Fahrweid
Endlich eine neue Kanalisation: Das Grossprojekt nähert sich dem Abschluss

Bis Ende Jahr werden viele Arbeiten für die 17,4 Millionen Franken teure Entwässerung in der Fahrweid fertig. Ein Grossteil der runderneuerten Abwassernetzes wurde bereits erstellt. Überflutete Strassen und das Eindringen von fäkalienbelastetem Abwasser in Keller bei starkem Regen gehören damit endlich der Vergangenheit an.

Florian Schmitz
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Auch der grosse Kran, der das Strassenbild lange geprägt hat, verschwindet diese Woche wieder.

Auch der grosse Kran, der das Strassenbild lange geprägt hat, verschwindet diese Woche wieder.

Sandra Ardizzone (Fahrweid, 14. Juli

Seit fast zwei Jahren ist der Verkehr in der Fahrweid inzwischen wegen Baustellen beeinträchtigt. 17,4 Millionen Franken kosten die Erneuerung der Kana­lisation und die Erweiterung des Pumpwerks Länggenbach, das seit August in neuer Stärke arbeitet. Nun kommt das Grossprojekt, das die Entwässerung der Fahrweid verbessern soll, in die Endphase, wie es in einer Mitteilung heisst.

Südlich des Zentralschachts entlang der Fahrweidstrasse sollen noch diese Woche die neu erstellten Kanäle für die Siedlungs- und Strassenentwässerung zusammengeschlossen werden. Den Anwohnerinnen und Anwohnern gebühre ein grosser Dank für ihre Geduld, sagt der Weininger Gemeindepräsident Mario Okle (parteilos) in der Mitteilung.

«Auch die ökologischen Ersatzmassnahmen beim Weiher sind bis Weihnachten fertiggestellt», wird Gesamtprojektleiter Mirko Plaul von der SWR Plus AG zitiert. Bis Ende Jahr sollen zudem alle privaten Haushalte entlang der Austrasse an das neu gebaute Abwassernetz angeschlossen werden. «Damit gehört die Gefahr von überfluteten Strassen und dem Eindringen von fäkalienbelastetem Abwasser in Keller bei Starkregen definitiv der Vergangenheit an. Für die Anwohner kehrt wieder Ruhe ein», wird der Geroldswiler Gemeindepräsident Michael Deplazes (parteilos) zitiert.

Als Nächstes werde ein provisorischer Strassenbelag eingebaut, weil die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich ab dem 11. Januar entlang der Strasse noch neue Stromleitungen einbauen. Mit Abschluss dieser Arbeiten werde die Austrasse dann im Frühjahr 2021 komplett instand ­gestellt. Nördlich des Zentralschachts dauert es laut der Mitteilung noch bis Juni 2021, bis die Strassenentwässerungsarbeiten erledigt und alle privaten Haushalte angeschlossen sind. Parallel dazu soll im April bereits mit der Aufwertung des Strassenraums begonnen werden. Die Gemeinden Geroldswil und Weiningen werden in gemeinsamer Bauherrschaft entlang der Fahrweidstrasse die Fussgängerwege verbreitern und begrünen.

Anfang Oktober erfolgte der letzte Durchstich

Bereits im Herbst konnten die Tunnelgrabarbeiten abgeschlossen werden. Am 6. Oktober erfolgte der letzte Durchstich im Microtunneling. Neben den Auswirkungen der Coronapandemie war dieses der Grund, dass das Projekt gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan rund ein halbes Jahr Verspätung hat. Im Fahrweider Untergrund traf der Bohrkopf mit einem Durchmesser von rund 1,4 Metern auf unerwartete Hindernisse wie etwa Spundwände, die ein Durchkommen verhinderten (die «Limmattaler Zeitung» berichtete).

Das aufwendige Microtunneling führte dazu, dass die Gemeinden Weiningen und Geroldswil sowie die Limeco, die das Projekt gemeinsam finanzieren, Anfang 2019 einen Zusatzkredit von 6,2 Millionen Franken sprechen mussten. Im September 2017, als noch mit Kosten von 11,2 Millionen Franken gerechnet wurde, hatten die Stimmberechtigten aus Weiningen und Geroldswil ihren jeweiligen Kreditanteil für das Projekt mit über 80 Prozent Zustimmung an der Urne bewilligt.