Rita Gruber hat ihren Traumberuf gefunden: Seit 14 Jahren arbeitet sie in der Bibliothek Urdorf. Auch ihre Leidenschaft für Film und Musik kann sie hier ausleben. Sie ist für den Einkauf von DVDs und Musik-CDs zuständig und ist zurecht stolz darauf, dass die Ausleihe von DVDs auch zu den Ausleihhits gehört.

Das Angebot ist vielseitig und immer aktuell. Bei den Büchern und der Musik hat ihre Liebe schon immer Afrika gehört und seit ihren zwei Reisen nach Kenia, auf denen sie gute Freundschaften schliessen konnte, ist ihre Begeisterung für Land und Leute noch mehr gewachsen.

Rita, warum hast du zum Buch «Frauenwunderland» gegriffen?

Rita Gruber: Ein Freund, der mit mir in Kenia war, hat mir das Buch mit den Worten: «Endlich mal eine positive Geschichte aus Afrika» empfohlen. Viele Leute verbinden ja vor allem Negatives mit diesem Kontinent. Die Schweizer Autorin Barbara Achermann zeigt mit aber, dass auch viele positive Geschichten zu finden sind, auch wenn der Start der Blitz-Emanzipation der Ruandischen Frauen aus dem grauenhaften Genozid entstanden ist und der Staat immer noch autokratisch regiert wird. Sie beschreibt in einem sehr persönlichen Stil viele starke und teilweise sehr erfolgreiche Frauen. Ruanda hat übrigens weltweit den grössten Frauenanteil in der Politik.

Wurden deine Erwartungen erfüllt?

Mehr als das. Es ist leider nur ein schmales Büchlein, ich hätte noch viel mehr lesen wollen. Ich lese gerne von wahren Gegebenheiten und liebe es auch, wenn trotz der teilweise schlimmen Geschichten und Schicksalen auch gelacht werden kann. Die Autorin Barbara Achermann trifft genau meinen Lesegeschmack.

Worum geht es in «Frauenwunderland»?

Die Autorin besucht zum Beispiel eine erfolgreiche Kaffeehändlerin, die selber sehr bescheiden lebt und ihre Mutter pflegt. Oder sie erzählt von einer jungen Modeschöpferin, die auch noch hochschwanger alle Arbeiten kontrolliert und Kleider für den Mittelstand herstellt. Dann ist da auch die Geschichte einer jungen Frau, die ihrer ehemals besten Freundin verzeiht, deren Vater ihre Familie verraten hat. Oder der Bericht über eine alte Frau, die während des Genozids ungefähr hundert Menschen bei sich versteckt und gerettet hat. Am lustigsten aber war das Kapitel der Radiomoderatorin mit ihrer Aufklärungssendung.

Wem würdest du dieses Buch empfehlen?

Allen, die gerne über Menschen und deren Schicksale lesen und die sich auch über eine Erfolgsstory aus Afrika freuen.

* Rita Gruber Leiterin der Bibliothek Urdorf