Unterengstringen
Elternverein fordert Tempo 30 auf allen Gemeindestrassen

121 Unterschriften hat der Elternverein Unterengstringen gesammelt und beim Gemeinderat eine Initiative eingereicht, um dem Wunsch nach Tempo 30 auf allen Gemeindestrassen Nachdruck zu verleihen. An der Gmeind vom 1. Dezember wird darüber abgestimmt.

Sandro Zimmerli
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Keystone

«Das freut uns natürlich», sagt EVU-Präsidentin Käthy Holenweg. Offenbar habe in den letzten Jahren ein Wandel stattgefunden. Der Vorschlag zur Einführung von Tempo 30 sei bei der Unterschriftensammlung auf offene Ohren gestossen. «Gerade die vielen Familien in Unterengstringen wünschen sich einen sicheren Schulweg für ihre Kinder», so Holenweg.

Thema wurde schon oft diskutiert

Mit der Forderung nach Tempo-30-Zonen auf den Gemeindestrassen greift der EVU ein Thema auf, das in Unterengstringen schon öfters diskutiert wurde. Beispielsweise, als man in der Planung für die, vor Kurzem eingeweihte, verkehrsberuhigte Dorfstrasse war. An einer konsultativen Abstimmung im Rahmen einer Informationsveranstaltung sprachen sich die Besucher gegen die Einführung von Tempo 30 ein. Auch als der Gemeinderat nördlich der Zürcherstrasse Tempo-30-Zonen einführen wollte, lehnten dies die Stimmbürger ab. Einzige Ausnahme bislang ist die Büel-strasse. Vor dem Schulhaus konnte ein Abschnitt verkehrsberuhigt werden.

Beim Gemeinderat ist man deshalb über die Initiative nicht unglücklich. «Es ist gut, dass ein solcher Antrag aus der Bevölkerung kommt und nicht vom Gemeinderat», so Gemeindepräsident Peter Trombik. Eine Annahme der Initiative würde allerdings noch nicht zur definitiven Einführung von Tempo 30 führen, erklärt Trombik. «Der Gemeinderat müsste ein Projekt ausarbeiten lassen, über das dann abgestimmt werden müsste.»

Unübersichtliche Quartierstrassen

Im Vordergrund des neuen Begehrens stand die Sicherheit. «Die Brunnmatt- und der westliche Teil der Tal-acherstrasse werden zu den Stosszeiten oft durch Schleichverkehr missbraucht, wenn auf der Zürcherstrasse Stau oder Verkehrsüberlastung herrscht», so Holenweg. Damit möglichst viele Autos überholt werden können, würden die Autos auf diesen Quartierstrassen häufig mit erhöhter Geschwindigkeit fahren. Meistens seien genau zu diesen Zeiten auch Schul- und Kindergartenkinder unterwegs.

«Die meisten Kinder, die den Kindergarten Langacher besuchen, müssen zweimal Strassen überqueren, die keinen Fussgängerstreifen aufweisen», erklärt Holenweg weiter. Auf diesen beiden Strassen werde vor allem abwärts zu schnell gefahren.

«Ein anderes Problem sind die Strassen selber», erklärt Holenweg. In vielen Quartieren, beispielsweise auf der Hinteren Rietstrasse oder der Brunnmattstrasse gebe es nur einseitig einen Gehsteig. Somit bestehe auf der anderen keine Sicherheitszone zur Strasse, was besonders für Kleinkinder gefährlich sei. «Zudem wurden verschiedene Quartierstrassen durch die eingezeichneten Parkplätze teilweise sehr unübersichtlich. Eine höhere Geschwindigkeit als Tempo 30 ist deshalb unverantwortlich», hält sie fest.

Die Einführung von Tempo 30, so Holenweg, würde auch präventiv wirken. «Sie wäre sinnvoll, bevor schlimme Unfälle passieren müssen», sagt sie. Schon jetzt würde es bei der Einmündung Ausfahrtsstrasse der Zürcher Kantonalbank und der Brunnmattstrasse durchschnittlich zu drei bis vier Unfällen jährlich kommen. «Mit unserem Anliegen, das ist ebenfalls ein wichtiger Punkt, würden wir zudem mit unserer Nachbargemeinde Weiningen gleichziehen, die ebenfalls flächendeckend Tempo 30 eingeführt hat», so Holenweg.