Schlieren
Eltern werden im Workshop auf Lernerfolg ihrer Kinder sensibilisiert

Die Schulen Schulstrasse sowie Zelgli und Zelgli-West setzen auf Elternbildung, um die Chancengleichheit bei den Kindern mit Migrationshintergrund zu fördern. Im Workshop werden Eltern auf das Thema Lernerfolg sensibilisiert.

Meret Michel
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Weitere Kurse sind in beiden Schulen bereits in Planung. (Symbolbild)

Weitere Kurse sind in beiden Schulen bereits in Planung. (Symbolbild)

Keystone

Eltern haben wesentlichen Einfluss darauf, ob ihr Kind in der Schule Erfolg oder Mühe hat. So zumindest will es die Binsenweisheit - aber auch zahlreiche Studien belegen diesen Fakt. Für die Schulen liegt hier zudem die grösste Herausforderung, wenn es darum geht, allen Schülern dieselben Möglichkeiten zu bieten.

Elternkurs gleicht Chancen aus

Die Schlieremer Schulen Schulstrasse sowie Zelgli und Zelgli-West haben deswegen zusammen mit dem Elternforum einen Workshop organisiert, um die Eltern auf das Thema Lernerfolg zu sensibilisieren. Gerade um die Chancengleichheit von Kindern mit Migrationshintergrund zu fördern, seien Elternbildungen ein zentrales Instrument, wie die Verantwortlichen in einer Medienmitteilung schreiben. «In Schlieren ist Chancengleichheit aufgrund der Bevölkerungsstruktur natürlich besonders Thema», sagt Eveline Marcarini, Schulleiterin im Zelgli und Zelgli-West.

Das Programm der Workshops stellten die Schulen unabhängig voneinander zusammen. In Zelgli und Zelgli-West hat man externe Referenten organisiert, während man an der Schulstrasse eher auf den direkten Austausch mit den Eltern setzte. «Wir haben vor zwei Jahren bereits einen Kurs organisiert und damit gute Erfahrungen gemacht», sagt Petra Sahli, Schulleiterin der Schule Schulstrasse. «Auf dieser Erfahrung konnten wir jetzt aufbauen.»

Dauerbrenner Fernsehkonsum

Obwohl unabhängig organisiert, sprechen die beiden Workshops Ähnliches an: Der Einfluss von Medienkonsum auf den Lernerfolg war ebenso Thema wie die Frage, auf welche Art man sinnvoll Grenzen setzt. «Oft sind es banale Sachen, beispielsweise dass es für Kinder wichtig ist, vor der Schule zu frühstücken», sagt Sahli. Spannend fand sie, wie offen die Eltern Fragen gestellt hätten und wie bereichernd der gemeinsame Austausch war. Auch Marcarini stellt Ähnliches fest: «Viele Inputs kamen seitens der Eltern.»

Interesse bringt mehr als Hilfe

«Es ging uns auch nicht in erster Linie darum, Pauschalrezepte zu liefern», wie beide Schulleiterinnen sagen, und Marcarini erklärt: «Für die Eltern war es vor allem hilfreich, um die eigenen Wertvorstellungen vergleichen zu können. Wie viele Stunden Fernsehen pro Tag sind im Rahmen? Wie schaffe ich es, Regeln verbindlich durchzusetzen?» Entscheidend für den Lernerfolg eines Kindes sei nicht, ob ihm die Eltern bei den Aufgaben helfen oder nicht, ist Marcarini überzeugt. «Viel wichtiger ist, dass die Eltern ihren Kindern zeigen, dass sie sich für ihre Entwicklung und die Schule interessieren.» Die bisherigen Erfahrungen stimmen zuversichtlich - weitere Kurse sind in beiden Schulen bereits in Planung.

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