Abstrakte Berechnungsmodelle gefährden den traditionellen Dietiker Schneespass in den Bündner Bergen: Für die Ausgabe 2011 des Snowboardlagers in der ersten Sportferienwoche im Gruoberhus in Klosters haben sich bislang erst 11 Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 16 Jahren angemeldet; maximal könnten 25 Personen teilnehmen. Leicht besser sieht es beim Lager am selben Ort in der zweiten Sportferienwoche aus. Aber auch da sind noch viele Plätze frei.

Für Petra Schellenberg, Co-Leiterin des Snowboardlagers, ist die Erhöhung der Kostenbeiträge für das Lager der Hauptgrund für den schleppenden Eingang an Anmeldungen. Weil die Stadt Dietikon fürs laufende Jahr Steuerfussausgleich angemeldet habe, müssten solche Lager auf Geheiss des Kantons weitgehend kostendeckend durchgeführt werden, sagt Schellenberg. Deshalb sei der Beitrag pro Person von 340 Franken im letzten Jahr auf 450 Franken angehoben worden – für einige Eltern eine nicht finanzierbare Ausgabe. Zudem habe man die Lagerdauer um einen Tag verkürzt.

Ausserdem habe man auf dieses Jahr hin altershalber eine grössere Gruppe von Jugendlichen verloren, die in den letzten vier, fünf Jahren stets mit von der Partie gewesen seien, sagt Schellenberg.

Auch für Anfänger geeignet

Die Prüfung des Budgets durch den Kanton aufgrund der Beantragung des Steuerfussausgleichs sei der Grund für die höheren Beiträge, erklärt Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani. Die Erhöhung sei auf der einen Seite natürlich schade, erfüllten die Lager doch einen wichtigen Zweck und stellten ein wichtiges Angebot der Schule dar. Auf der anderen Seite müssten aber auch die finanziellen Aspekte berücksichtigt werden; eine Woche Schneesport in den Bergen sei keine günstige Angelegenheit.

«Es wäre extrem schade, wenn das Lager abgesagt werden müsste», findet Lagerleiterin Schellenberg, die früher selbst am Lager teilnahm, seit mehreren Jahren im Leiterteam dabei ist und seit sechs Jahren die Hauptverantwortung trägt. «Es ist eine tolle Erfahrung für die Teilnehmenden. Für uns Leiter, alle von ‹Jugend und Sport› ausgebildet, ist es streng, aber auch eine gute Sache», so Schellenberg.

Mindestens 20 Teilnehmende pro Lager brauche es, damit die Durchführung gesichert sei, führt sie aus; es könnten sich auch Anfänger melden. «Für Dietikon, den ‹Wirtschaftsstandort mit Lebensqualität›, ist doch ein solches Angebot von grosser Bedeutung», findet sie.

Schellenbergs Hoffnung auf eine Durchführung ruht darauf, dass sich durch die Verlängerung der Anmeldefrist bis zum 17. Januar weitere Interessierte einschreiben können. Sie starte einen Aufruf über «Facebook», schreibe auf diesem Kanal frühere Teilnehmer an, ob sie nicht Lust hätten auf eine Woche im Schnee. Auch die Schulverwaltung setze sich ein: In den Schulhäusern werde eine Flyeraktion durchgeführt, die auf die freien Plätze hinweisen würden.

2009 auch in Oberengstringen

Eine starke Anhebung der Skilagerbeiträge war vor zwei Jahren in Oberengstringen vorgenommen worden. Weil die Gemeindeversammlung das Budget zurückgewiesen hatte und den Gemeinderat zum Sparen gezwungen hatte, wurden die Elternbeiträge von 300 auf 400Franken erhöht. Allerdings verzeichnete man deshalb keinen Einbruch bei den Anmeldungen; das Interesse war so gross wie lange nicht.

Interessierte können den Anmeldetalon für die Skilager bei den Schulleitungen der Dietiker Schuleinheiten oder bei der Schulverwaltung, Tel. 0447443660, verlangen. Weitere Informationen im Internet unter www.schullager.ch