Dietikon
Endlich kommt sie: Diamàs lange erwartete CD

«Drivin’ Thru» heisst sie, die erste Single der Dietikerin Claudia D’Addio, die seit 2009 unter dem Künstlernamen Diamà auftritt. Ansonsten soll die Öffentlichkeit noch nicht zu viel über den Song wissen, «sonst geht die Spannung verloren».

Gioia Lenggenhager
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Die Dietiker Sängerin Claudia D'Addio gibt ihr lange erwartetes Album heraus
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Die MusicStar-Finalistin 2005 während eines Publikumgesprächs im Dietiker Stadtkeller
2006 war D'Addio Special Guest am Dietiker Stadtfest
Mit der Band six4one trat D'Addio am Eurovision Song Contest auf
Die Dietiker Sängerin Claudia D'Addio gibt ihr lange erwartetes Album heraus

Die Dietiker Sängerin Claudia D'Addio gibt ihr lange erwartetes Album heraus

Limmattaler Zeitung

In der Single kämen Fahrzeuge vor, so viel kann Claudia verraten. «Ich mag Autos und drück’ auch gerne mal so richtig drauf», gibt die 32-Jährige zu. Doch der Liedtitel stehe auch symbolisch für eine Lebenssituation, in der man sein eigenes Ding durchziehen müsse, ohne sich von den Steinen aufhalten zu lassen, die einem in den Weg gelegt würden.

«Erst wenn ich unsicher bin, schaue ich links und rechts, ansonsten ist es mir wichtig, meinen Ideen und meiner Linie treu zu bleiben», sagt die Künstlerin.

Die Release-Party ihrer ersten Single findet am 21. April im Vior-Club in Zürich statt. Vor Auftritten ist die Musikerin «nicht nur nervös», sie fühle den Druck der Verantwortung und habe darum auch eine gesunde Portion Respekt vor der Plattentaufe. An das wird sie sich vielleicht schon bald gewöhnen müssen. Dieses Jahr wird nämlich nicht nur eine Single, sondern ein ganzes Diamà-Album auf den Markt kommen.

Im Herzen Italienerin

Rap, Pop, Electronica, italienische Folklore, Rock, R ’n’ B, Balladen: Auf die Frage, was sie eigentlich nicht singe, muss Claudia D’Addio lachen. «Ein grosser Teil der Herausforderung als Musikerin ist es für mich, alle Zuhörer anzusprechen. Darum die grosse Spannweite von unterschiedlichen Stilrichtungen», sagt sie. Das Album sei unter anderem in Zusammenarbeit mit einem Musiker in Los Angeles entstanden.

Sie habe mit vielen verschiedenen Produzenten zusammengearbeitet. Somit klinge auch jedes Lied ganz anders. Auf ihr Album mit elf englischen und einem italienischen Song ist Claudia D’Addio «schon ein bisschen stolz». Schweizerdeutsch singen würde der Künstlerin mit italienischen Wurzeln komisch vorkommen. Sie identifiziert sich lieber mit dem Charme der südländischen Sprache. «Italienisch gehört zu mir. Englisch singe ich vor allem, um ein breites Publikum anzusprechen. Das Englisch-Amerikanische hat einfach diesen modernen Touch», erklärt sie.

«Ich singe keine Schubladensongs»

«Manchmal sucht man als Künstler viel zu weit. Aber ich musste nicht weiter gehen, sondern zurück», sagt Claudia D’Addio und meint damit, dass sie zuerst ihre eigene Herkunft und Identität finden musste, nachdem sie sich in der Zeit bei der TV-Talentshow «Music Star» nach dem Gusto und den Regeln von anderen inszenieren liess. Sie musste sich selber und das Bild, das die Öffentlichkeit von ihr hatte, neu erfinden nach den unzähligen Medienauftritten im Jahr 2004. Sechs Jahre brauchte sie, um herauszufinden, was sie vom Leben wirklich wollte. «Schlussendlich geht es auch sehr stark darum, sich selber zu respektieren und zu wissen, wer du bist und was du erreichen willst», sagt die Sängerin.

In der Auseinandersetzung mit sich selber sei ein sehr persönliches Album entstanden. Jeder Song stehe für eine Situation, die sie durchlebt habe. «Ich singe keine Schubladensongs, sondern Geschichten aus meiner Vergangenheit», sagt sie und scheint für einen kurzen Moment nicht fröhlich und extrovertiert, sondern ernst und nachdenklich.
Ihre Liebe zur Bühne hat Claudia D’Addio als Siebenjährige im italienischen Jugendchor Dietikon entdeckt. «Ich war eine richtige Show-Woman – laut und immer zuvorderst. Dabei konnte ich als Kind überhaupt nicht singen», gibt sie zu.

Die Musik begleitet Claudia D’Addio fast immer. Unter der Dusche schmettert sie mit Vorliebe ein «O sole mio», was ihr Freund nicht immer schätze. Für die Öffentlichkeit darf es aber auch mal einen Auftritt im Nachtclub mit frecher House-Partymusik sein. Privat sei sie aber eher die gemütliche Freundin als die Partyfrau. «Ich bin nur geschäftlich eine Partynudel», sagt sie und lacht.