Stadträtin Tonini ist begeistert

«Wir ziehen schlussendlich alle am gleichen Strang», sagte die Dietiker Stadträtin Esther Tonini. Dietikon sei zwar eine Energiestadt Gold. Jedoch reiche dies nicht, wenn der Funke nicht auf die Jugendlichen überspringe. Die Energie- und Klimawerkstatt sei deshalb wichtig, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. Mit der Werkstatt werden junge Menschen sensibilisiert und motiviert, schon jetzt in die Zukunft zu schauen. «Hier wird der Grundstein für die kommende Generation gesetzt. Die jungen Menschen haben es in der Hand», sagte Tonini.

Die Stadträtin zeigte sich vom Projekt begeistert und sprach ihren Dank an die engagierten Lehrer, Schulleitung, Lehrlinge und alle Teilnehmenden der Klimawerkstatt aus. Sie erklärte, dass man weiterdenken und planen müsse. «Wir formen unsere Zukunft», sagte Tonini. Um die Energiestrategie 2050 umsetzen zu können, brauche man Innovation. Deshalb sei diese Werkstatt wichtig, weil es darum gehe, Energieverschwendung zu reduzieren und den ökologischen Fussabdruck zu verkleinern.

Die Energiestadt Dietikon hat die Wanderausstellung und das Projekt finanziell unterstützt und es sei besonders erfreulich und bemerkenswert, zu sehen, dass die Jugendlichen Motivation, Zeit und Geist für das Projekt investiert haben. Man sehe, dass die Lernenden ihre Projekte mit Lust gemacht hätten, sagte Tonini begeistert. «Wir kommen nur weiter, wenn die Jugendlichen motiviert sind. Das ist grundlegend, damit sie sich für die Energiepolitik engagieren», sagte Tonini weiter.

Klare Sicht durch Öko-Brille

Die Projekte können in vier Kategorien eingeteilt werden. Es gibt Energieprojekte, Sensibilisierungsprojekte, Innovationsprojekte und Planungsprojekte. «Die Jury hat in diesem Rahmen die Kategorien bei der Bewertung nicht getrennt. Es wurde auf die Wirkung und Effizienz der einzelnen Projekte geachtet», sagte Maxi Grebe, die Bereichsleiterin der Bildungsprojekte von My Climate und Teil der Jury ist. Es müsse nicht die lauteste Idee sein, die gewinnt. Es gehe um das Engagement der Teilnehmenden. «Wir setzen den Lernenden eine ökologische Brille auf und sagen: ‹Schau einmal, was um dich herum und in deiner Firma passiert›», so Grebe.

«Die Energie- und Klimawerkstatt ist gut, um den Lernenden die Möglichkeit zu geben, nachhaltige Ideen zu entwickeln», sagte Claudia Hug, die Rektorin des Bildungszentrums Limmattal. Die Lernenden des Bildungszentrums machen schon seit mehreren Jahren beim nationalen Wettbewerb des Projekts mit. Auch hätte bisher je ein Dietiker Projekt den ersten und zweiten Platz beim schweizweiten Wettbewerb gewonnen. Dies sei das erste Mal, dass der Wettbewerb innerhalb der Schule stattfinde und eine Ausstellung der etwa 860 Vorgänger-Projekte gezeigt wird. Die nominierten Projekte werden im Juni gegen andere aus der ganzen Schweiz antreten. Ob das Dietiker Sieger-Projekt von Choepel Dongtse, Leandro Faoro und Silas Lerchner auch dort gewinnen wird?

Die Gewinner zeigten sich stolz. Ihr erarbeitetes Konzept werde nächsten Monat bei der Schulleitung und den nötigen Instanzen besprochen und vielleicht umgesetzt, sagte Faoro. Das Projekt habe ihnen gezeigt, wie einfach es ist, Strom zu sparen, erklärte Dongtse. «Man ist sich einfach bewusster und achtet somit auch mehr auf seine Umwelt», fügte Faoro hinzu.