Weiningen
Eltern-Taxis verursachen Sicherheitsprobleme beim Schulhaus Schlüechti

Das Elternforum sorgt sich um die Sicherheit der Schüler des Schulhauses Schlüechti. Grund sind die vielen Eltern-Taxis, die ein unnötiges Verkehrsaufkommen verursachen und Kinder, die zu Fuss zur Schule gehen, gefährden.

von Franziska Wagner
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Das Elternforum ist besorgt wegen dem hohen Verkehrsaufkommen rund um das Schulhaus Schlüechti (im Bild). (Archiv)

Das Elternforum ist besorgt wegen dem hohen Verkehrsaufkommen rund um das Schulhaus Schlüechti (im Bild). (Archiv)

Limmattaler Zeitung

Zudem sei an der Schlüechtistrasse ein Café geplant, das weiteren Verkehr generieren werde. Das Elternforum nutzte deshalb die Behördenwahlen vom kommenden Sonntag, um von den Kandidaten für den Gemeinderat und die Schulpflege mittels Umfrage zu erfahren, wie sie die Situation einschätzen und für welche Schutzmassnahmen zugunsten der Kinder sie sich einsetzen wollen.

Wie die Antworten zeigen, ist das Problem bei den Kandidaten bekannt. «Ich sehe von meinem Büro an der Schlüechtistrasse aus, was die ganze Zeit läuft. Mich stören die vielen Eltern, die Taxi-Dienste für ihre Kinder leisten, und dass relativ schnell in die Strasse gefahren wird», sagt etwa Schulpflegekandidat Rodolfo Trifoglio (FDP). Es grenze an ein Wunder, dass noch nichts passiert sei. Die Schlüechtistrasse sei in erster Linie eine Schulstrasse, nicht eine Autostrasse, meint Gemeinderatskandidat Reto Beutler (FDP). Deshalb müsse sie für Autofahrer so unattraktiv wie möglich sein. Dass die Strasse nach den Bedürfnissen der Schulkinder ausgerichtet wird, wünscht sich auch Schulpräsidiumskandidat Mario Oklé (parteilos). Denkbar wäre für ihn etwa ein generelles Fahrverbot, das Ausnahmen für Zulieferer und die Landwirtschaft zulasse. Für ein solches setzen sich auch die Schulpflegekandidaten Brigitte Schai (SVP) und Manuel Rodriguez (Quartierverein) ein.

Die Eltern sind mitverantwortlich

Die Kandidaten sind sich einig, dass die Situation an der Schlüechtistrasse in einen überarbeiteten Gestaltungsplan einfliessen müsse. Eine Beruhigung der Strasse sollte miteinbezogen werden, sagt Gemeinderatskandidat Michael Gardavsky (SVP). Die Rückweisung des Gestaltungsplans an der Gemeindeversammlung von Anfang März habe die Möglichkeit geschaffen, die Bedürfnisse der Schule besser zu berücksichtigen, erklärt Gemeinderatskandidat Hans-Peter Stöckl (FDP). Nun brauche es einen Entwurf für ein gemeinsames Sicherheitskonzept von Gemeinde, Schule und Verkehrsexperten, damit bauliche Massnahmen und organisatorische Lösungen ergriffen werden können, so Carmen Imfeld (Forum Weiningen), die für die Schulpflege kandidiert.

Damit die Kinder den Schulweg selbstständig und sicher bewältigen können, sollen auch die Eltern in die Verantwortung genommen werden. «Das wirkliche Problem sind die Eltern, die mit ihren Kindern zum Teil schnell herfahren, weil sie zeitlich knapp dran sind», so Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP). Nicht mit dem Auto, sondern zu Fuss sollen die Eltern die Kinder zur Schule begleiten, fordert Schulpflegekandidatin Heidi Schärer (Quartierverein Fahrweid). Es sei unglaubwürdig, wenn Eltern den Kindern Nachhaltigkeit predigen und sie dann mit dem Auto zur Schule bringen würden, führt Ronald Schlegel (Forum Weiningen), der für das Amt des Schulpräsidenten kandidiert, den Gedanken weiter.

Gemeinderatskandidat Martin Henke (Quartierverein) möchte die Beaufsichtigung der Situation dem neuen Polizeiverbund übertragen. Sollte der Verkehr in Zukunft drastisch zunehmen, werden etwaige Massnahmen situationsbedingt beurteilt werden müssen, sagt er. Sein Mitbewerber, Sebastian Willig (SP) rät ebenfalls, die Situation erst einmal im Auge zu behalten, ohne gleich Massnahmen zu ergreifen. «Ich möchte den Eltern nicht vorschreiben, wie sie ihre Kinder zur Schule bringen», sagt er.