Wenn im Mai die Temperaturen weiter aufwärtsgehen und Kältegeplagte den Winterpullover endlich durch ein sommerliches T-Shirt tauschen können, öffnen auch die Badis in der Region wieder ihre Pforten. Beim Freiluftschwimmbad Geren in Birmensdorf wird mit der Eröffnung der Badesaison auf den 1. Mai ein neues Kapitel aufgeschlagen. Wer die Badi besucht, wird dort zwei neue Gesichter entdecken: Kai und Conny Heinritz. Das Ehepaar hat im November den Zuschlag für die Pacht des Badi-Kioskes von der Gemeinde erhalten und tritt damit in die Fussstapfen von Marlies Graf, die zuvor 22 Jahre lang die Badegäste bewirtete.

Die Gemeinde wählte die beiden aus insgesamt neun Bewerbungen. «Das Konzept hat uns überzeugt und beim persönlichen Gespräch haben wir gemerkt, dass die Chemie stimmt», sagt Daniela Suppiger, Leiterin Sicherheit und Gesundheit in Birmensdorf.

Dass das Ehepaar Heinritz in diesen Tagen jeweils samstags und montags im Geren steht und die Saison vorbereitet, ist einem kleinen Inserat im «Gastro-Anzeiger» zu verdanken, das Kai Heinritz entdeckte. Der 51-Jährige bewarb sich und vereinbarte daraufhin einen Besichtigungstermin mit Gesundheitsvorstand Ringo Keller. «Es ist eine sehr schöne Anlage, sogar im Winter», sagt er. Das habe ihn dazu bewogen, dranzubleiben.

Zurück ins Saisongeschäft

Das Ehepaar bringt bereits einige Jahre Erfahrung mit in der Gastronomie. Im Sommer 2013 führten sie ein Restaurant auf einem Campingplatz am Bodensee. Auf den Philippinen lernten sie daraufhin die damalige Betreiberin der Fischerstube Lauerz kennen. Sie übernahmen das Restaurant von ihr und betrieben es von 2014 bis 2016, ebenfalls im Saisongeschäft. Momentan ist das Ehepaar beim Restaurant Bahnhof im Innerschweizer Dorf Steinen involviert, das sie das ganze Jahr über bewirtschaften. «Wir wollten wieder zurück ins Saisongeschäft», sagt Kai Heinritz.

Der Umzug nach Birmensdorf läuft bereits auf Hochtouren. Bei einem Besuch in der Badi fährt gerade einer der Stammgäste des Restaurants Bahnhof mit einem Lastwagen voller Inventar vor. «Er bringt Teller, Pfannen und natürlich die Fritteuse nach Birmensdorf. In dieser Saison gibt es nämlich erstmals seit 22 Jahren Pommes frites im Badi-Kiosk», sagt Conny Heinritz.

Die gelernte Bankkauffrau stammt ursprünglich vom Bodensee. Zusammen mit ihrem Mann, der als diplomierter Betriebswirtschafter aus dem Ruhrgebiet in die Schweiz gezogen ist, will sie viele gute Ideen im Badi-Kiosk verwirklichen. «Wir waren in der Fischerstube bekannt für unsere Fitnessteller, das ist etwas, was wir hier übernehmen», sagt Kai Heinritz. Der Menüplan stehe bereits zu grossen Teilen. Jeden Freitag soll zudem Cordon bleu mit verschiedenen Füllungen aufgetischt werden.

Kai Heinritz sagt, er plane eine wohldosierte Anzahl Events, etwa Pastaplausch, Grillabende oder kleine Konzerte. «Wir möchten vor allem jungen Musikgruppen eine Chance geben», sagt er. Aber einiges soll auch beim Alten bleiben: So werden weiterhin Salate sowie Cheeseburger und Hamburger ihren Weg auf den Teller finden.

Bis es so weit ist, muss das Ehepaar aber noch eine Wohnung in Birmensdorf finden und vor allem auch genügend Personal. «Marlies Graf hat viele Springer gekannt, die auf Abruf bereitstanden», sagt Kai Heinritz, «wenn es irgendwie geht, möchten wir diese übernehmen.» Ansonsten wolle er einen Aufruf starten.

Ein langfristiges Engagement

Die zwei Gastronomen sind guter Dinge, dass bis zum 1. Mai alles bereitsteht. Dann sind die Becken mit frischem Wasser gefüllt, die Liegestühle aufgestellt und die Sonnenschirme aufgespannt. «Am 4. Mai organisieren wir dann einen kleinen Apéro für die Schönen und Reichen aus Birmensdorf», sagt Kai Heinritz und lacht. Er erhoffe sich, dass Petrus ihnen zum Saisonstart hold ist und dass dies nur der Anfang eines langfristigen Engagements sein wird. «Wir erhoffen uns», sagt zudem Ringo Keller, «dass die Birmensdorfer nach 22 Jahren Kontinuität die beiden als neue Pächter akzeptieren.»