Dietikon

Emotionale Klänge: Dietiker Musiker begeistert mit Konzert

«Es ist immer ein besonderes Erlebnis, wenn der Auftrittsort so warm und familiär ist», sagt Aleksandar Aleksandrović.

«Es ist immer ein besonderes Erlebnis, wenn der Auftrittsort so warm und familiär ist», sagt Aleksandar Aleksandrović.

Aleksandar Aleksandrović hatte mit seinem Akkordeon ein Heimspiel mit Überraschungen im Stadtkeller.

Am vergangenen Dienstabend wurden im Stadtkeller Dietikon einige Geschichten erzählt. Die mal melancholischen, mal nostalgischen, aber auch fröhlichen Klänge aus dem Akkordeon des Dietiker Profimusikers Aleksandar Aleksandrović erfüllten den Raum und be­flügelten das Gemüt. Bei Wein und Snacks genossen die rund 40 Anwesenden das virtuose Spiel.
Begonnen hat der Auftritt mit einer Ciaccona in f-Moll von Johann Pachelbel. «Eigentlich wurde das Stück für die Orgel geschrieben. Ich habe es jedoch umarrangiert», sagte Aleksan­dro­vić. Das konnte man erkennen: Schwere Bässe durchströmten den Raum, begleitet wurden sie von hohen Melodien. Es war ein melancholisches Lied, das früheren Zeiten liebend nachtrauert.
Doch lange blieb es nicht beim nostalgischen Ton. Denn es folgten ein paar fröhliche, verspielte und tänzerische Sätze aus Igor Strawinskys «Suite Pulcinella». In heiterem Stil ging es weiter mit der «Kindersuite» von Vladislav Zolotarev, mit der Aleksandrović seine Virtuosität und die Vielseitigkeit seines ­Instrumentes bewies. Mit schnellen, hüpfenden und verspielten Staccato-Klängen erinnerte der Musiker an glückliche Aktivitäten auf einer Sommerwiese und das Rollenspiel «Marsch der Soldaten», bei dem das Akkordeon die mächtige, majestätische Blasmusik der Fanfaren oder das einstimmige rhythmische Marschieren der Soldaten imitierte.

Musik aus der Schweiz und aus Serbien vermischt

Nach dieser raffinierten Darbietung war leises Lachen und begeisterter Applaus zu hören. Es ging weiter mit Klassikern von Mozart, Bach, Händel und Rachmaninow. Darauf wurde das Konzert mit der «Don Rhapsody» von Wiatcheslav Semionov beendet, die ihren spektakulären Schluss in einer rassigen Verfolgungsjagd fand. Zwei schlagartige «Bravo»-Rufe, Applaus und fröhliches Lachen aus der Menge erntete der Musiker für seinen Auftritt.
So folgte dann die Zugabe: Aleksandrović wurde locker, schloss zuerst die Augen, schwang dann mit der Musik mit und schaute das Publikum lächelnd an. Den eigentlichen Höhepunkt bildete das letzte Stück. «Es ist ein Lied aus meinem Heimatland», sagte der Dietiker. Tatsächlich hatte das Stück folkloristische Elemente aus dem Balkan, die mit Schwyzerörgeli- und Schweizer Popmusik zusammenflossen. Die Komposition überraschte so sehr, dass das Publikum sofort begeistert zu lachen anfing.
«Das Konzert war wirklich wunderbar. Mir hat besonders die Vermischung der serbischen und schweizerischen Musik gefallen», sagte die 73-jährige Christiane Ernst aus Rudolfstetten. Der Dietiker Aleksandrović zeigte sich zufrieden: «Es ist immer ein besonderes Erlebnis, wenn der Auftrittsort so warm und familiär ist. Ich bin gleich viel entspannter.»

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